„Junge Leute brauchen Vorbilder“

Wettbewerb über den Christdemokraten Corneliu Coposu eröffnet

Freitag, 18. März 2016

Die Schriftstellerin Ana Blandiana präsidiert die Jury, die entscheidet, welche Essays die Preise bekommen.
Foto: Aida Ivan

Die Hanns-Seidel-Stiftung in Rumänien, die Stiftung „Corneliu Coposu“ und die Stiftung „Academia Civică“ haben diese Woche den Start des Wettbewerbs zum Thema „Die Christdemokratie in Rumänien und Europa“, angekündigt. Ciprian Petcu, Leiter des Büros der Hanns-Seidel-Stiftung in Rumänien, erklärte im Rahmen einer Pressekonferenz, an der sich auch Ana Blandiana und Rodica Coposu beteiligt haben, dass der Wettbewerb zur Veranstaltungsreihe gehört, die dem Politiker Corneliu Coposu gewidmet ist. Er erinnerte an verschiedene Publikationen, wie zum Beispiel die aus dem Jahre 1996 „ Corneliu Coposu und die Geschichte“ und an die Wanderausstellung „20 Jahre ohne Corneliu Coposu“.

„Bei den verschiedenen Aktivitäten der Hanns-Seidel-Stiftung konnten wir mit jungen Leuten diskutieren. Wir wollten wissen, welche Persönlichkeit aus der rumänischen Politik aus ihrer Perspektive am besten ein moralisches Verhalten vertritt. Die Antwort, die wir am häufigsten bekommen haben, war Corneliu Coposu. Deshalb haben wir uns auf diese Persönlichkeit bei der Organisation von Veranstaltungen konzentriert“, sagte Petcu. Er betonte die Wichtigkeit der demokratischen Bildung im aktuellen Kontext, wo die Unzufriedenheit mit der politischen Landschaft wächst und extremistische und populistische Bewegungen an Boden gewinnen: „Wir glauben, die demokratische und politische Bildung ist ein Schlüsselfaktor für die Stärkung der Demokratie in Rumänien“, sagte Petcu.

Zu Wort kam auch die Schriftstellerin Ana Blandiana, Leiterin der Stiftung „Academia Civică“. „Vielleicht scheint es, dass dieser Wettbewerb organisiert wurde, um die Erinnerung an Corneliu Coposu lebendig zu halten. Ich glaube, die wahren Nutznießer sind die jungen Leute, an die sich der Wettbewerb wendet. Das Leben von Corneliu Coposu soll die jungen Leute heutzutage erreichen – es ist eine Biografie, die als Vorbild gelten kann. Es gibt nichts, was den jungen Leuten heute mehr fehlt als Vorbilder“, hob die Schriftstellerin hervor. Sie setzte fort, dass politische Figuren häufig von Moral sprechen. Je mehr sie davon sprechen, desto oberflächlicher werde die Politik. Man müsse verstehen, dass es Moral früher in der Politik sehr wohl gegeben habe.

Die Auswahljury besteht aus Ana Blandiana, Schriftstellerin und Präsidentin der Jury, Doina Alexandru, Journalistin, Dan Pavel, Professor für Politikwissenschaften, Ioana Boca, Historikerin, Tudor Călin Zarojanu, Schriftsteller und Journalist. Der erste Preis wird mit 600 Euro, der zweite mit 250 Euro und der dritte mit 150 Euro dotiert. Zu den Partnern des Wettbewerbs zählen unter anderen das öffentliche Fernsehen und der Kultursender Radio România Cultural. Der am Montag im Bukarester Sitz der Hanns-Seidel-Stiftung eröffnete Wettbewerb richtet sich an Studenten aus dem rumänischen und europäischen Hochschulsystem, mit Schwerpunkt auf Studenten für Geschichte, Politikwissenschaften, Jura und Journalismus. Ein Essay kann bis 1. August 2016 an die Adresse fundatiacoposu@gmail.com eingereicht werden. Weitere Informationen unter der Internetseite www.corneliu-coposu.ro und Telefonnummer 021 3199 404.

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Corneliu Coposu (1914-1995)

wurde in Bobota (Kreis Sălaj) geboren. Der Christdemokrat begann seine Karriere als Privatsekretär von Iuliu Maniu, 17 Jahre lang war er während des Kommunismus politischer Häftling. Nach der Revolution 1989 hat er die Nationale Christdemokratische Bauernpartei (PNŢCD) gegründet und war der Chef der antikommunistischen Opposition. 1992 wurde er zum Senator gewählt, drei Jahre später erhielt er den höchsten Orden Frankreichs, den Orden Offizier der Ehrenlegion.


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