Jugendliche sind bereit Rumänien zu verlassen

Podiumsdiskussion „Bleiben oder Gehen?” in Hermannstadt

Sonntag, 11. März 2018

Hermannstadt - „Bleiben oder gehen?” ist eine Frage, die Menschen fast überall auf der Welt beschäftigt. Beantwortet haben Deutsche, Ungarn und Rumänen diese Frage seit 1990 mit den Füßen. Kein anderes europäisches Land hat in den vergangenen Jahren mehr Einwohner verloren als Rumänien. Allein 3,4 Millionen Staatsbürger haben das Land seit dem EU-Beitritt verlassen, teilte das Zentrum für Forschung und Dokumentation der Integration von Einwanderern Ende Februar mit.

Die Bertelsmann-Stiftung stellte Rumänien in seiner aktuellen Studie „Soziale Gerechtigkeit in der EU - Index Report 2017” ein katastrophales Ergebnis aus. In der untersuchten Kategorie „Index Soziale Gerechtigkeit” respektive „Chancenindex Kinder und Jugendliche” steht Rumänien auf dem 27. und 28. Platz. Besonders schlecht schneidet das Land in den Bereichen „Gerechter Zugang zu Bildung”, „Zugang zum Arbeitsmarkt” und „Generationengerechtigkeit” ab.

Trotz der Millionen rumänischer Staatsbürger im Ausland liegt die Jugendarbeitslosigkeit laut Statista bei 16,8 Prozent (EU-Durchschnitt: 16,1 Prozent). Dem gegenüber steht eine Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent in 2017. Die jährliche Studie der Bertelsmann-Stiftung hielt für 2015 fest, dass 40 Prozent der rumänischen Jugendlichen bereit sind, das Land zu verlassen. Stellt sich die Frage „Gehen oder Bleiben” für rumänische Jugendliche überhaupt noch oder ist die Aussage: „Meine Kindheit wurde von der Idee geprägt, dass ich mein Land verlassen muss”; eines Jugendlichen im Buch „99 Zukunft - Bleiben oder gehen” von Dr. Ellen Tichy zutreffender.

Zusammen mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden Ina Kaiser und Dr. Ellen Tichy diese Frage am Dienstag, den 13. März, im ersten Hermannstädter Gespräch im Jahr 2018, diskutieren. Dr. Ellen Tichy hat sich im vergangenen Jahr zusammen mit siebenbürgischen Schülern und Studenten intensiv dem Thema der Auswanderung gewidmet. Sie sagt, dass es gerade die Absolventen deutschsprachiger Lyzeen sind, die sich für die Emigration entscheiden.

In „99 Zukunft - Bleiben oder gehen” hat Ellen Tichy die Beiträge von mehr als 150 Schülern an rumänischen Schulen mit deutschsprachigem Unterricht in Siebenbürgen und Studenten aus deutschsprachigen Studiengängen der Lucian-Blaga-Universität gesammelt. Gegenüber stehen sich dabei die starken Argumente Patriotismus und Familie sowie die besseren Karrierechancen im Ausland.
Das Hermannstädter Gespräch „Bleiben oder Gehen?” findet am 13. März, um 19 Uhr im Spiegelsaal des Forums in der Sporergasse/Str. G. Magheru 1-3 statt.

Kommentare zu diesem Artikel

Klaus, 13.03 2018, 15:52
Ein interessanter aber trauriger bericht.-Wo ist die zukunft in Rumänien?? Auch wenn ich in einem anderen land geboren bin und hier meinen lebensabend verbringe nachdem ich einige jahre hier gearbeitet habe.
Einfach schlimm das den jungen menschen keine zukunft in ihrer heimat geboten wird.- Das liegt an der regierung aber auch an den besitzern der firmen die nicht bereit sind gewinne zumindest teilweise mit den arbeitern zu teilen.Das land "verkommen" zu einer verlängerten werkbank de westens.
Wer will da schon bleiben und kinder groß ziehen.
In den halb verlassenen dörfern alte menschen vor der tür sitzend und auf ein guten tag vorrübergehender warten.- Kinder ? in der fremde: Wie oft erlebe ich rumänen in meiner eigentlichen heimat die sich freuen ihre sprache zu hören, vor sehnsucht nach der heimat.- Ein so schönes land entleert von bürgern die keine zukunft sehen.- Dazu eine regierung die sich "sozial democraten" nennen aber ausser ihrem vorteil nichts anderes sehen.- Arbeitslosen quote 4.5 % ? Schämen die sich nicht? sicherlich über 20%















































Obwohl ich nicht in diesem land geboren bin sondern nach langer arbeitszeit in Rumänien meinen lebensabend verbringe so ist es doch traurig das die regierung es nicht schafft der jugend eine zukunft in ihrer heimat zu geben. Leider ist Rumänien zu einer verlängerten werkbank des westens verkommen. Ja wer möchte da schon bleiben wo gesetze der EU zum arbeitsrecht mit den füssen getreten werden.?? Alte menschen die in den dörfern vor der tür sitzen um wenigstens ein guten tag von den vorrübergehenden zu hören.
Was die arbeitslosen quote von 4.5% anbelangt so ist das eine farce.- Nach 12 monaten wird die statistic bereinigt und die politiker freuen sich über ihre leistung. Und der mensch? soll er sehen woher etwas zum leben kommt.-Ich wage keine zahl über die wahre arbietslosen größe zu schreiben. sicher jedoch über 15%. Das ganze dann unter der egidie der "sozial democraten" geführt von menschen mit zweifelhafter vergangenheit.

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