Jubiläumsauflage in Mediasch

Im Mittelpunk des Sachsentreffens stand heuer die Schule

Dienstag, 22. September 2015

Junge und Junggebliebene ziehen die siebenbürgisch-sächsische Tracht immer noch gerne an.

Die Sankt Martiner Blaskapelle begleitete den Umzug der Teilnehmer und bot ein Platzkonzert an.

An den Ständen der Verlage erkundigten sich viele nach den neuesten Veröffentlichungen.

Philipp Hochbaum stand mit Gratisausgaben und Informationen über die ADZ zur Verfügung.

Mehrere Stände boten Handarbeiten an.
Fotos: Vlad Popa

Hermannstadt – Die 25. Auflage des Sachsentreffens fand vergangenen Samstag erstmalig in Mediasch statt. Bei hochsommerlichen Temperaturen trafen sich auch heuer Siebenbürger Sachsen aus allen Himmelsrichtungen, um das gemeinsame Fest zu begehen, einem reichhaltigen Programm beizuwohnen und sich gemütlich auf den Terrassen in der Mediascher Altstadt auszutauschen. Das Motto „Schule – gestern, heute, morgen“, welches das Siebenbürgenforum dem diesjährigen Sachsentreffen gegeben hatte, stand heuer im Mittelpunkt der Veranstaltung. Zahlreiche Schulen und Lyzeen sowie Bildungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche gestalteten das Programm mit und beteiligten sich wie immer mit Kulturdarbietungen.

Frühmorgens reisten am Samstag die Mitglieder der Kulturgruppen oder Handarbeitskreise und zahlreiche Ehrengäste bereits nach Mediasch an. Reges Leben kam auf den Hauptplatz, als die Gäste sich zu den Infoständen begaben, um Abzeichen und Programme zu kaufen und die Mitglieder der Handarbeitskreise und Verlage ihre Stände einzurichten begannen. Die verschiedenen Tanz- oder Theatergruppen begaben sich zum Umkleiden und die Chöre oder Blaskapellen bereiteten sich auf ihre Auftritte vor. Nach dem Festgottesdienst in der Margarethenkirche fand eben hier die Vernissage der Ausstellung „Kuratoren unserer Kirche“ von Friedrich Philippi statt und für Musikliebhaber bot der Klausenburger Chor „Viva la Musica“ ein Konzert an. Die Wanderausstellung „Die deutsche Minderheit in Rumänien“ war in den Ausstellungsräumen des Schullerhauses zu sehen.

Ein reichhaltiges Programm für Kinder und Jugendliche stand am Schulhof der Hermann-Oberth-Schule bereits ab 10 Uhr im Angebot. Hier wurden fleißig Siebenbürgisch-Sächsische Volkstänze gelernt, die Kinderuni aus Bekokten/Bărcut bot Chemie und Physik zum Anfassen an, Andra Luca und Alina Otgan von der Hermann-Oberth-Schule stellten das Theaterstück „Vier Streiche von Till Eulenspiegel“ vor und mit Robert Adams vom Hermann-Oberth-Raumfahrtmuseum bastelten die Kinder in einem Workshop Raketen. In Erwartung des Umzuges der teilnehmenden Kulturgruppen hatten die Besucher die Möglichkeit, kurz vor 12 Uhr an einer Führung durch die Margarethenkirche und das Kastell teilzunehmen und die Stände am Hauptplatz zu besuchen. Hier waren verschiedene Handarbeiten sowie traditionelle siebenbürgische Leckereien zu kaufen und der Honterus- sowie der Hora-Verlag stellten ihre neuesten Publikationen vor. Am Stand des Departments für Pädagogik und Didaktik in deutscher Sprache der Klausenburger Babeş-Bolyai-Universität konnten die Besucher Informationen zu dessen Studienangebot erfahren.

Zu den Akkorden der Bistritzer Blaskapelle, die vor der Stadtpfarrkirche ein Platzkonzert anbot, versammelten sich kurz vor 12 Uhr die Teilnehmer der Tanzgruppen und Blaskapellen zum Aufzug. Gemeinsam zogen sie anschließend über den Mediascher Hauptplatz und stellten sich dann vor der Bühne auf, um den Übergang zum nächsten Höhepunkt der Veranstaltung, dem Kulturprogramm, zu machen. Tänzerinnen und Tänzer aus Schäßburg/Sighişoara, Hermannstadt/Sibiu, Neumarkt/Târgu Mureş, Mühlbach/Sebeş, Sächsisch-Regen/Reghin, Kronstadt/Braşov, Zeiden/Codlea oder Bistritz/Bistriţa stellten in ihren farbenfrohen Trachten schwungvolle siebenbürgisch-sächsische Volkstänze vor. Zu bewundern waren sowohl die gekonnt vorgeführten Tänze als auch die Ausdauer der Kinder und Jugendlichen, die in der prallen Mittagssonne ihre Auftritte bestritten. Für Theaterliebhaber stellte die Augsburger Siebenbürgische Theatergruppe das gut besuchte Stück „As Susi huet Geest“ in siebenbürgisch-sächsischer Mundart vor und erntete dafür reichlich Applaus.

Den Abschluss des Sachsentreffens machte mit einiger Verspätung die Festveranstaltung im Traube-Saal. Martin Bottesch, der Vorsitzende des Siebenbürgenforums stellte nach einer Einführung zum Thema Schule die zahlreichen Ehrengäste vor, die vor dem vollgepackten Saal auch Grußworte boten, unter ihnen der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Bukarest, Werner Hans Lauk, der Vorsitzende des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland und Mitglied im Bundestag, Dr. Bernd Fabritius, Dr. Christoph Bergner, Mitglied des Bundestags, der Bundesobmann der Siebenbürger Sachsen in Österreich, Pfr.Mag. Volker Petri, der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Ganţ sowie die Hermannstädter Konsulin der Bundesrepublik, Judith Urban. Die Festrede zum Thema „Schule – gestern, heute, morgen“ stellte Thomas Şindilariu vor und die Honterusmedaille wurde Pfr. Hermann Pitters verliehen. Nach der Festveranstaltung ging in den Nachmittagsstunden auch das diesjährige Sachsentreffen zu Ende. Die Klein- und Großraumbusse verließen mit den Teilnehmern die Mediascher Altstadt und traten in der Abendsonne die Heimfahrt an.

Weiteres zur Festveranstaltung sowie die Festrede lesen Sie in unseren folgenden Ausgaben.

Ein Fotoalbum von Michael Mundt zum Sachsentreffen 2015 kann unter diesem Link gesehen werden.

Kommentare zu diesem Artikel

Hermann Grimm, 22.09 2015, 06:13
Einmal mehr der Sachsentag ein Zeichen der Gemeinschaft und Bedeutung der Siebenbürger
Sachsen im Karpatenbogen.
Noich dazu begleitet von herrlichen Rahmenbedingungen.
Auch der Wechsel des Veranstaltungsorte diesmali in Mittelsiebenbürgen zeigt, dass nun
nicht nur Hermannstadt sächsisches Leben hat und zeigt.
Ich freue mich schon auf den 17. September 2016
wenn nun endlich Sächsisch Regen die Siebenbürger Sachsen aus aller Welt einlädt.
Herzlich willkommen!

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