Kinderuni wieder in Bekokten

Thema „Raum und Zeit“

Dienstag, 17. Juli 2018

„Wie spät ist es? – Die selbstangelegte Sonnenuhr verrät es“. Foto: Claudia Flohrer

Zum wiederholten Mal fand vom 8. bis zum 14. Juli 2018 in Bekokten die Kinderuniversität unter Leitung von Dr. Renate Klein von der Evangelischen Kirchengemeinde Fogarasch und Cornelia Hemmann vom Institut für Auslandsbeziehungen statt.


Mehr als 60 Kinder aus ganz Rumänien, Österreich und Deutschland, 15 Referenten und Betreuer und das Küchenteam waren im renovierten Pfarrhaus sowie in der ehemaligen Schule in Bekokten untergebracht und erlebten eine sehr abwechslungsreiche und spannende Woche in Siebenbürgen.
Die gesamte Woche stand unter dem Thema „Raum und Zeit“. Die Kinder lernten unter anderem, wie man die Landschaft mit Karten und Kompass erkundet, selbst Karten zeichnet, und wie moderne Satellitennavigation hierbei hilft.
Jeder Tag begann mit einer kurzen Vorlesung. Die Geschichte des Kalenders, philosophische Betrachtungen zur Frage „Zeit haben“, die Ursprünge der Musik, die Idee der Zeitmessung, und natürlich der Freitag, der 13., wurden den Kindern näher gebracht.


Vormittags und nachmittags folgten Workshops mit Experimenten für die Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren. Die Experimente wurden mit viel Freude im wunderschönen Gelände um die Kinderuni Bekokten in und um die Kirchenburg durchgeführt. So wurde zum Beispiel der Garten des Pfarrhauses kartiert und genaue Zeiträume vermessen. Die Kinder lernten, dass man selbst mit einem Apfel die Zeit messen kann, wenngleich auch weniger genau als mit einer mechanischen oder elektronischen Uhr.


Wie auch in den Vorjahren begleitete eine Elektronikwerkstatt die Kinderuniversität. Kleine aufschlussreiche Schaltkreise von Sensoren und kleinen Bauteilen entstanden unter der Leitung von Dr. Johannes und Daniel Klein. Projekte zur Philosophie von Raum und Zeit, referiert von Eveline Cioflec, ein Improvisationstheaterprojekt mit Franziska Fiedler und ein experimentelles Klangprojekt in der Kirche mit den Musikern Matthias Meyer und Marcus Thomas ließen keine Langeweile aufkommen.


Der Kultursaal ermöglichte es, dass alle Kinder unter anderem Uhren nach ihren Vorstellungen bauen konnten. Auch kleine Papiermodelle der europäischen Rakete Ariane 5 wurden mit viel Eifer gebastelt und verschönert. Bei einer Wanderung in die Hügel Bekoktens wurde dann ein Waldrand zum Testgelände für Raketenstarts mit Luftpumpenantrieb verwandelt. Von dort brachten acht Pferdefuhrwerke die Kinder zurück zu ihren Unterkünften.


Einen interessanten Kontrast bildete die Möglichkeit, die dreidimensionale Vermessung der Kirchenburg mit Laserscanning durch den Experten Dominik Schmedemann zu begleiten. Die Kinder sahen, wie innerhalb kurzer Zeit ein genaues hochaufgelöstes Modell der Kirche im Computer entstand. So konnte diese neue Technologie zur Architekturdokumentation den Kindern direkt näher gebracht werden.
Trotz wechselhaftem Wetter wurde die Erdrotation durch Sonnenuhren überprüft, und die Bewegung der Erde im Raum visualisiert. Eigene kleine Satelliten aus Papier wurden von den Kindern in den Obstbäumen platziert, damit eine satellitengestützte Schatzsuche (Geocaching) von den vortragenden Experten vermittelt werden konnte.
Eine sehr aufregende Suche nach selbst gebastelten und versteckten Schätzen bildete den Abschluss der Workshops am Freitag, kurz bevor die schon berühmte Talentshow der Kinderuniversität einen unbestrittenen Höhepunkt der Woche bildete.


Von Dr. Claudia Flohrer und Dr. Tim Flohrer von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA konnten dann die Gewinner des Wissenswettbewerbs einen Preis in Empfang nehmen. Aber auch alle anderen Kinder haben so viel Neues gelernt, dass sie natürlich auch Aufmerksamkeit verdient hatten und diese auch erhielten.


Am Samstag durften dann endlich auch die Eltern der Kinder etwas lernen – die Kinder stellten noch vor ihrer Heimreise die Ergebnisse der Woche vor.
Die Organisatoren der Kinderuniversität danken herzlich den vielen Sponsoren, die diese Woche durch Spenden, Materialien oder Expertise ermöglichten: das Department für Interethnische Beziehungen der Regierung Rumäniens über das Demokratische Forum der Deutschen, die Netz & Plan GmbH aus Linz, Lupos3D GbR Berlin, die Europäische Raumfahrtagentur ESA und die Baden – Württemberg-Stiftung. Die Elektronik-Ausrüstung wurde vom Jugendelektronik- und Technikzentrum Fogarasch zur Verfügung gestellt, das auf Inititiative von Urs Endress und Jan Masthoff gegründet worden ist.

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