„Jeder Weg von Tausenden Kilometern beginnt mit einem einzigen Schritt“

Alexandra Flavia Marcu besteigt die höchsten Vulkane der Welt

Sonntag, 19. Januar 2014

Bis jetzt hat die junge Bergsteigerin insgesamt fünf der höchsten Vulkane der Welt bezwungen: den Uhuru im Kilimandscharo, den Mont Blanc in Frankreich, den Kazbek in Georgien, den Damavand im Iran. Knapp vor Jahresende 2013 erklomm sie auch den Mount Giluwe in Papua-Neuguinea.

Der Vater, Dan Marcu, ist Alexandras Begleiter und bester Freund.

Alexandra Marcu stellte die rumänische Flagge auf den höchsten Gipfeln der Welt auf.

Auf der Reise findet sie immer wieder neue Freunde. Auf der Webseite www.climbforyou.com kann man durch Alexandras Augen virtuelle Expeditionen unternehmen.

Ein Mädchen aus Diemrich/Deva kann schon in ihrem jungen Alter behaupten, dass  sie auf dem Dach der Welt stand . Alexandra Flavia Marcu ist 16 und wurde mit zwölf zum jüngsten Bürger Rumäniens, der den Kilimandscharo bezwungen hat. Ihr Ziel ist nun, die höchsten Vulkane auf allen sieben Kontinenten zu besteigen. Zusammen mit ihrem Vater schaffte sie es bereits, fünf derselben zu erklimmen. Und das Zählen geht weiter, denn in diesem Jahr nimmt sie sich neue Expeditionen vor.

Zuerst waren es kleinere Gipfel wie Retezat, Păpuşa, Godeanu und Moldoveanu, der größte Gipfel Rumäniens, dann erlaubte sie sich, höher zu zielen. Die gesamte Familie Marcu wollte die rumänische und gleichzeitig die Diemricher Flagge auf den höchsten Bergen der Welt aufstellen. So folgten der Mont Blanc und der Kilimandscharo oder der Pico de Orizaba, der höchste Vulkan Nordamerikas sowie der höchste Berg Mexikos. Nun stehen für Alexandra andere Herausforderungen im Vordergrund: die höchsten Vulkane der Welt zu besteigen. Bis jetzt hat die junge Bergsteigerin insgesamt fünf der höchsten Vulkane bezwungen: den Uhuru im Kilimandscharo, den Mont Blanc in Frankreich, den Kazbek in Georgien, den Damavand im Iran und knapp vor Jahresende 2013 den Mount Giluwe in Papua-Neuguinea.

Für die 16-jährige Schülerin aus Diemrich begannen diese Entdeckungsreisen schon als kleines Kind, denn ihre Eltern nahmen sie überall mit. Zuerst machte ihre Familie, als sie zwei Jahre alt war, eine Bergwanderung ins Retezat-Gebirge. Seitdem unternahmen sie immer wieder Wanderungen in den Bergen. So entwickelte sich auch die Leidenschaft des jungen Mädchens fürs Bergsteigen. Dann begann sie, allein mit ihrem Vater die rumänischen Gebirgsspitzen zu erklimmen. Die erste große Herausforderung nahm Alexandra mit bloß zwölf Jahren an. So erklomm sie 2010 den Mont Blanc und den Kilimandscharo.

Es folgten Pico der Orizaba in Mexiko (2011) und Elbrus im Kaukasus (2012). Keine andere europäische Bergsteigerin ihres Alters hatte diese Leistungen erzielt. Doch für Alexandra ist das schon lange nicht mehr zufriedenstellend. Ihre Weltentdeckungsreise muss weitergehen, denn auf dem Plan stehen noch zwei weitere Vulkane: der Ojos del Salado, in den Anden und der Sidley in der Antarktis.

Anfang Dezember 2013 begab sich Alexandra zusammen mit ihrem Vater auf den Mount Giluwe in Papua-Neuguinea. Mit seinen 4367 Metern ist Giluwe der zweithöchste Berg des Landes und der höchste Vulkan in Australien und Ozeanien. Die gesamte Reise erzählt Alexandra auf ihrer Webseite www. climbforyou.com.
Was der jungen Bergsteigerin aber am meisten gefällt, ist, Leute und Kulturen aus allen Ecken der Welt kennenzulernen. Daher wünscht sie sich, Reiseführerin zu werden. „So könnte ich auch anderen Leuten von meiner Erfahrung etwas vermitteln“, sagt sie.

Das macht Alexandra bereits in der virtuellen Landschaft. Auf ihrer Webseite erzählt die Schülerin aus Diemrich all ihre Erfahrungen auf Expeditionen, die sie bisher unternommen hat. „Wir stellten diese Webseite online, damit wir unseren Lesern Erzählungen von unseren Reisen mitteilen. Wir wollen aber auch notwendige Informationen bezüglich des Bergsteigens vermitteln, denn ich habe gelernt, dass alle Menschen ihren eigenen Berg zu besteigen haben und wenn wir auch Tipps dazu geben können, umso besser“, motiviert Alexandra. „Das Besteigen ist Sache jedes Einzelnen, aber man kann immer wieder aus der Erfahrung anderer Leute lernen. Hier übernehmen wir eine Rolle: Wir zeigen allen, wie es geht und sind überzeugt, wenn es einen Willen gibt, gibt es auch einen Weg“, fügt sie hinzu. „Die Berge verleihen dir eine gewisse Reife“, sagt Alexandra. Trotz ihrer jungen Jahre fühlt sich die Schülerin schon erwachsen. Vergangenen Sommer wurde für sie ein anderer Traum wahr. Sie wünschte sich, ein Kind auf den Berg zu führen und ihm das Bergsteigen beizubringen. Ihr Lehrling war ein siebenjähriges Mädchen. Zusammen mit Familie und Freunden kletterten sie im Godeanu-Gebirge bis zum Ziel: dem Gugu-Gipfel und der Zamolxe-Höhle.

Die Eltern unterstützen Alexandra Schritt für Schritt. Der Vater, Dan Marcu, ist ihr Begleiter auf all ihren Expeditionen. Die Mutter, Dana, ist die „Sponsorenjägerin“. Sie verwaltet das Geld der Familie, sodass Alexandra und ihr Vater ihre Reisen durchführen können und wieder gut nach Hause kommen. Für sie ist das Warten am schwierigsten. „Ich warte zu Hause, bis ich eine Nachricht von ihnen bekomme. Das ist für mich unheimlich schwer“, erzählt sie. Die Expedition in Mexiko unternahm die Familie zusammen, auch wenn die Mutter nicht bis zum Gipfel hinaufkletterte.

Alexandra trainiert mit ihrem Vater fast jeden Tag. Montags und mittwochs wandern sie zusammen. Dabei schleppen sie ihre schweren Rucksäcke mit, um sich an das Gewicht zu gewöhnen. Manchmal laufen sie auch. An anderen Tagen machen sie einfach nur körperliche Übungen für eine gute physische Kondition. Doch die Eltern behaupten, sie trainieren ihre Tochter nicht, um Bergsteigerin zu werden – sie bereiten ihr Kind einfach für das Leben vor.

Alexandras Leidenschaft inspirierte eine junge Regisseurin, einen Dokumentarfilm über sie zu drehen. Die Temeswarerin Daria Hupov ist 17 Jahre alt und von Film und Fotografie begeistert. Vor einem Jahr lernten sich die beiden Mädchen im Internet kennen. Nachdem Alexandra Daria beauftragt hatte, ihr bei der Erstellung ihrer Webseite zu helfen, freundeten sie sich schnell an und blieben in enger Verbindung. Infolge dieser Freundschaft entstand auch die Idee, einen Dokumentarfilm zu drehen. Daria Hupov kann sich schon Regisseurin nennen, denn sie hat bereits mehrere Kurzfilme gedreht, jedoch noch nie einen Dokumentarfilm. Erst Alexandras Geschichte hatte sie dazu bewegt. „Entwicklungen“ („Evoluţii“) heißt ihr Dokumentarfilm, der den gleichen Namen trägt, wie das Buch, das Alexandra als Tagebuch ihrer Expeditionen veröffentlichte. Der Dokumentarfilm wurde Ende des vergangenen Jahres in Temeswar vorgestellt.

„Jeder Weg von Tausenden Kilometern beginnt mit einem einzigen Schritt“, sagt Alexandra Marcu lächelnd in die Kamera. So möchte sie alle jungen Leute, Kinder und Jugendliche, motivieren, sich dafür einzusetzen, ihre Träume wahr werden zu lassen. Im Herbst des vergangenen Jahres veröffentlichte Alexandra auch ihr Tagebuch „Alexandra und die sieben Vulkane“.

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