Keine Personalunion an Forumsspitze

Erneut Hermannstädter auf Wunschliste

Mittwoch, 27. Februar 2013

Klaus Johannis erhielt im Herbst 2008 die Ehrennadel in Gold seitens des Demokratischen Forums der Deutschen im Banat. Damals sein Statement dazu: „Ich werte dies auch als einen Beweis einer sehr guten und engen Zusammenarbeit zwischen den Regionen.“ Archivfoto: Zoltán Pázmány

Der langjährige Vorsitzende des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR), Klaus Johannis, ist vergangene Woche der Nationalliberalen Partei PNL beigetreten. Auf dem Parteikongress vom letzten Wochenende wurde er zum Ersten Stellvertretenden Vizepräsidenten des im Amt bestätigten Parteichefs Crin Antonescu gewählt. Johannis wird den Vorsitz des DFDR abtreten, aber weiterhin Bürgermeister von Hermannstadt/Sibiu und Forumsmitglied bleiben. Spekuliert wurde deshalb auch, dass bei der Wahl des kommenden Vorsitzenden die Karten neu gemischt werden und ein Vertreter des Banats zum Vorsitzenden des DFDR gewählt werden könnte, wenn das Deutsche Forum Anfang März tagen wird. So ging das Gerücht, dass der Abgeordnete des DFDR, Ovidiu Ganţ, für dieses Amt kandidieren könnte.

„Die Personalunion Landesvorsitzender und Abgeordneter wäre kontraproduktiv,“ wies Ovidiu Ganţ der Banater Zeitung gegenüber eine solche Alternative klar von der Hand. „Wir brauchen einen Landesvorsitzenden beim Sitz in Hermannstadt, der eine langjährige Erfahrung in Forumsangelegenheiten mitbringt, aber auch Respekt in und außerhalb der Minderheit genießt“, grenzte Ganţ den Kreis der Kandidaten weiter ein.  

Zum Abschied von Johannis als Vorsitzender des DFDR sagte Gant, dass der mit Abstand „beste Vorsitzende in der Geschichte des DFDR verloren gegangen ist. (...) Er war so lange im Amt, wie seine Vorgänger zusammen, aber vor allem seine Leistung ist ohne Vergleich.“ Alle im Forum sollten Johannis dankbar dafür sein, was er als Landesvorsitzender geleistet hat, sagte Ganţ, „und auch für die Art und Weise, wie er es verstanden hat, überregional ausgewogen zu agieren, was übrigens zum ersten Mal in der Geschichte des DFDR der Fall war.“ Sein Fehlen könne durch das ausgeglichen werden, was er in Zukunft für die deutsche Minderheit, für Hermannstadt und für Rumänien machen wird. Man müsse eben die Zeichen der Zeit erkennen, so wie dies 2002 der Fall war, „als Professor Karl Singer und ich erkannt haben, dass es die perfekte politische Konstruktion ist: Johannis als Oberbürgermeister von Hermannstadt und Landesvorsitzender des DFDR.

Deshalb damals auch der Vorschlag des Banats, Klaus Johannis zum Vorsitzenden zu wählen.“ Das Leben habe in den elf Jahren danach diese Vision bestätigt, sagte Ganţ. Im selben Kontext setzte er fort: „Jetzt erneut die Zeichen der Zeit erkennen, heißt zu verstehen, was auf uns zukommt: Verfassungsänderung, Regionalisierung, Novellierung des Wahlrechts. Wie könnten wir effektiver darauf Einfluss nehmen, als deutsche Gemeinschaft, als durch den zweiten Mann der Regierungspartei PNL?“ Und gerade dazu werde Johannis seine Erfahrung zu Gunsten der deutschen Minderheit einbringen, ist der Abgeordnete überzeugt. Dies findet der Parlamentarier besonders wichtig, da „der Einfluss der Minderheitenfraktion bei einer 70prozentigen Mehrheit nur gering ist“. 

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