Kirchweihfest in Bokschan/Neuwerk

Weihejubiläum der 210jährigen Nepomuk-Kirche zelebriert

Montag, 25. Mai 2015

Festmesse in drei Sprachen

Kirchenvorplatz

Bokschan – Mit einer dreisprachig zelebrierten Festmesse wurde im Bokschaner Stadtviertel Neuwerk das Weihefest der römisch-katholischen „Sankt Nepomuk“-Kirche begangen. In diesem alten Teil von Bokschan/Bocşa gab es bereits 1783 eine Nepomuk-Kapelle, die vom königlich-kaiserlichen Bergarar errichtet wurde. In den Archiven der k.u.k.österr.-ung. priv. Staatseisenbahn-Gesellschaft (StEG) und in den Schriften des Historikers und Domherrn Szentklárai Jenö sowie im Diözesen-Schematismus auf des Jubiläumsjahres 1900 wird sie jeweils erwähnt.

Die 152 römisch-katholischen Gläubigen von Neuwerk (das auch mal „Neu-Bokschan“ genannt wird) hatten sogar 1785-1808 einen eigenen Pfarrer angestellt, separat von Deutsch-(oder Montan-)Bokschan. Aus jener Zeit gibt es Kirchenmatrikel (Tauf-, Heirats- und Beerdigungsmatrikel der Gemeinschaft von Neuwerk).

Durch die Wetterunbilden musste die alte Nepomuk-Kapelle von Neuwerk, weil baufällig geworden, abgerissen werden. Sie wurde an anderer Stelle aufgebaut und an ihrem früheren Standort wurde ein Kreuz aufgestellt (das „Seller“-Kreuz). Die neue Kapelle wurde vom Bergaerar vor 210 Jahren gebaut, genauer: zwischen 1804-05. Sie wurde am 15. August 1805, zu Mariä-Himmelfahrt, von Pfarrer Lorenz Kempf geweiht und 1895 gründlich renoviert, wobei die Kosten von den deutschen, ungarischen und böhmischen Siedlern dieses Teils des Industrieorts Bokschan getragen wurden. Auch die rundum erneuerte Kirche ist dem Heiligen Nepomuk geweiht, der seit 1722 Schutzpatron des Banats ist. Ihr Weihefest wurde jetzt begangen.

Die Messe des kleinen Jubiläumsfestes wurde vom Bokschaner römisch-katholischen Pfarrer Alin Emil Irimiciuc deutsch, ungarisch und rumänisch zelebriert. Er begrüßte die Gläubigen aus Deutsch- und Rumänisch-Bokschan, aber auch die aus Reschitza und aus anderen Ortschaften Angereisten. In seiner Predigt sprach er über Leben und Wirken des Heiligen Nepomuk, der beispielhaft ist für seine Festigkeit im Glauben und vor allem für seine Standfestigkeit gegenüber Verlockungen, denn trotz des Versprechens von Funktionen durch die weltliche Obrigkeit verriet er das Beichtgeheimnis nicht, blieb also seinem Priesterschwur treu.

Nach Abschluss der Festmesse boten die deutschen Volkstanzensembles „Freundschaft“ aus Bokschan (Leiter: Ancuţa Dorohoi und Cătălin Pătraşcu) und „Enzian“ aus Reschitza (Leitung: Marianne und Nelu Florea) auf dem Kirchenvorplatz ein Festprogramm. Der Kultur- und Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“  brachte anlässlich des Weihejubiläums der Neuwerker Nepomuk-Kirche einen Sonderbrief mit Sonderstempel heraus, die in zeitlicher Nähe zur Jubiläumsfeier vom Postamt Bokschan 1 in Umlauf gesetzt wurden.

Claudiu Călin,
Diözesanarchivar

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