Kirche kauft verschuldete Immobilie

Kulturerbe soll dadurch bewahrt werden

Donnerstag, 12. November 2015

Die Metropolie beabsichtigt – nach Möglichkeit – auch den Flügel im ersten Stock des Gebäudes auf der Eminescu-Straße Nr. 6 zu kaufen, der nicht der Familie Cârpaci gehört.
Foto: Zoltán Pázmány

Temeswar - Eine hoch verschuldete Immobilie kauft die Banater Orthodoxe Metropolie von einer Privatperson. Wieviel die Kirche für das Gebäude auf der Mihai-Eminescu-Straße Nr. 6 dem Inhaber bezahlt, ist derzeit nicht bekannt. Durch zwei Gesetzgebungen der 1990er Jahre ist das ehemals nationalisierte Gebäude auf der Eminescu-Straße rückerstattet worden. Vier von insgesamt fünf Appartements der Immobilie befinden sich im Besitz der Familie Cârpaci, der restliche Teil gehört einer weiteren Privatperson. Die Metropolie hat das Gebäude in der Nähe ihres Sitzes gekauft, um vor allem Konferenzräume einzurichten. Somit habe man auch ein erstes Zeichen gesetzt, um in Temeswar „Gebäude zu retten“, wird der Temeswarer Metropolit Ioan Selejan auf Mediafax zitiert.

Die orthodoxe Kirche kauft damit auch eine Immobilie, die Schulden in Höhe von etwa 100.000 Euro an die Stadt Temeswar hat. Weil nämlich die Inhaberfamilie Vladimir Cârpaci nicht genehmigte Veränderungen an dem historischen Bau vorgenommen hat, wurden ihr bereits vor zehn Jahren Geldbußen auferlegt, die mit Zinsen und Zinseszinsen die hohe Summe ergeben. Die Roma-Familie Cârpaci ist eine der wohlhabendsten in Temeswar. Ihr gehören mehr als 140 Immobilien, Appartements und Grundstücke. Wie Mediafax berichtet, war im Laufe der Zeit der weitere Inhaber der Immobilie Schikanen der Roma ausgesetzt, da diese das gesamte Haus für sich allein beanspruchten und den verbliebenen Inhaber praktisch zum Verkauf zwingen wollten. Längst ist stadtbekannt, dass solche Schikanen eine der gängigsten Methoden waren, die die Roma in den Altbauten anwandten, um den Auszug der anderen Wohnparteien zu beschleunigen und diese zum Verkauf unter dem Marktpreis zu veranlassen.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 13.11 2015, 17:27
jaja und im Ausland behaupten sie, sie würden unterdrückt und diskriminiert werden. Dabei gibt es hunderte und tausende genau solcher Fälle, wo sich die Unterdrückung genau umgekehrt abspielt.

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