Kauft die Stadt die Stadtruine?

Montag, 04. Dezember 2017

Reschitza – Zum tristen Bild des Reschitzaer Stadtzentrums trägt maßgeblich die Ruine des seit 2001 privatisierten und bald darauf geschlossenen und dem Ruin preisgegebenen „Semenic“-Hotels bei, das dem umstrittenen Geschäftsmann Gruia Stoica gehört. Laut Bürgermeister Ioan Popa könnte diesem ab 1968 errichteten, einst emblematischen Bau im Zentrum von Reschitza mit dem Jahr 2018 ein günstigeres Schicksal winken: es könnte von der Stadt gekauft, saniert und neuerlich in einen touristischen Kreislauf gebracht werden. So äußerte sich Popa: „Die Ergebnisse unserer Umfragen zeigten, dass die Reschitzaer einverstanden sind, dass wir das Hotel Semenic käuflich übernehmen. Mein Wunsch ist es, das Projekt bereits in den Haushaltsplan 2018 aufzunehmen. Wir werden es, die Zustimmung des Stadtrats vorausgesetzt, sanieren. Wir machen daraus wieder ein Hotel. Das Rathaus Reschitza verfügt zur Stunde über drei Handelsgesellschaften: TUR, das Nahverkehrsunternehmen, die Bauernmarktverwaltung SC Pieţe SA und Termoserv, das die noch nicht abgekoppelten Fernheizungsnutzer bedient. Eine dieser Handelsgesellschaften kann vom Rathaus finanziert werden, um sich der Sache Semenic-Hotel anzunehmen, bis es wieder in einen touristischen Kreislauf kommt.“

Die Stadt ist an einer Wiederaufnahme des Hotelbetriebs in einem renovierten Semenic-Hotel schon deshalb interessiert, weil dadurch der verfallende Neubau im Stadtzentrum wieder ein „Gesicht“ bekäme. Andrerseits, so Popa: „Wir haben in Reschitza viel zu wenig Unterbringungsmöglichkeiten.“

Das Semenic-Hotel gehört zu jener Reihe von bis 2000 im Staatsbesitz befindlicher Objekte (dazu gehörten im Banater Bergland der gesamte historische und unter Denkmalschutz stehende Teil des Kurorts Herkulesbad, aber auch die Hotels Gozna und Nedeia auf dem Semenik-Plateau, das Semenic-Hotel am Reschitzaer Hauptplatz, und vieles andere), die während der PSD-Regierung Adrian Năstases (2000-2004) vom Tourismusminister Dan Matei Agathon auf nicht immer ganz transparente Weise privatisiert wurden – im Fall der SC Turist Semenic SA am 21. August 2001, im Fall des historischen Teils des Kurorts Herkulesbad ab der zweiten Jahreshälfte 2003. Alle diese Immobilien sind seither dem Verfall preisgegeben worden, das gilt vor allem für Herkulesbad und ist Gegenstand der heutigen Untersuchungen der Antikorruptionsstaatsanwaltschaft DNA und der Polizeidirektion für Banden- und Terroristenbekämpfung DIICOT (ADZ berichtete wiederholt).

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*