Kinder erziehen ihre Eltern

Die Vila Hermani und die örtliche Grundschule wollen den Wald vom Müll befreien

Freitag, 18. April 2014

Einer der zwei Pferdewägen mit dem von den Schülern gesammelten Müll.

Die Schüler aus Măgura und ihre Betreuer nach der erfolgreichen Müllsammelaktion.
Fotos: Katharina Kurmes

Măgura - Seit dem Jahrhundertwechsel hat das Bergdorf Măgura, Gemeinde Moeciu ein Müllproblem. Westliche Supermärkte verkaufen Plastikflaschen, Dosen und anderen nicht wiederverwertbaren Müll, während es keine funktionierende Infrastruktur zur Müllentsorgung gibt. Erst 2009 fuhr zum ersten Mal die Müllabfuhr, die allerdings jeweils zwischen Dezember und März pausiert. Ob die Müllabfuhr unterwegs ist oder nicht – Bewohner der Gegend werfen sackweise Müll in den Wald. Da kein Politiker etwas gegen das Problem unternahm, starteten Hermann und Katharina Kurmes vor zehn Jahren zusammen mit der  Grundschullehrerin Roxana Preda eine Initiative: Zweimal jährlich streifen seitdem Grundschüler durch den Wald und verstauen den Müll, den sie finden, in Säcken.

Als Dankeschön erhalten sie ein Mittagessen in der Villa Hermani. Bei der letzten Aktion, am 31. März, kamen auf diese Weise 48 Säcke Müll zusammen. Diese wurden auf zwei Pferdewägen geladen, bevor ihn die Stadtverwaltung abholte. Hermann Kurmes erhofft sich von dem Projekt nicht nur einen saubereren Wald, sondern darüber hinaus einen Bewusstseinswandel: „Die Kinder erziehen ihre Eltern.“ Wenn die Eltern wissen, dass es ihre Kinder sind, die den Müll beseitigen, haben sie vielleicht mehr Hemmungen, diesen einfach in den Wald zu werfen. So lässt sich hoffen, dass die Initiative auch ein pädagogischer Erfolg wird – und die Grundschüler bei der nächsten Aktion weniger als 48 Säcke sammeln müssen.

Kommentare zu diesem Artikel

Alexander, 18.04 2014, 20:58
Ob denn die Hemmungen der Eltern wachsen sei dahingestellt, jedenfalls aber wird der Nachwuchs das wilde Muellentsorgen der Eltern kommentieren........
Ingo, 18.04 2014, 15:29
Ganz einfache Lösung: 1 Leu Pfand auf jede Flasche und Verpackung und Rücknahmepflicht durch die Verkaufsstellen. Das Problem ist in einer Woche gelöst, ich Wette, dass in diesem Fall nicht eine Flasche mehr im Wald liegt.

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