Johannis zu Wahlchaos: Diese Regierung verachtet ihre Bürger

EVP-Vorsitzender Daul gibt Wahlempfehlung für ACL-Kandidaten ab

Mittwoch, 05. November 2014

Bukarest (ADZ) - Der Präsidentschaftskandidat der oppositionellen Wahlallianz ACL, Klaus Johannis, hat am Montag Stellung zum Wahlchaos des Vortags in zahlreichen Wahllokalen außerhalb der Landesgrenzen bezogen: Die „Episode“ sei bezeichnend für die aktuelle Regierung, die ihre Bürger offensichtlich verachte, sagte Johannis.

Die Beziehung zwischen Exekutive und Bürgern verschlechtere sich zusehends, erstere verstoße gegen die Grundrechte letzterer, demokratische Prinzipien würden verletzt. Es sei unannehmbar, dass Bürger vor den Botschaften ihres Landes brüskiert und an der Ausübung ihres Wahlrechts behindert würden.

Das Wahlergebnis von Sonntag zeige, dass „der Wechsel“ möglich sei, er müsse vollzogen werden, weil sonst „das ganze Jahr 2015“ wie der eben erfolgte Wahlgang aussehen werde – „nichts als Chaos, Missstand und Mangel an Respekt“ gegenüber den Menschen. Den PSD-Kandidat Victor Ponta forderte Johannis auf, seinen Wahlslogan vom „Stolz, ein Rumäne zu sein“ auch tunlichst auf die Bürger zu übertragen.

Der Wählerschaft versprach der  Kandidat des bürgerlichen Lagers zudem, sich in den kommenden Monaten anhand von Verhandlungen mit sämtlichen Parlamentsparteien für die Einführung der Brief- und elektronischen Wahl hierzulande einsetzen zu wollen. Bezüglich seines eigenen Wahlkampfes und der vor der Stichwahl üblichen Wahlempfehlungen der ausgeschiedenen Wettstreiter erläuterte Johannis, dass er diesbezüglich „mit niemandem“ zu verhandeln gedenke. Was er sich wünsche, seien „die Stimmen aller Rumänen“, jedoch möglichst „direkt“, ohne sie zum Gegenstand politischer Verhandlungen zu machen.

Der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei (EVP), Joseph Daul, forderte indes am Montag in einem Schreiben alle rumänischen, zu dieser europäischen Parteienfamilie gehörenden Parteien – PDL, PNL, PMP, PNŢCD und UDMR – auf, den ACL-Kandidaten nach Kräften zu unterstützen: Die von „Klaus Johannis und unseren Parteien vertretenen Werte“ seien die gleichen, man müsse „geeint vorgehen, um am 16. November den Wahlsieg davonzutragen“, schrieb Daul.

Kommentare zu diesem Artikel

Hanns, 06.11 2014, 13:53
@Gast27 - ich denke Herr H hat hier wie immer nur die übliche Parteipropaganda widergegeben. Solche Leute wir Herr H sind leider ohne jegliche Fantasie und können daher nur nachplappern was ihnen andere eingebläut haben.
Gast27, 06.11 2014, 11:23
Lieber Herr H, jetzt muss ich Sie um Hilfe bitten. Wo bitte, sehen Sie im o.a. Artikel eine Respektlosigkeit (seitens Herrn Johannis) gegenüber dem Rumänischen Wähler? Ich habe den Artikel mehrmals durchgelesen und ich kann leider Ihrer Argumentation nicht folgen. Würden Sie bitte so freundlich sein und mir die Sachlage erläutern?

Sollten Sie sich jedoch auf die Tatsache beziehen, dass Herr Johannis nicht mit den gescheiterten Kandidaten um deren Wahlempfehlung „feilschen“ wird, Amt gegen Wahlempfehlung, so hat Herr Eduard dies bereits ausreichend klargestellt. Objektiv betrachtet, hätte dies jedoch nicht extra einer Erklärung bedurft.

Persönlich möchte ich festhalten, dass ich diese Vorgangsweise (welche Herr Johannis hier zu Tage bringt) für sehr lobenswert erachte. Dadurch bewahrt er seine Neutralität und stellt den obersten Souverän über politischen Posten- und Stimmenschacher. Ein Staatspräsident, muss die gesamte Bevölkerung vertreten, nicht nur die eigene „Partei-Klientel“.
Daher kann in diesem Zusammenhang auch nicht von „Wählerverachtung“ gesprochen werden. Nein, ganz im Gegenteil, er stellt dadurch den obersten Souverän über alle politischen Befindlichkeiten. Eine Sehr lobenswerte und Staatsmännische Einstellung, wie Sie mir sicher zustimmen werden.
Eduard, 05.11 2014, 22:42
Unglaublich, Herr "H". Ihre Interpretation ist einfach verblüffend. Wenn Herr Johannis um die Stimmen ALLER Rumänen bittet, versteht er eben das: ALLE, einschließlich denjenigen der Wähler, die in der 1. Runde für nun abgeschiedene Kandidaten gestimmt haben. Dass er keinen dunklen Tauschhandel mit dem einen oder anderen Politiker treiben will spricht erst recht für ihn und seine ethische Haltung. Ihr ganzer Brief ist voll von bösem Willen und erinnert eigentlich auch an etwas dunkles aus dem früheren Regime. Sie wissen ganz genau worauf ich mich beziehe.
Manfred, 05.11 2014, 21:59
Hast recht Helmut!Es ist der Gipfel des Respektes vor dem Volk,wenn Wahlen manipuliert werden.Wer das nicht akzeptiert,ist ein Opportunist und ein Menschenverachter!
P.S.Der PSD-Pressesprecher wird nervös...
Alexander, 05.11 2014, 21:06
Welche 40,3% Wähler?
Dies waren gerade mal 20% der Wahlberechtigten, also einer von 5. Nimmt man dann noch die Einwohner Rumäniens hinzu, die nicht wahlberechtigt sind, dann ...

Man muss sich wirklich Sorgen machen, um eine Demokratie, bei der die Hälfte seiner Bürger in keinem Kandidaten ihren politischen Vertreter sehen.
50% der Wahlberechtigten wurden und werden von den rumänischen Politikern offensichtlich "verachtet".
H, 05.11 2014, 18:49
Wenn einer Menschen verachtet ,dann dürfte es Herr Ioannis gezeigt:.....mit welcher Respektlosigkeit er über die 40.3%Wähler spricht......Herr Ioannis möchte nicht mit den ausgeschiedenen Wahlwerbern reden und zeigt damit wie er die Wähler dieser KandidateInnen verachtet...er wünscht sich die Stimmen aller Rumänen,so sagte er,sind die Wähler der anderen Kandidaten KEINE Rumänen?Diese Aussage zeigt welcher Geist in diesem Herren steckt. Lieber organisiert er sich eine Wahlempfehlung aus dem Ausland ,vom Vorsitzenden der EVP.Es ist die größte Unverschämtheit wie sich Herr Daul,als Politiker,aus dem Ausland in die rumänischen Präsidentenwahlen einmischt und rumänische Parteien und ihre Wähler dazu veranlassen möchte Herrn Ioannis zu wählen.Dies erinnert an die schrecklichen Zeiten,wo aus dem Ausland verlangt wurde was die Rumänen zu tun bzw.wählen hätten.25 Jahre nach Sturz der Diktatur in unserem Land ,wird wieder von ausländischen Politikeren der EVP verlangt welche Wahlentscheidung die RumänenInnen treffen sollten.Schlimmer geht es nicht mehr. Der Kandidat"IOANNIS" müsste als Person mit Format und Selbstbewusstsein ,eine solche demokratiefeindliche Einmischung entschieden zurück weisen.Im Gegenteil, er sonnt sich mit dieser Wahleinmischung und ist darauf auch noch Stolz. Eine Schande. Die Wählerschaft wird ihm am 16.11. die nötige Antwort erteilen und VICTOR PONTA zu Präsidenten wählen.

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