Kandidat: Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021

Was der Stadt in diesem Jahr wichtig ist: Summen für Kulturveranstaltungen festgelegt

Mittwoch, 09. März 2016

Herolde rufen zum Barock-Festival auf. In diesem Jahr steht es unter dem Zeichen der 300-Jahre-Feier seit der Befreiung Temeswars von der osmanischen Herrschaft.
Foto: Zoltán Pázmány

Auch in diesem Jahr werden die Temeswarer sich an den schon beliebten Festivals sowie an neuen Veranstaltungen erfreuen können. Der Stadtrat hat vor wenigen Tagen in einer Sitzung den Haushalt für die Kulturveranstaltungen verabschiedet.

Eine der größten Summen kommt dabei den Tätigkeiten zu, die für die Teilnahme an dem Wettbewerb „Kulturhauptstadt Europas 2021“ in der Zeitspanne März-November erfolgen sollen. Die Stadträte haben 800.000 Lei dafür zugesagt und setzen somit ein Zeichen, dass die Kandidatur eine Priorität darstellt. Der Gesamthaushalt für Kulturveranstaltungen beträgt 12 Millionen Lei.

Die größte Summe ist für eine Reihe von Veranstaltungen vorgesehen, die unter dem Titel „Temeswar – 300 Jahre Licht“ erfolgen werden. Temeswar feiert in diesem Jahr 300 Jahre seit der Befreiung der Stadt von der osmanischen Herrschaft durch den Prinzen Eugen von Savoyen. Dieser historische Moment soll breit gefeiert werden: Der Stadtrat hat eine Million Lei für die Veranstaltungen vorgesehen. Schon der Name des Projektes ist mit dem Konzept der Kandidatur verbunden: „Erhelle deine Stadt!“ ist das Konzept, das der Verein „Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021“ für die Kandidatur vorgelegt hat.

Bei dem Projekt „Temeswar – 300 Jahre Licht“ handelt es sich um eine Veranstaltungsreihe, die über das ganze Jahr 2016 erfolgen soll. Wie der Historiker Ioan Haţegan, der in der Banater Geschichte spezialisiert ist, für die ADZ erklärte, gehören dazu „unter anderem ein Symposium im Oktober, ein Abend mit Militärmusik bei den Philharmonikern. Ab April kann die Kollektion des Diözesanmuseums im Dom angeschaut werden. Am 16. Oktober werden ein Gottesdienst mit Domchor und Orchester sowie ein Fackelzug stattfinden. Das Banater Museum eröffnet wahrscheinlich im Sommer eine Ausstellung im Kunstmuseum, die den 300 Jahren gewidmet ist. Das Barockfestival schlägt auch Besonderes vor. Insgesamt bereitet sich Temeswar auf eine schöne Weise vor. Es ist gut, dass es zu einem Konsens unter den Kulturschaffenden gekommen ist, nachdem viele Diskussionen stattgefunden haben. Es gibt auch seitens einer nichtstaatlichen Organisation der Versuch, mit finanzieller Unterstützung aus Wien, ein Reiterdenkmal des Prinzen Eugen von Savoyen zu errichten und im nächsten Jahr auch ein ihm gewidmetes Museum zu eröffnen, aber darüber will ich nichts Näheres aussagen“.

Die 300 Jahre seit der Befreiung Temeswars sind den Temeswaren besonders wichtig. Wie der Historiker Ioan Haţegan erklärte: „Wir haben uns nicht nur vom osmanischen Reich getrennt, Eugen von Savoyen verdient alle Achtung seitens der Banater. Vor seinem Einzug in die Stadt am 18. Oktober hat er an den Kaiser geschrieben und war danach selber in Wien, um den Herrscher davon zu überzeugen, dass das Banat es verdient, direkt vom Kaiser verwaltet zu werden. So ist das Banat nicht irgendeine Region geworden, sondern das Banat, das wir kennen. Die Habsburgische Verwaltung hat hier eine schnelle Verwestlichung bewirkt“.

Ein Festival, das über eine der größten Summen verfügen wird, ist „Revolution“, das erst zum zweiten Mal in Temeswar organisiert wird. Die Organisatoren vom „Exit Festival Novi Sad“ werden dafür über 900.000 Lei aus dem Stadthaushalt verfügen. Wichtig ist diese Initiative auch, weil die Vereine aus Temeswar und Novi Sad, die die Dokumentationen für die Kulturhauptstädte vorbereiten, eine Partnerschaft unterzeichnet haben.

Die Temeswarer werden sich in diesem Jahr wieder an dem „Jazz TM“-Festival erfreuen können: 650.000 Lei sind dafür vorgesehen. Fast ebenso viel wird für „FEST-FDR“ ausgegeben, das von dem Nationaltheater Temeswar im Mai veranstaltet wird und landesweit eines der bedeutendsten Theaterfestivals darstellt.

Auch das Festival der Künste wird in diesem Jahr wieder organisiert, 455.000 Lei stellt die Stadt dafür zur Verfügung. Mit 400.000 Lei wird das zweite „Rock Festival“ finanziert, das im Mai stattfinden wird. Dieselbe Summe geht auch an die Veranstaltung des IV. Bega-Bulevard-Festivals.

Aus diesem Budget werden auch der Oster- sowie der Weihnachtsmarkt, die Veranstaltungen anlässlich von Feiertagen wie der Europatag (9. Mai), der internationale Kindertag (1. Juni) der Tag Temeswars (3. August) oder der rumänische Nationalfeiertag (1. Dezember), aber auch kleinere Veranstaltungen finanziert, die zum ersten Mal stattfinden sollen, wie zum Beispiel „Das multikulturelle Mehala-Viertel“. Das gesamte Programm der Festivals kann von der Webseite der Stadtverwaltung www.primariatm.ro heruntergeladen werden.

 

 

Kommentare zu diesem Artikel

Ottmar, 09.03 2016, 12:32
Eine Stadt die drakonische Strafen für langsam radelnde Bürger erhebt hat als Kulturhauptstadt in Europa nichts verloren

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