Keine brüsken Veränderungen im Schulsystem 2013

Bildungsminister will Analysen abwarten

Freitag, 28. Dezember 2012

Symbolgrafik: sxc.hu

Bukarest (ADZ/Mediafax) - Er sei kein Mann der Veränderungen nur um ihrer selbst willen, verlautet der neue Bildungsminister Remus Pricopie. Zunächst bleibt also alles beim Alten: die Jahresabschlussprüfungen 2013 mit Testverfahren wie angekündigt, ebenso das Bakkalaureat, über die Vorschulklasse werde man nach einer ausführlichen Bewertung im Januar entscheiden, über die neunte Klasse nach Beratungen.

Zwar müsse sich das Bildungssystem ständig an die Anforderungen der Gesellschaft anpassen – Schulbücher, von denen einige über 14 Jahre alt sind, müssten neu aufgelegt werden. Doch die Konzeption neuer Lehrmaterialien dauert ein bis eineinhalb Jahre, für einen Vierjahreszyklus müsse man gar mit vier Jahren rechnen.

Anpassungen sollten graduell und im internationalen Dialog  durchgeführt werden. „Wir sind schließlich nicht die einzigen, die Probleme haben mit den Schulbüchern, mit den Geschehnissen in der Klasse und mit einem überladenen Lehrplan“, betont der Minister. Leistung und Qualität dürften nicht nur auf nationaler Ebene, sondern im internationalen Vergleich gemessen werden. Auch auf dem Niveau der Schulinspektoren und Direktoren seien keine politisch motivierten Veränderungen geplant.

Kommentare zu diesem Artikel

Ottmar, 28.12 2012, 13:15
Typisches Beispiel dieser Unsinnigen Bildungspolitik ist das ergebnis der Bankangestellten im Schalterraum einer Rumaenischen Bank. In Deutschland reicht fuer diese Taetigkeit eine Schulausbildung mit Mittlerer Reife und dann eine 2,5 jaehrige Lehre als Bankkaufmann. In Rumaenien muss das man dafuer eine Hochschulausbildung haben. Vom Bankgeschaft mit Aktien Derivaten, Zinseszinsberechnungen, Tesaurieren... kennen diese Leute aber rein gar nichts.
Alexander, 28.12 2012, 10:02
Fast 60% derJugendlichen stehen ohne Schulabschluss und ohne Perspektiven da, denn das rumänische Bildungssystem ist einzig und allein auf das Abitur ausgerichtet.
Gerade im internationalen Vergleich wird doch deutlich, dass es für Schüler, deren Begabungen nicht im reinen Bacalaureatsstoffpauken liegen, keinerlei Alternativen gibt. In Ländern wie der Schweiz oder Deutschland lernen die 60% nicht-Abiturienten ihren Beruf eben zumeist im Dualen Ausbildungssystem.

Es ist zu befürchten, dass die rumänische Politik den scheinbar einfachsten Weg einschlagen und zu den alten Prüfungsmethoden wird. Dann bekommt auch der Schüler eine gute Abitursnote in z.B. dem Fach Deutsch, der sich noch nicht einmal in Deutsch unterhalten kann. So entwertet man natürlich auch das Abitur der echten Abiturienten.
Und gute Automechaniker erhält man dadurch sowieso nicht.

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