Keramik-Karawane in Hermannstadt

Töpfermarkt und Festival der Roma-Kultur bringen tausende Besucher in die Altstadt

Dienstag, 10. September 2013

Selbst am späten Abend tummelten sich noch zahlreiche Besucher an der Verkaufsständen der Töpfermeister.

Nicht nur klassische Hafnerware gab es zu sehen, sondern auch zeitgenössische Produkte.
Fotos: Andrey Kolobov

Hermannstadt - Der 47. Töpfermarkt überflutete am Wochenende wieder den Großen Ring/Piaţa Mare mit verschiedensten Hafnerwaren aus dem ganzen Land. Von Krügen und Töpfen, über Vasen und Tonskulpturen, Tellern und Tellerchen bis zu Keramikkreuzen und Wandschmuck-Kacheln, reichte das Angebot. Rund 200 Künstler aus traditionsreichen Hafner-Gegenden Rumäniens wie Korund/Corund, Horezu, Neustadt/Baia Mare, Obârşa, Radautz/Rădăuţi, Oboga, Glogova, Brăniştea oder Mărginea sammelten sich im Herzen Hermannstadts/Sibiu und präsentierten handgefertigte Meisterstücke. 

Angenehm überrascht war man von der großzügigen Auswahl an Qualitätsprodukten, der Kitsch hielt sich auch in diesem Jahr in Grenzen. Die wenigsten Besucher gingen denn auch mit leeren Händen nach Hause. Es wurde viel und gerne gekauft. Während sich viele Damen nach passenden Töpfen für ihre Krautwickel umsahen, interessierten sich die Partner für die von Hand gefertigten Musikinstrumente oder kauften sich Kürtös Kalacs und Langos, von denen reichlich geboten wurde. Menschentrauben bildeten sich vor den Handwerkern, die auf althergebrachte Art an Töpfertischen sitzend, Schalen und Gefäße modellierten.

Die Kinder waren, wie jedes Jahr, von den schrillpfeifenden Tonvögelchen fasziniert – das Geträller gehörte am Samstag und Sonntag zur permanenten Geräuschkulisse auf dem Großen Ring. So manche Eltern mussten sich nach dem Kauf die grellenden Geräusche noch stundenlang anhören. Waren sie dann fertig mit den Vögelchen, durften die Sprösslinge Kacheln, Tassen, Vasen und andere Keramikprodukte in der Malwerkstatt in der Mitte des Marktes bemalen. Der Andrang in der vom Magic Hands Studio organisierten Werkstatt war riesig, die Plätze hingegen nicht ausreichend, so dass vielen Kindern die Geduld auf die Probe gestellt wurde.

Insgesamt war die Veranstaltung wieder ein voller Erfolg, die Besuchermassen kamen bereits am frühen Vormittag und frequentierten den Markt bis in die späten Abendstunden. Das sollte dessen Erfinder, Horst Klusch, sehr freuen. Dieser ist seit vergangenem Donnerstag Ehrenbürger von Hermannstadt – den Titel erhielt er unter anderem auch für sein Engagement für die langjährige Organisation des Töpfermarktes.

Wer sich dem Gedränge des Großen Ringes entziehen wollte, konnte parallel dazu das Festival der Roma-Kultur auf dem Kleinen Ring/Piaţa Mică besuchen. Hier präsentierten etwa 100 Romahandwerker und -händler das ganze Wochenende über ihre traditionellen Handwerksprodukte, wie etwa Brennkessel aus Pretai/Brateiu und passendes Zubehör fürs Schnapsbrennen, Holzlöffel und andere Küchenutensilien sowie in gewohnter Manier wieder allerlei Antiquitäten aus sächsischen und rumänischen Haushalten. Der aus den Vorjahren gewohnte Trachtenumzug sowie Musik- und Tanzaufführungen fehlten diesmal aus Rücksicht auf den kürzlich verstorbenen Florin Cioaba – den Initiator des Festes.

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