Keine unterirdischen Parkplätze

Trotzdem sucht Reschitza einen Privatpartner zum Parkplatzbau

Mittwoch, 04. Juli 2018

Reschitza – „Bevor ich Bürgermeister wurde, hatte ich jahrelang einen Wunschtraum im Kopf: unter der zwei Hektar großen Fläche des Reschitzaer Hauptplatzes einen unterirdischen Parkplatz zu bauern”, erzählte Ioan Popa jüngst in einem informellen Gespräch mehreren Unternehmern. „Jetzt wurden mir Berechnungen vorgelegt, die ergeben ,,dass das sehr teuer zu stehen kommt. Zu teuer für diese Stadt. Das ist keine aktuelle Angelegenheit mehr. Und ein Vortasten hat ergeben: die EU zahlt für so was nichts. Punktum.”


Doch die Frage der fehlenden Parkplätze bleibe ein nationales Problem, sagte der Reschitzaer Bürgermeister, und er schaue sich eifrig nach Lösungen in Städten um, wo ihm die Rathäuser vernünftige Lösungen umzusetzen scheinen, vor allem in Großwardein/Oradea. „Ich war jüngst auf einer Konferenz zum Thema in Klausenburg. Dort hat Bürgermeister Emil Boc etwas gesagt, was ich für symptomatisch für Rumänien halte: Wir Rumänen haben ein Problem – das Geschenk, das wir unseren Sprösslingen bei Erfüllung ihres 18. Lebensjahrs machen. Es muss unter allen Umständen ein Auto sein! Das verpacken wir dann mit einer Schleife und machen den Sprössling glücklich! Das gibt es nirgends in anderen Ländern: nicht in Deutschland, nicht in Frankreich, nicht in Italien. Bei der Zahl der second-hand-Fahrzeuge, die jährlich ins Land gebracht werden, wird es uns nie gelingen, ausreichend Parkplätze zur Verfügung zu stellen.”


Klausenburg habe unter- und oberirdische Parkplätze gebaut, Temeswar habe Ideen und Projekte dazu – doch alle diese Projekte seien sehr teuer. „Das Einzige, was ich, bei unserem Stadthaushalt, in der kommenden Zeitspanne machen kann, ist, alle Garagen abzureißen, die auf der öffentlichen Domäne – legal oder illegal - gebaut wurden, und dort Parkplätze einzurichten”. (ADZ berichtete über diese Absicht des Rathauses Reschitza). Das bringe ihm nicht viel Sympathie ein, aber das Beispiel Großwardein sei relevant: „Bürgermeister Bolojan hat dort 350 Garagen abreißen lassen, die am Kreisch-Ufer standen und an deren Stelle 550 Parkplätze eingerichtet – fast doppelt so viele... Dafür sollten die Garagenbesitzer mehr Verständnis und Altruismus aufbringen, zumal 95 Prozent dieser improvisierten Bauten in Reschitza auf öffentlicher Domäne, also nicht auf privatem sondern auf städtischem Grund und Boden stehen. Ihr Eingesäuertes, ihre Fahrräder und ihre alten Kühlschränke können sie auch anderswo verwahren als in den Garagen. Wenn sich die Interessen der Gemeinschaft ändern, muss man auch ein minimales Verständnis dafür aufbringen und mit diesen im Einklang handeln, bereit sein, ihnen Vorschub zu leisten.”


Gefragt (vom Präsidenten der Handelskammer, Petru Buzzi), ob er denn nicht offen dafür sei, die Stadt in einer öffentlich-privaten Parnerschaft (PPP) mit einem Parkhaus oder – trotz hoher Kosten – mit unterirdischen Parkplätzen zu versehen, sagte Ioan Popa: „Natürlich, mit Sicherheit bin ich dazu bereit, meinen Stadtrat davon zu überzeugen, die Stadt in einer PPP zu engagieren. Bringen Sie mir einen Interessenten, und wir werden schnell handelsei-nig! Die Stadt stellt das Grundstück, der Partner kommt mit dem Geld. Aber eins darf dabei nicht vergessen werden: laut Gesetz muss der öffentliche Partner in der entstehenden öffentlich-privaten Partnerschafts-Gesellschaft mit 51 Prozent – auch am späteren Profit – beteiligt sein, der oder die privaten Partner dürfen nur bis zu 49 Prozent der Gesellschaft halten! Das muss jedem beim Start klar sein, schon um spätere kontroverse Diskussionen zu vermeiden.”

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