Keine Gummistiefel mehr in Siebenbürgen?

Dienstag, 03. September 2013

Der Gummistiefel mit abgehackter Spitze in Schönberg, der es zu einiger Berühmtheit brachte.
Foto: Erwin Köber

Fallrohr am Stephan-Ludwig-Roth-Lyzeum in Mediasch, das einen Gummistiefel à la Schönberg gut gebrauchen könnte.
Foto: der Verfasser

Man erinnert sich vielleicht: Vor einiger Zeit stand in dieser Zeitung (ADZ, 3. Februar 2011, S. 3) etwas über einen Gummistiefel. Den Gummistiefel in Schönberg, der, über ein Regenrohr gestülpt, die Durchnässung eines Haussockels verhinderte. Eine mildtätige Seele hatte ihn drüber gezogen. Aber eine bösartige ihn wieder stibitzt.
Nun sahen wir erneut Bedarf an Gummistiefeln oder auch, wenn man so will, an mildtätigen Seelen. Und zwar in Mediasch, am Stefan-Ludwig-Roth-Lyzeum.

Sofort stellten wir folgende Überlegungen an: Sollte der Transport des stibitzten Gummistiefels von Schönberg nach Mediasch so lange andauern? Ist er auf der „Magereier Hill“ steckengeblieben? Oder auf der derzeitigen Umleitung in Agnetheln? Oder hat er die schlecht beschilderte Kreuzung im Harbachtal dazu benutzt, Richtung Hermannstadt abzuhauen, und hat sich mit dem Flugzeug abgesetzt? Und steht nun als teures Exponat und als Kunstwerk Joseph Beuys’scher Art in einem Museum in Deutschland? Oder gibt es einen geheimen Handel mit einem an Gummistiefeln noch ärmeren Land, und sie werden alle exportiert? Oder hat sich in Rumänien die anderen-orts als Bauerngolf bekannte Sportart des Gummistiefelweitwurfs nun rasant auch hier verbreitet?

Wir wissen es nicht. Was wir wissen und sehen und feststellen ist, dass es immer noch einen Bedarf an Gummistiefeln gibt, in Schönberg oder auch in Mediasch und sicherlich auch anders-wo. Und dass es hilft, nicht nur genauer hinzuschauen, sondern beherzt Initiative zu ergreifen und mit geringem Aufwand solche kleine Reparaturen, die große Wirkung haben können, zu veranlassen. Denn auch fremden Beobachtern fallen doch die Herren mit den breitkrempigen Hüten, den weiten Hosen, den spitzen Schuhen und den hochgezwirbelten Schnurrbärten, mit einem Stück Dachrinne unter dem Arm, auf, die zum Beispiel durch Hermannstadt schlendern und ihre Klempnerdienste anbieten. Lasst sie doch ein Stück Blechrohr an die Fallrohre anbringen. Und übt euch dann im Gummistiefelweitwurf. Vielleicht wird es mal olympische Disziplin und bringt dem notleidenden rumänischen Sport, was gut wäre, wieder Ruhm und Ehre.

Kommentare zu diesem Artikel

ernst, 03.09 2013, 11:50
Lieber Herr Connert,
treffender hätten es Sie nicht beschreibenkönnen- besonders im Hinblick auf Hermannstadt

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