Judith Urban wurde Honterus-Medaille verliehen

„Sie nahm sich die Freiheit eine Diplomatin zu sein, die sich nicht hinter einem Amt versteckt“

Mittwoch, 29. November 2017

Übergeben wurde die Honterus-Medaille an Judith Urban von Martin Bottesch, dem Vorsitzenden des Siebenbürgenforums und Bischof Reinhart Guib.
Foto: Michael Mundt

Hermannstadt – Die Honterus-Medaille wurde am Samstag Judith Urban, der ehemaligen Konsulin der Bundesrepublik Deutschland, für ihre besonderen Verdienste um die Unterstützung der deutschen Minderheit, verliehen. Urban war von 2012 bis 2013 zunächst stellvertretende Generalkonsulin und von 2014 bis 2017 Konsulin der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt/Sibiu. Die Honterus-Medaille wird vom Demokratischen Forum der Deutschen in Siebenbürgen und der Evangelische Kirche A.B. in Rumänien verliehen.

Bereits von 2002 bis 2007 arbeitete Judith Urban an der Botschaft in Bukarest. „In Bukarest war Judith Urban auch für die deutsche Minderheit zuständig. Sie hätte die Akten bearbeiten und ein paar protokollarische Besuche machen können. Wie die meisten Diplomaten es tun. Nicht so Frau Urban. Sie führte unzählige Gespräche, nahm an Veranstaltungen teil, machte Besuche. Wie ein roter Faden zieht sich durch ihre Tätigkeit das Wahrnehmen und Verstehen der Menschen jenseits der Empfänge, der politischen Debatten“, so die Lobrednerin Ortrun Rhein.

Mit dem EU-Beitritt Rumäniens verließ Judith Urban das Land Richtung Jordanien. „2012 kam die erneute Anfrage, ob sie noch einmal nach Rumänien gehen würde, dieses Mal nach Hermannstadt. Die Entscheidung zum Ja wurde von der Familie wortwörtlich über Nacht gefällt. Dann war sie fünf Jahre da, präsent im Alltag Siebenbürgens: Sie hat die Anliegen von Kultur über zahlreich geförderte Projekte, und Wirtschaft als Vorsitzende des Deutschen Wirtschaftsclubs mit unterstützt. Sie hat die offiziellen und auch halb-privaten Informations- und Besuchsreisen einer Vielzahl an Delegationen vorbereitet und begleitet und deren Augenmerk auf die essentiellen Anliegen der deutschen Minderheit gelenkt.

Sie war in vielen Gesprächen eine bedachte, aber kritische Stimme. Was wir sehr schätzen lernten, war ihr sehr breites Spektrum an Hintergrundinformationen, die Gabe, Gespräche nicht zu beschlagnahmen, das Geschick, Fragen zu stellen und Position zu beziehen, wenn es um Menschen in Not ging, und in Situationen, die schnelles Handeln nötig machten. Dann war sie weniger Berufsdiplomat und vielmehr ein verlässlicher, herzlicher Partner. Sie nahm sich die Freiheit eine Diplomatin zu sein, die sich nicht hinter einem Amt versteckt, sondern Kraft dieses Amtes auf Menschen zugeht. Diese Haltung war Vertrauen aufbauend. Auf Menschen zugehen, gemeinsame Wegstrecken gehen, beharrlich eine Wende herbeiführen, beharrlich, aber leise. Das kennzeichnet den Weg von Judith Urban, das ist ihr Ziel.“

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