Karansebesch wartet erst mal ab

Mitgliedschaft zum neugegründeten „Forstamtsbezirk Banat“ auf Eis gelegt

Samstag, 29. Dezember 2018

Karansebesch – Auf der Dezembertagung des Stadtrats Karansebesch zog Bürgermeister Felix Borcean (PNL) zu Beginn seine eigene Beschlussvorlage bezüglich des Antrags der Stadt zur Mitgliedschaft im neugegründeten Forstamtsbezirk „Montanbanat“ zurück. Die Absicht, die 353 Hektar Stadtwald von Karansebesch gemeinsam mit den kommunalen Forsten der Gemeinden Kraschowa/Caraşova, Forotic, Goruia, Lăpuşnicul Mare, Slatina-Timiş, Ticvaniul Mare und des Munizipiums Reschitza in einem privaten Forstamtsbezirk (der als autonomer Regiebetrieb funktioniert) verwalten zu lassen, wurde vorerst auf Eis gelegt.

Die Geste des Bürgermeisters Borcean wurde als eine Art Erpressung der staatlichen Forstverwaltung „Romsilva“ verstanden. Mit dieser hat Karansebesch einen befristeten Forstverwaltungsvertrag, der über den staatlichen Forstamtsbezirk P²ltini{ läuft und am 31. Dezember ausklingt, also entweder verlängert oder gekündigt werden muss. Allem Anschein nach möchte die Stadt mit „Romsilva“ feilschen und die Verwaltungskosten des Forstes unter das Niveau des Kommunalverbands drücken, die gegenwärtig bei 15 Euro/Hektar, also insge-samt 24.675 Euro pro Jahr liegen. Oder für sich selber im Rahmen des Kommunalverbands zur Forstverwaltung einen günstigeren Preis herausschlagen - falls es zu Zusammenlegungsverhandlungen kommt. Klartext hat Bürgermeister Borcean nicht geredet.

Wie bereits gemeldet, haben die obengenannten Ortschaften einen eigenen privaten Forstamtsbezirk gegründet, weil sie zutiefst unzufrieden waren mit den Verwaltungspraktiken der staatlichen Forstverwaltung „Romsilva“, der u.a. (und neben den als überhöht empfundenen Verwaltungskosten) vorrangiger Holzeinschlag in den gepachteten Forsten vorgeworfen wird. In Eigenregie kostet jetzt das Brennholz für die Bevölkerung dieser Ortschaften um bis zu 25 Prozent weniger (selbst als der gängige Marktpreis). Ausserdem – und daher die Vermutung einer erpresserischen Absicht vor einer Neuverhandlung des Pachtvertrags mit „Romsilva“ - hat Karansebesch allein im laufenden Jahr für seine 353 Hektar Forste an die staatliche Forstverwaltung 14.423 Euro überwiesen, was für rumänische Verhältnisse unter allen Umständen als sehr teuer zu betrachten ist.

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