Jubiläumsfeier und Deutsche Kulturtage

Identität bewahren und zum „allgemeinen Wohl“ arbeiten

Donnerstag, 14. Mai 2015

Bei der Eröffnung der Deutschen Kulturtage spielte das Musikensemble „Carmina Renascentia“.

Johann Forstenheizler, Vorsitzender des DFD Nordsiebenbürgen, übergab Ehrenmedaillen und Diplome an die DFD-Gründungsmitglieder

Die Kinder und die Jugendlichen aus Sathmar zeigten gemeinsam sathmarschwäbische Volkstänze auf der Freilichtbühne.

Der Keramikworkshop machte den Kindern Spaß.

Eröffnung der Ausstellung „25 Jahre DFDR-Die Deutsche Minderheit in Rumänien“ im Kreismuseum
Fotos: László Ilyés

Sathmar -Ausstellungen, einen Liederabend, Theatervorstellungen, ein Kinderfest, ein Kulturprogramm, ein Flash Mob sowie eine Buchvorstellung beinhaltete das Programm der diesjährigen Deutschen Kulturtage in Sathmar/Satu Mare. Die Veranstaltungsreihe fand vom 8. bis zum 11. Mai unter dem Motto „Kultur gibt Halt“ statt und gab Anlass auch zur 25.Jubiläumsfeier des Demokratischen Forums der Deutschen in Nordsiebenbürgen.

Eröffnet wurden die Deutschen Kulturtage am Freitagnachmittag im Wendelin Fuhrmann-Saal des Kulturtreffpunkts im Beisein von Vertretern der Deutschen Botschaft in Bukarest, des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, des Verbands der Branauer Deutschen Selbstverwaltung in Ungarn sowie der Kreis- und Lokalbehörden. Johann Forstenheizler, Vorsitzender des DFD Nordsiebenbürgen fasste in seiner Rede kurz die Geschichte der vergangenen 25 Jahre der deutschen Minderheit in Nordsiebenbürgen zusammen und erwähnte dabei auch die traurigsten Abschnitte im Leben der Sathmarer Schwaben: die Deportation im Jahre 1945 und die massive Auswanderung nach Deutschland in der Zeit der Diktatur und unmittelbar nach der Wende. 

Trotz aller Schwierigkeiten, mit denen die deutsche Minderheit in Nordsiebenbürgen konfrontiert wurde, konnte sie sich behaupten. Dies unterstrichen in ihren Wortmeldungen Klaus Christian Olasz, seitens der Deutschen Botschaft in Bukarest und DFDR-Parlamentarier Ovidiu Ganţ. „Die deutsche Minderheit in Nordsiebenbürgen konnte trotz der schmerzhaften Ereignisse, wie die vor 70 Jahren stattgefundene Deportation, ihr Kulturgut bewahren und weiter entwickeln, engagiert sich für das Land, in dem sie lebt und bereichert die Mehrheitsgesellschaft“, sagte der Vertreter der deutschen Botschaft.

Der Parlamentarier Ovidiu Ganţ hob in seiner Rede als das wichtigste  Ereignis der letzten 25 Jahre, die Gründung des Johann Ettinger-Lyzeums in Sathmar, hervor. Nach der offiziellen Eröffnung konnten die Anwesenden einen Dokumentarfilm von Christel Ungar Ţopescu, Chefredakteurin der deutschen Akzente Sendung, über die 300-jährige Geschichte der Sathmarer Schwaben sehen, angefangen mit ihrer Einschiffung in Ulm bis zu ihrer Ankunft im Sathmarer Land, wo sie vom Grafen Alexander von Károlyi empfangen wurden sowie über die Leistungen und Ergebnisse der letzten 25 Jahre des Deutschen Forums in Nordsiebenbürgen. Für die musikalische Untermalung der Eröffnung sorgten das Musikansemble Carmina Renascentia aus Großkarol/Carei und der Tenor Marius Boroş.

Anschließend an die  Eröffnung fand die Vernissage der Wanderausstellung „25 Jahre DFDR – Die Deutsche Minderheit in Rumänien“ im Kreismuseum statt. Am zweiten Tag der Veranstaltungsreihe eröffnete am Samstagvormittag das Kinderfest seine Pforten im Kulturtreff. Für Kindergarten- und Grundschulkinder bereiteten Mitglieder der Deutschen Jugendorganisation Sathmar „Gemeinsam“ verschiedene Workshops wie Keramik, Kochen, Malen, Clownerie, Blasmusik und Tanzen sowie einen Spielwettbewerb vor.

Am Samstagnachmittag versammelten sich viele Schaulustigen zum Flash Mob der Jugendorganisation Gemeinsam. Unter der Leitung von Erika Lucaci und Gabriela Rist tanzten über 60 Personen, die Mitglieder der Kinder- Jugend- und Erwachsenentanzgruppen aus Sathmar sowie die Jugendtanzgruppen aus Oberwischau/Vişeu de Sus und Großwardein/Oradea einen modernen Tanz. Das Programm im neuen Zentrum wurde auf der Freilichtbühne fortgesetzt, wo Josef Hölzli, Vorsitzender des Stadtforums Sathmar die Zuschauer begrüßte.

Die Kindertanzgruppe des Johann Ettinger Lyzeums und die „Gemeinsam“-Jugendtanzgruppe, die Kindergartenkinder des Hám János Kindergartens,  die kleinen Blasmusikanten aus Sathmar, die Kindertanzgruppe der Mihai Eminescu Schule aus Zillenmarkt/Zal²u und die Jugendtanzgruppen „Regenbogen“ aus Großwardein und „Edelweiß“ aus Oberwischau wechselten sich auf der Bühne ab. Unter der Leitung des berühmten Perkussionisten Csaba Cserey zeigten Schüler des Johann Ettinger Lyzeums  dem Publikum was sie im Rahmen eines Trommelworkshops, der während der Tage des Ettinger-Lyzeums stattfand, gelernt haben.

Am Samstagabend begrüßte Johann Leitner, Vorsitzender des Kreisforums Sathmar die Anwesenden im Trattoria Restaurant bei der Vorstellung der Broschüre „25 Jahre DFD in Nordsiebenbürgen“. „ Die Sathmarer Schwaben möchten ihre Identität und Kultur bewahren, aber auch zum Wohle ihrer Mitmenschen, mit denen sie zusammenleben, arbeiten, im Sinne des Spruchs vom Grafen Alexander von Károlyi, ihres Ansiedlers, dessen Motto war: ‘Zum allgemeinen Wohl’“, sagte der Vorsitzende des Kreisforums. Die Broschüre wurde von Johann  Forstenheizler, Vorsitzender des DFD Nordsiebenbürgen, vorgestellt. Im Laufe des  Abends wurden die Gründungsmitglieder der Foren in Nordsiebenbürgen mit einer Ehrenmedaille und einem Diplom geehrt.

Am Sonntagvormittag zelebrierte Michael Orbán, Pfarrer der deutschen Gemeinde, den Festgottesdienst in der Kalvarienkirche und danach wurden die Interessenten zur Ausstellung des Malers und Grafikers Stefan Tillinger in den Wendelin Fuhrmann Saal des Kulturtreffpunkts eingeladen. Bei der Eröffnung sang der Schwäbische Männerchor – Petrifeld-Großkarol-Sathmar und anschließend gab es Sonntagskaffee. Am Montag brachten die Schauspieler des Theaterlaboratoriums aus Bukarest mit „Max und Moritz“ die Grundschulkinder aus Sathmar und aus Großkarol zum Lachen und der Ausklang der Deutschen Kulturtage bildete das Theaterstück „Panik“ der deutschen Abteilung des Radu Stanca Theaters aus Hermannstadt im Gewerkschaftskulturhaus.

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