"Je suis...“-Movie

Teenager drehten Kurzfilm

Montag, 30. März 2015

Georgiana Muntean verkörpert die Hauptgestalt, hat aber auch zur Entstehung des Drehbuchs des Kurzfilms „Je suis...“ beigetragen.

Der Kurzfilm „Je suis...“ befindet sich derzeit in der Postproduktion und wird im Laufe des Jahres u.a. bei dem Filmfestivals „Timishort“ und „Ceau, Cinema“ gezeigt.

Daniel Opriş ist ein begeisterter Filmregisseur – mit seinen 16 Jahren hat er bereits mehrere Kurzfilme gedreht und bei der Entstehung anderer assistiert.

Mit einem der bekanntesten Ausdrücke des Jahres betiteln zwei Temeswarer Teenager  ihren Kurzfilm. „Je   suis...“ wurde nach den Terroranschlägen auf die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ zur Solidaritätsbekundung rund um die Welt. Gleich wurde jeder, der dies ausdrückte schon als „cool“ empfunden und der international präsente Slogan wurde gleich zu kommerziellen Zwecken benutzt. Diese Tendenz sich als jemand anderes auszugeben und sich eine falsche Identität aufzubauen, wollten auch Georgiana Muntean und Daniel Opriş durch ihren Kurzfilm zum Ausdruck bringen.

Keiner der beiden Jugendlichen ist bereits volljährig. Georgiana ist 15, Daniel ist 16 Jahre alt. Sie sind Schüler in Temeswar, haben aber eine klare Leidenschaft – den Film. Gerade aus diesem Grund  entstand in den kurzen Ferien zwischen den Schulsemestern  ihr erster gemeinsamer Kurzfilm. Die Produktion „Je suis...“ soll im Laufe dieses Jahres auch auf verschiedenen Filmfestivals, darunter auf dem „Timishort“ und „Ceau, Cinema“ gezeigt werden.

Im sieben Minuten langen Film wird die Geschichte von Alexandra geschildert. Die Temeswarer Schülerin kann die unzähligen Streitigkeiten ihrer Eltern, wegen der finanziellen Lage der Familie, nicht mehr dulden und nimmt den Zug nach Klausenburg/ Cluj-Napoca, um all ihren Problemen zu entkommen. Auf dem Bahnsteig in Klausenburg lernt sie Edy kennen. Der Jugendliche hilft ihr mit dem Gepäck und begleitet das Mädchen bis ins  Stadtzentrum. Auf dem Weg erzählt jeder etwas über sich selbst – Geschichten, die mehr oder weniger wahr sind. Sie befreunden sich und treffen sich auch in den darauffolgenden Tagen.

Kurz vor der Heimkehr Alexandras, kommt aber die Wahrheit ans Licht: Das Mädchen hat die ganze Zeit sich als jemand anderes ausgegeben. Sie habe sich geschämt ihre wahre Geschichte zu erzählen. Edy ist entsetzt, er fühlt sich betrogen und will mit Alexandra nichts mehr zu tun haben. Im letzten Moment aber, kurz bevor der Zug aus Klausenburg nach Temeswar abfährt, vertragen sie sich wieder.

„Der Film sollte ein häufiges Problem der Teenager ausdrücken und zwar, dass sie ohne viel nachzudenken, beim ersten Impuls reagieren. Viele Jugendliche laufen von Zuhause weg, weil sie Probleme nicht bewältigen wollen“, sagt Georgiana Muntean. Die 15-Jährige ist Schülerin der 9. Klasse im Temeswarer „Carmen Sylva“-Lyzeum und stellt sich als leidenschaftliche Schauspielerin vor. Aber auch Regie interessiert sie. Zusammen mit ihrem Filmpartner,  Daniel Opri{, zeichnet sie auch für die Filmregie und verkörpert gleichzeitig auch die Hauptgestalt im Film. Daniel Opri{ ist der Regisseur des Kurzfilmes. Mit seinen 16 Jahren ist er von Fotografie, Drehbuchschreiben und Kinematographie begeistert.

Zusammen haben die beiden Temeswarer Teenager die Geschichte aufgeschrieben und alle Details festgelegt. Dann liehen sie die notwendige Ausrüstung von Freunden, stiegen in den Zug nach Klausenburg und drehten ihre Szenen auf dem Bahnsteig, im Zug und in der Klausenburger Innenstadt. Innerhalb von drei Tagen war der Kurzfilm fertig. Derzeit wird an der Endmontage und dem Soundtrack gearbeitet. Eine Arbeitsvariante des Filmes wurde vor Kurzem in Temeswar gezeigt.

Für Georgiana und Daniel sollen noch weitere Projekte folgen. Sie haben auch einen Verein für kreative Jugendliche „Youth Creativity“ gegründet. „Dadurch sollen junge Leute, die von Kultur und Kunst begeistert sind, gefördert werden“, sagt Daniel Opriş. Es werden verschiedene Kurse, Workshops, Wettbewerbe und Ausstellungen veranstaltet. Für April steht das Event „Meet the vloggers - Film Making For Social Media“ an – dies ist ein Treffen der jungen Video-Blogger in Rumänien, dass sowohl in Temeswar als auch in Bukarest stattfinden wird. In Temeswar wird die Begegnung vom Youth-Creativity-Verein veranstaltet und wird Trainer im Videobereich zu den Teilnehmern bringen. Das erste „Meet the vloggers“ Ereignis in Temeswar fand im Vorjahr statt. Als Trainer waren die Videoprofis Eduard Schneider, Vlad Fiscutean, Florin Iepan, Octavian Moţ, Daniela Nedovescu und Ionuţ Trandafir dabei. Die Teilnahme kostet 30 Lei/Tag oder 50 Lei für beidn Workshoptage. Interessenten, die  Mitglieder werden wollen, können sich unter www.youthcreativity.ro oder auf der Facebookseite www.facebook. com/youthcreativity.ro anmelden. 

Daniel Opri{ hat bisher noch zwei Kurzfilme gedreht: „Entourage“ und „Sunglasses“. Beide Filme sind zum Thema Drama-Lovestory und befinden sich derzeit in Postproduktion. „Sunglasses“ entstand im vergangenen Jahr innerhalb des Festivals für Bildende Künste „Vama sub lumini de Oscar“ in Vama-Veche. Daniel war auch Produktionsassistent für „Chuck Norris vs. Communism“, ein Film über die erstaunliche Geschichte der Videokassetten in Rumänien zur Zeit des Kommunismus, als eine weibliche Stimme zum Symbol der Freiheit wurde. Versteckt vor den wachsamen Augen der Securitate, hat Irina Margareta Nistor über 5000 ausländische Filme in den 80er Jahren des kommunistischen Rumäniens übersetzt.

Auch ein weiterer eigener Kurzfilm steht für Daniel Opriş an. Er habe schon die Arbeit daran begonnen, mehr aber will der Temeswarer Jugendliche nicht verraten. Auch für Georgiana Muntean stehen andere Projekte an. Ihre Rolle im „Je suis...“ Film brachte ihr die Aufmerksamkeit anderer Kurzfilmproduzenten, so dass sie mehrere Angebote für andere Produktionen bekommen hat.

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