Kirchen des Bauernmuseums

Wanderfotoausstellung im Arader Kunstmuseum

Mittwoch, 16. September 2015

Die noch übrig gebliebenen Teile der Holzkirche in Mintia sind im Museum des Rumänischen Bauern in Bukarest ausgestellt.

Die Holzkirche von Bejan ist seit 1991 im Museum des Rumänischen Bauern aufgestellt. Ursprünglich war sie dem Hl. Nikolaus geweiht. Nach ihrer Verlegung wurde sie zusätzlich auch dem Hl. Mina − der Schatzhüter, der auch die Schätze des Museums bewahren soll − geweiht. Fotos: privat

„Kirchen des Bauernmuseums“ heißt die Fotoausstellung, die bis Ende September im Kunstmuseum Arad zu sehen ist. Gezeigt werden Fotos von sechs weniger bekannten Holzkirchen in Mintia, Bejan, Groşii Noi, Troaş, Juliţa und Lunca Moţilor, die vom Museum des Rumänischen Bauern in Bukarest verwaltet werden. Die im 18. und 19. Jahrhundert errichteten Holzkirchen stammen aus dem Kreis Arad – Groşii Noi, Troaş, und Juliţa – und aus dem Kreis Hunedoara – Mintia, Lunca Moţilor und Bejan. Die Holzkirchen in Mintia und Bejan sind seit 1991 im Bauernmuseum in Bukarest aufgestellt, wobei die anderen vier Heiligstätten in situ aufbewahrt werden. Die Idee zur Rettung und Konservierung dieser Holzkirchen hatte der Maler Horia Bernea (1938-2000), der zwischen 1990-2000 das Museum des Rumänischen Bauern geleitet hat. Mit der Restaurierung und Aufbewahrung der Holzkirchen wurden Fachleute, wie Dr. Georgeta Roşu, Dan Ştefanescu sowie ein gesamtes Team von Museologen und Restaurateuren beauftragt.

Gegenstand der Ausstellung sind die von den Kirchenmalern – Bauern – angefertigte Malereien der sechs Holzkirchen. Obwohl das ursprüngliche ikonografische Ensemble dieser Kirchen sehr reichhaltig war, sind derzeit nur einige Szenen aus dem Christus-Zyklus: das Abendmal, das Urteil, die Verspottung, der Weg nach Golgota, die Kreuztragung, die Kreuzigung, die Beweinung und die Auferstehung erhalten geblieben. In einigen Medaillons können auch Szenen aus der Schöpfung, Maria mit dem Jesuskind oder die „Maria Orans“ – die „Betende Jungfrau“ – umgeben von Erzengeln und Engeln, Darstellungen von Propheten und Märtyrerinnen; und in der Dekoration der Gewölbe die Erzengeln Michael und Gabriel umgeben von Engelscharen entdeckt werden. Stilistisch sind diese Malereien eine Synthese von byzantinischen und gotischen Elementen. Infolge der Entwicklung der rumänischen Gesellschaft in Siebenbürgen wich die gotische Komponente langsam zugunsten der byzantinischen, so Dr. Roşu.

Die älteste der sechs Holzkirchen ist die Ende des 17. Jahrhunderts errichtete und 1700 der Jungfrau Maria geweihte Kirche in Lunca Moţilor. Bis 1820 wurde sie von den Mitgliedern der Pfarrgemeinde in Ţebea benutzt. Als diese sich eine neue Gebetstätte bauten, verkauften sie die Holzkirche den Gemeindemitgliedern in Lunca Moţilor. Die Malereien im Kircheninneren stammen von 1829 und sind Arbeiten des Kirchenmalers Lupşa aus Goldbach/Roşia Montana. Vom ursprünglichen ikonografischen Ensemble sind nur ein paar Szenen aus dem Zyklus der Leiden Christi am Gewölbe des Kirchenschiffs sichtbar. Die am schwersten beschädigte von den sechs Holzkirchen ist jedoch die aus dem 18. Jahrhundert stammende Holzkirche in Mintia. Außer dem Holzgerüst sind u.a. die Holzschnitte auf dem Hl. Tisch im Altar – Symbol des Hl. Grabes, die Kirchenleuchter und Weihrauchschwenker, die Handkreuze, die originale Glocke und die Totenbahre erhalten geblieben.

Wissenschaftlicher Beirat der Wanderfotoausstellung ist Dr. Georgeta Roşu und Kuratorin Monica Morariu. Die Fotografien stammen vom Bukarester Künstler Mircea Tancău. Die Ausstellung wurde bereits in Gura Humora/Gura Humorului, Focşani, Ploieşti, Hermannstadt/Sibiu, Karlsburg/Alba Iulia, Eisenmarkt/Hunedoara und Diemrich/Deva gezeigt.

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