Jubiläums- und Dankgottesdienst für einen Banater

Priesterjubiläum zum 80. Geburtstag für Monsignore Andreas Straub

Sonntag, 22. Januar 2017

Der Jubilar Andreas Straub inmitten der Geistlichen, die zum Festgottesdienst anlässlich seines 80. Geburtstags gekommen waren.
Foto: Richard Reinl

Es gibt nur wenige Banater in Deutschland, denen Pfarrer Msgr. Andreas Straub nicht bekannt wäre. So war gar manchem kein Weg zu weit bis in den fränkischen Ort Trockau, wo Jubilar Monsignore und Erzbischöflicher  Geistlicher Rat Andreas Straub am 3. Dezember 2016 im Beisein von 24 Geistlichen im Rahmen eines Fest- und Dankgottesdienstes in Konzelebration seinen 80. Geburtstag sowie das 55. Priesterjubiläum feierte. Dieses fand in der vollbesetzten Pfarrkirche Thomas von Aquin zu Trockau statt, die 2009 zur 38. Autobahnkirche Deutschlands an der A9 (Berlin - München) erhoben wurde.

Beim Gottesdienst anwesend waren Vertreter und Abordnungen der Feuerwehr mit der Feuerwehrkapelle unter der Leitung von Bernhard Maier, der Thomas-Chor unter Leitung von Ottmar Schmitt und zahlreiche Vertreter der ortsansässigen Vereine. Aus dem Marienwallfahrtsort Maria Radna aus Rumänien war Domkapitular Andreas Reinholz angereist. Ältester Gast unter den Priestern war der 86-jährige Pater Gottfried Borth. Namens der Pfarrgemeinde Trockau sprach Hans Hümmer die Gruß- und Dankesworte. Er überreichte dem Jubilar ein künstlerisch gestaltetes Bildnis der Madonna aus der Pfarrkirche.

Glückwünsche überbrachten der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft Peter-Dietmar Leber, der HOG-Vorsitzende von Neu-Arad Franz-Anton Bellinger, der Vorsitzende der HOG Sanktanna Josef Lutz und vom Gerhardsforum aus München Anni Fay. Vom Sankt Gerhards-Werk Stuttgart nahmen der ehemalige Geschäftsführer Rudolf Fath und Vorstandsmitglied Josef Lutz an der Feier teil. Die Festpredigt hielt Domkapitular und Regionaldekan Dr. Josef Zerndl vom Ordinariat Bamberg, seines Zeichens Mitglied in der Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und Mitglied des Ritterordens zum Hl. Grab.

Kindheit und Jugendjahre

Andreas Straub wurde als drittes Kind von Katharina Schweitzer und Franz Straub am 3. August 1936 in Neuarad geboren. Nach Schwester Leni und Bruder Franz ist er der jüngste Sohn. Er genoss schon früh im wohlbehüteten Elternhaus eine religiös geprägte Erziehung. Es war vor allem die Mutter, die durch ihr Beispiel und ihr Gebet die Grundlage für die religiöse Entwicklung gelegt hatte, denn schon in den frühen Lebensjahren werden die ersten Eindrücke von Angst und Geborgenheit, von Verlassensein und Hoffnung, von Bindung und Freiheit geweckt. Aus diesen erwuchsen in Andreas Straub später Fragen und Sehnsüchte, die seine Identität prägten und ihn zu einem Diener Gottes werden ließen. Auch in der Grundschule empfing er bei den „Armen Schulschwestern“ wichtige Impulse für seine spätere Berufung. Nicht zuletzt war ihm auch sein Bruder Franz, der ebenfalls Priester wurde, zum Vorbild geworden. Andreas Straub entschied sich dann für den Besuch der 1950 gegründeten pädagogischen Lehranstalt in Neu-Arad, die er 1954 mit der Matura abschloss.

Weg zum Priestertum

Andreas Straub begann das Studium in Temeswar, wo er sich zunächst in die Fakultät für Mathematik und Physik für das Lehramt immatrikulieren ließ. In ihm reifte jedoch die Erkenntnis, den Weg zum Priestertum einzuschlagen. Diesen Entschluss fasste er in einer Zeit, in der die Securitate ihr Augenmerk auf die Kirchen und Priester richtete. Eine Zeit, die zum finstersten Kapitel der Banater Kirchengeschichte gehört. Der Bischofsstuhl von Temeswar war unbesetzt, die führenden Kräfte in der Diözese wurden in Gefängnisse gesteckt, kirchliche Strukturen wurden zerschlagen und das Priesterseminar geschlossen.

Andreas Straub studierte Theologie und Philosophie in Karlsburg/Alba Julia. Die Priesterweihe empfing er am 8. Dezember 1961 mit zwölf weiteren Anwärtern in der Kathe-drale zu Karlsburg von Bekennerbischof Márton Áron. Nach Kaplansjahren in Sanktanna/Sântana war er als Pfarrer in Steierdorf/Anina und zuletzt als Pfarrer in Neusanktanna eingesetzt. Auch Andreas Straub stand bald im Visier der Securitate. Als er sich jedoch zu einem Besuch in Deutschland aufhielt (1981), kehrte er nicht wieder in seine Heimat zurück.

Als Priester in Deutschland

Stationen seiner Arbeit in der Seelsorge des Erzbistums Bamberg waren zunächst Aushilfsstellen in Lichtenfels und Neunkirchen am Brand und fast ein Jahrzehnt als Pfarrer und Schuldekan im Gymnasium zu Münchberg mit zusätzlicher Betreuung der Kuratie Sparneck. Andreas Straub engagierte sich als Kolpingpräses, dann war er ab 1990 in zahlreichen Ehrenämtern für seine Landsleute und die Do-nauschwaben im St. Gerhards-Werk Stuttgart und in der Landsmannschaft tätig. 1991 wurde er von der Deutschen Bischofskonferenz zum Sprecher der Priester und Gläubigen aus der Volksgruppe der Do-nauschwaben ernannt, 1996 zum Erzbischöflichen Geistlichen Rat, 1999 zum Visitator für die Seelsorge an den Donauschwaben und Deutschen aus Südosteuropa und 2007 durch Papst Benedikt zum Monsignore (Päpstlichen Kaplan).

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