„Kath“ im Brukenthal-Museum

Erste Ausstellung von Katharina Zipser-Hienz in ihrer Heimatstadt

Mittwoch, 19. September 2012

Kurator Alexandru Sonoc (re.) würdigte das Werk von Zipser-Hienz. Foto: Holger Wermke

Hermannstadt - Lange musste Katharina Zipser-Hienz warten auf die erste Ausstellung in ihrer Heimatstadt. Im Alter von mittlerweile 81 Jahren ließ sie es sich dann nicht nehmen, persönlich an der Eröffnung der Schau „Kath. Retrospektive“ teilzunehmen. Eröffnet wurde die Ausstellung am vergangenen Freitag im Brukenthal-Museums. Bis zum 7. Oktober zeigt sie einen Querschnitt des künstlerischen Schaffens von Zipser-Hienz.

Der Besucher findet den etwas versteckt gelegenen Saal für Sonderstellungen im zweiten Innenhof des Brukenthal-Palais. In die niedrigen Räume zwängten sich zur Vernissage von Zipser-Hienz etwa 50 Personen; und die Künstlerin genoss die Aufmerksamkeit sichtlich. Sie selbst enthielt sich, etwas über ihr Werk zu erzählen, diese Aufgabe übernahm Alexandru Sonoc, der Leiter der Kunstgalerien des Museums.

Die ausgestellten Werke repräsentierten eine Schaffensperiode von über fünf Jahrzehnten, betonte Sonoc. Dabei zeigten die Zeichnungen und Malereien einen Querschnitt des vielseitigen künstlerischen Schaffens – für das sie 2008 den Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturpreis erhielt – der 1931 in Hermannstadt/Sibiu geborenen und heute in München lebenden Künstlerin. Zu sehen bekommt der Besucher gezeichnete Illustrationen, Portraits und Aktskizzen, in Öl, mit heißem Wachs, Tempera und Acryl gemalte Gemälde sowie Hinterglasmalereien und Holzmalereien und Fotos von Fresken.

„Es sind sehr interessante Arbeiten, die zeigen, wie sie sich an ganz unterschiedliche Themen herangewagt hat,“, sagte Sonoc. Zu ihrem umfangreichen Repertoire gehören klassische und moderne, religiöse und traditionelle Themen. Ihre Arbeit ist laut Sonoc stark durch die byzantische Kunst beeinflusst worden. Vor ihrer Auswanderung nach Deutschland schloss sie eine Ausbildung zur orthodoxen Kirchen- und Ikonenmalerin der Bukarester Patriarchie ab. Anschließend gestaltete sie zwei kleine Kirchen im Bărăgan. Zu dieser Zeit wird das Fresko zur ihrer bevorzugten Technik, die sie jedoch bald darauf in Deutschland für fast 30 Jahre nicht mehr ausüben wird.

Zipser-Hienz dankte besonders Beatrice Ungar, der Chefredakteurin der Hermannstädter Zeitung. Diese brachte die Ausstellung, die im vergangenen Jahr erstmals in Schäßburg/Sighişoara zu sehen war, nach Hermannstadt. Ein Bild, das die Schäßburger Ausstellung ergänzt, ist der „Herabsteigende Christus“, eine Spende Zipser-Hienz´s an das Kultur- und Begegnungszentrum „Friedrich Teutsch“. Die Künstlerin kündigte an, dass sie auch dem Brukenthal-Museum ein Werk schenken wolle. Welches das sein wird, können die Besucher mitentscheiden – im ausgelegten Gästebuch können sie entsprechende Vorschläge einschreiben.

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