Kann Volksbefragung über Hunde etwas erledigen?

Botschaft des Patriarchen zum Tod des vierjährigen Jungen

Samstag, 07. September 2013

Bukarest (Mediafax/ADZ) - Der Patriarch der Rumänischen Orthodoxen Kirche, Daniel, hat zum Tod des vierjährigen Jungen, der am 2. September von einer Hundemeute zerfleischt wurde, an die Eltern eine tröstende Botschaft geschickt. Der Junge wurde Donnerstag auf dem Friedhof Sfânta Vineri begraben, wobei sich eine große Anzahl von Bukarestern der trauernden Familie angeschlossen hat.

Eine Online-Gemeinschaft der Eltern hat beschlossen, Freitag, um 19 Uhr, auf der Pia]a Roman² eine Gedenkkundgebung für den toten Ionuţ Anghel zu veranstalten. Die Behörden sollen dabei aufgefordert werden, Sofortmaßnahmen zu ergreifen, damit die Sicherheit der Bürger gewährleistet wird.

Oberbürgermeister Sorin Oprescu, der für Freitag den Munizipalrat einberufen hatte, teilte mit, dass bei dem von ihm vorgeschlagenen Referendum den Bukarestern folgende Frage gestellt wird: „Sind Sie damit einverstanden, dass die herrenlosen Hunde, die auf der öffentlichen Domäne eingefangen und nicht zum vorgesehenen Termin adoptiert wurden, eingeschläfert werden? Ja oder Nein“.

Diese Volksbefragung könnte Ende September, Anfang Oktober stattfinden. Senatsvorsitzender Crin Antonescu ist der Meinung, dass durch eine solche Volksbefragung nichts erledigt werden kann. Hingegen müsse das Parlament das Hundegesetz rasch verabschieden. Premier Victor Ponta hofft, dass dies kommende Woche geschieht.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 09.09 2013, 22:01
Die hunderttausende verwilderten Hunde sind ein gravierendes Problem im Land. Ist eigentlich den Tierfreunden schon einmal aufgefallen, dass man in Rumänien fast keine Feldhasen, Rehe, Fasane, Eichhörnchen oder Wildschweine sieht (abgesehen vom Gebirge und Reservaten). In Süddeutschland oder Bayern gibt es viel mehr Wild, warum? Weil hier die wilden Hunde alle Häschen und Rehlein totbeissen. Nur das sieht keiner von den Tierfreunden, weil das passiert abseits im Wald und auf den Wiesen.
Claus, 09.09 2013, 16:54
Mir sind in Deutschland noch nie streunende Hunde aufgefallen. Mit Hunden habe ich sonst keine Probleme aber in RO hätte ich mir einmal doch gewünscht, etwas stabiles in der Hand zu haben. Der Köter war extrem aggressiv.
Wenn die streunenden Hunde ohne Kompromisse eingefangen und in den Hundehimmel überführt werden ist Ruhe. Es gibt weniger Dreck und weniger Verletzte. Aber bestimmt wird es Menschen geben die jetzt sagen: "Die armen Tiere"
Eine Volksbefragung halte ich auf keinen Fall für Sinnvoll. Es sei denn man fragt: "Möchten die Stadtbewohner eine saubere und sichere Stadt?"
Gast27, 09.09 2013, 12:02
Da muss ich dem Norbert Recht geben. Das Problem in Rumänien sind nicht die Hunde sondern die Menschen. Hunde werden angeschafft und wenn man dahinter kommt, dass ein Hund auch Aufmerksamkeit und Fürsorge benötigt, werden die Tiere einfach verstoßen. Wenn man dann vom Urlaub zurückkommt, kann man sich ja jederzeit wieder einen neuen besorgen.

Ich hatte nie Probleme mit den Straßenhunden. Bin jeden Tag 9 km gelaufen und wurde dabei oft von Straßenhunden begleitet. Na ja, ich bin ziemlich groß und dennoch etwas zu klein für mein gewicht, daher haben die Hunde auch immer einen entsprechenden „Respektabstand“ gehalten. Bei einem 4-jährigen Kind sieht das natürlich ganz anders aus. Ich frage mich bloß, warum es in Rumänien keine Aufsichtspflicht für Kleinkinder gibt und man im Anschluss alle Hunde töten muss. Natürlich ist das jetzt von mir auf einen tragischen Einzelfall bezogen, welchen ich zu tiefst bedauere (das steht außer Zweifel)!!!! Dennoch betrachte ich die momentane Diskussion als reinen Aktionismus (Management by crises). Diese Situation ist „hausgemacht“ und existiert nicht erst seit gestern. Es wird nicht möglich sein, alle „Streuner“ zu töten und spätestens in 2 Jahren wird alles wieder beim Alten sein.

Solange sich die Einstellung der Rumänen zu diesem Thema nicht ändert, wird sich auch an dieser Situation nichts zum Besseren wenden. Zum Beispiel bin ich Hundebesitzern auf der Straße begegnet, welche Ihre Hunde ohne bedenken mit den läufigen Hundedamen „herummachen“ ließen. Als ich diese darauf angesprochen habe, dass dies doch langfristig die Situation der Straßenhunde verschlimmern würde, meinten diese lediglich, dass auch ihre Hunde etwas Freude haben sollten. Nicht besonders weitsichtig wie ich meine und sicherlich kann man für dieses Verhalten die Tiere nicht zur Verantwortung ziehen… Wie so oft in Rumänien, ein aussichtsloses Unterfangen, welches ein grundsätzliches Umdenken der Bevölkerung erfordern würde und wir alle wissen, dass dies nicht der Fall sein wird…
Norbert, 08.09 2013, 22:05
Die Australier haben eine hasenplage.Diese haben die Engländer im 17 Jahrhundert eingeführt.Bis heute kriegen sie das nicht in den Griff.Die Hasen werden immer mehr. Deswegen werden die freilaufenden Hunde zu Rumänien gehören. Zweitens ist die verantwortung für einen Hund auch nicht die ,wie man sie in mitteleuropa kennt.Der Rumäne besorgt sich einen Hund.Und wenn er keine Lust hat ,oder meistens ihn nicht versorgt.Essen.Geschweige denn impfen.Dann tritt er dem Hund den Hintern und verscheucht ihn.Und das hat sich seit meinenersten Besuch bis heute kaum verändert.Eine Befragung hat nur ein ergebnis.Das der Rumäne zum Hund ein schlechtes verhältnis hat.Deswegen laufen die Hunde auch freiwillig weg.
Hanns, 07.09 2013, 14:38
Volksbefragung - was soll das???? Der Staat ist für die Sicherheit seiner Bürger verantwortlich! Wie immer wollen sich die gut bezahlten Politiker vor ihrer Verantwortung drücken.

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