Jeder fünfte Europäer lebt in Gebieten mit „Wasser-Stress“

Statistik zeigt: Rumänien senkte 2011 seinen Leitungswasserkonsum

Donnerstag, 09. August 2012

Mehr als eine Milliarde Kubikmeter Leitungswasser wurden im vergangenen Jahr in Rumänien verbraucht, berichtete vor Kurzem das Landesamt für Statistik INS. Damit verzeichnete Rumänien einen Rückgang des Leitungswasserkonsums um 1,8 Millionen Kubikmeter im Vergleich zum Jahr 2010. Gleichzeitig wurde jedoch das Wasserleitungsnetz ausgebaut, sodass zurzeit ungefähr 65.900 Kilometer Wasserleitungsrohre auf dem gesamten Gebiet Rumäniens vorhanden sind. Das Netz ist um rund 2800 Kilometer länger als 2010.

Und trotzdem: Von sauberem Trinkwasser und Kanalisation kann aktuell nur knapp die Hälfte aller Bürger Rumäniens profitieren. Im europäischen Kontext ist das deutlich wenig. In Europa haben 120 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, so der UNESCO-Wasserbericht 2012. Jeder fünfte Europäer lebt also in Gebieten, die „Wasser-Stress“ aufweisen. Das Trinken von hygienischem Wasser ist ein Beitrag zur Gesundheit und Seuchenvermeidung. Nur wenige wissen allerdings, dass zwei Milliarden Menschen auf der ganzen Welt keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben und 2,6 Milliarden unhygienisch (über)leben müssen. Unter dem Begriff „hygienisches Wasser“ versteht man Süßwasser, das einen hohen Reinheitsgrad besitzt. Trinkwasser darf keine krankheitserregenden Mikroorganismen enthalten und sollte eine Mindestkonzentration an Mineralstoffen beinhalten. Gesundes Wasser ist geschmacklich neutral, kühl und vom Aussehen her farblos und geruchlos.

Der Körper besteht fast zur Hälfte aus Wasser. Trinkt man zu wenig, wird die Haut trocken, schuppig und rau. Zehn Minuten, nachdem man Wasser zu sich genommen hat, wird die Haut schon viel besser durchblutet und sieht rosiger aus. Wie viel man am Tag trinken muss, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Die einen brauchen mindestens zwei Liter am Tag, wieder andere kommen mit 1,5 Liter aus. Der Wasserbedarf ist nicht nur von der Größe und von dem Gewicht eines Menschen abhängig, sondern auch vom Alter. Säuglinge und Kinder benötigen mehr Wasser als Erwachsene.

Forscher haben festgestellt, dass der Wassergehalt beim erwachsenen Menschen zirka 63 Prozent beträgt. In allen Flüssigkeiten des Körpers wie Schweiß, Tränen oder Blut ist Wasser enthalten. Während des Verdauungsvorganges werden Nährstoffe im Wasser des Körpers gelöst. Die gelösten Mineralstoffe bewirken das Gleichgewicht in der Körperflüssigkeit. Wasser bestimmt auch die Körpertemperatur eines Menschen. Bei schwerer Arbeit, bei Hitze oder Fieber schwitzt jeder Einzelne. Wasser, in Form von Schweiß, wird dadurch ausgeschieden. Dem Körper wird durch die Verdunstung Wärme entzogen. Dieser kühlt ab und die Körperflüssigkeit, die ihm entzogen wurde, muss wieder zugeführt werden. Das passiert dann durch Speisen und durch Getränke.

Neuste Forschungen haben gezeigt: Wassermangel kann sogar Kopfschmerzen verursachen. Bevor man also eine Tablette einnimmt, sollte man vorher die Kopfschmerzen mit einem Glas Wasser lindern, empfehlen Mediziner.
Wer müde und gereizt ist, isst automatisch mehr. Wissenschaftler haben bewiesen, dass der Wassermangel dahinter steckt. Denn Hunger ist oft genug falsch verstandener Durst. Doch nicht nur das Vergessen von Trinkwasser ist schuld an zu wenig Wasser im Körper, sondern auch andere Getränke, die man zu sich nimmt. Kaffee oder schwarzer Tee entziehen das Wasser aus dem Körper und können ihn austrocknen lassen.

Wasser ist auch in der Schönheitspflege ein unumgängliches „Produkt“. Die Prozedur kostet vielleicht etwas Überwindung, lässt aber Haare schön aussehen. Das Schließen der Schuppenschicht passiert nämlich dann, wenn man einfach nach dem Waschen das Haar mit kaltem Wasser spült.

Das Wasser ist also eine lebensnotwendige Ressource. Experten vermuten, dass die politischen Konflikte der kommenden Jahrzehnte durch das Problem der Wasserknappheit ausgelöst werden. Der World Wide Fund For Nature (WWF), eine der größten Naturschutzorganisationen weltweit, veranstaltete im Juli die sogenannte Wasserkarawane, die in sieben Städten Rumäniens Lobby für einen sorgsamen Wasserverbrauch machte. Den Interessenten wurden Ratschläge angeboten, wie sie im Haushalt den Wasserverbrauch reduzieren können. Tropfende Wasserhähne können bis zu 75 Liter Wasser pro Tag verschwenden – in einem Monat wären das ungefähr 20 volle Badewannen. Aus diesem Grund sollten die Bürger regelmäßig ihre Wasserhähne und Duschköpfe überprüfen, rieten die WWF-Mitarbeiter. Das Zudrehen des Wasserhahns beim Zähneputzen könne zu Ersparnissen von sechs bis 14 Litern Wasser führen, hieß es von der Wasserkarawane. Außerdem sei davon abzuraten, die Toilette als Mülleimer zu benutzen. Bei jeder WC-Spülung werden drei bis sechs Liter Wasser verbraucht. Folglich haben Essensreste und Kosmetiktücher in der Toilette nichts zu suchen.

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