Klaus Johannis und die Rumänen in Deutschland

Beobachtungen am Tag nach der rumänischen Präsidentschaftswahl

Donnerstag, 20. November 2014

Es war ein deutscher Prinz, der vor 148 Jahren aus dem württembergischen Sigmaringen ziemlich weit weg, in eine geheimnisvolle Stadt namens Bukarest, gerufen wurde. Und kaum traf er ein, wurde er auch schon zum Fürsten, wenig später dann zum König erkoren: Karl I. aus der Dynastie Sigmaringen-Hohenzollern wurde seinerzeit erster König des neu gegründeten Staates Rumänien, eigentlich der vereinigten Donaufürstentümer, nachdem die Vertreter der beiden rumänischen Fürstentümer so zerstritten waren, dass sie sich auf keinen Kandidaten aus ihren Reihen einigen konnten. Der Fürst aus Süddeutschland sollte es richten.
Ist das, was derzeit in Rumänien geschieht, ein klein wenig eine Wiederholung der Geschichte? Erstmals wählten die Bürger einen Rumäniendeutschen ins Präsidentenamt, nämlich den Bürgermeister von Hermannstadt, Klaus Johannis. Groß sind die Hoffnungen, die sich in dem von  endlosen Korruptionsskandalen geschüttelten Land auf den Rumäniendeutschen mit seinen angeblich ‚ur-deutschen‘ Tugenden fokussieren.

Johannis weckt Heimweh

„Haben Sie kein Heimweh nach Rumänien?“ – „Ja, ich hab manchmal heftiges Heimweh nach Rumänien. Aber ich muss ehrlich sagen: Seit gestern hab‘ ich richtig Heimweh…“ Das war am Montag nach der Wahl.
Plötzlich muss sie so viel über ihr Heimatland erzählen wie noch nie zuvor in jenen 15 Jahren, in denen die gebürtige Rumänin Antonia Olariu in Konstanz am Bodensee lebt. Immer wieder wird die Literatur- und Sprachwissenschaftlerin das Gleiche gefragt: Was sie über die Wahl des Rumäniendeutschen Klaus Johannis zum neuen Staatspräsidenten ihres Landes denkt. „Zum ersten Mal habe ich wirklich das wunderbare Gefühl, stolz darauf zu sein, aus Rumänien zu kommen. Und ich muss sagen: Das war einfach ein wunderbares Gefühl, dass die Rumänen gegen Korruption entschieden haben“ …und für den, wie die Rumänen sagen, Deutschen Klaus Johannis, „…weil man Johannis mit sehr guten Tugenden assoziiert. Das Hauptwort wäre Korrektheit.“ Korrektheit ist eines jener Attribute, die viele Rumänen den Rumäniendeutschen in ihren Reihen immer wieder zuschreiben.

Johannis weckt Deutschnostalgie

„Darf ich Sie schon mit Präsident anreden?“ – „Na, das nächste Mal“, sagt der Mann, der gut 1200 Kilometer von Konstanz entfernt, nämlich in Temeswar, an einem Tisch sitzt und viele hundert Mal sein erstes Buch signiert. Es ist Klaus Werner Johannis höchstpersönlich, seit einigen Tagen Präsident seines Landes, der kurz vor der Wahl noch schnell sein erstes Buch veröffentlicht hat. Der Titel auf Rumänisch : „Pas cu Pas.“
„Das wäre in direkter Übersetzung: ‚Schritt für Schritt‘. Das ist die Art und Weise, wie ich im Leben vorangekommen bin. Das ist die Art und Weise, wie ich Politik gemacht habe. Ich denke, das wird auch die Art und Weise sein, wie ich weiter mache: Schritt für Schritt. Dann wird’s schon gut.“

Als Rumäniendeutscher gewann Johannis vor 14 Jahren die Bürgermeisterwahl in Hermannstadt. Und, damals wie heute, stellt sich die Frage, inwieweit die rumäniendeutsche Herkunft wichtig war für den Wahlerfolg.  Johannis über Johannis: „Diese Herkunft ist sicher kein Nachteil. Ob es ein Vorteil ist, bleibt mal dahingestellt.“
Im Gegensatz zu vielen hundert rumänischen Politikern der Nachwendezeit, die der Korruption überführt wurden, konnte Johannis mit einer Eigenschaft punkten, die zuweilen in rumänischen Politikerkreisen schon als exotisch gilt: nämlich mit einer weißen Weste. „Ich war in keinerlei Skandalen mit drin. Ich war in keinem dieser Kreise, die jetzt in Erklärungsnot sind. Ich komme aus der lokalen Politik. Ich denke, meine Startposition ist eine ganz gute“ ... als erster rumäniendeutscher Staatspräsident in der Geschichte des Landes.

Johannis weckt Mut zur Rückkehr

Wie sehr die Banater Schwaben, die Sathmarer Schwaben, die Siebenbürger Sachsen, die Bukowinadeutschen und all die anderen Einwanderer aus Deutschland die Alltagskultur der Rumänen geprägt haben, zeigt sich heute noch im Sprachgebrauch und auch in der Mentalität vieler Rumänen, die mittlerweile in Deutschland leben, so wie Antonia Olariu. Noch nie habe sie erlebt, dass so viele Auslandsrumänen bei einer Präsidentschaftswahl an die Wahlurnen in den Konsulaten strömten: „Ich habe auf Facebook erlebt, wie sich Hunderttausende Rumänen hier in Deutschland gegenseitig unterstützt und angefeuert haben, gepostet haben: geht wählen, geht wählen…“ – was zu langen Warteschlangen und ziemlich viel Verärgerung infolge Organisationschaos vor einigen rumänischen Konsulaten in Deutschland führte. Dort war man – ob absichtlich oder nicht – für den großen Ansturm der Auslandsrumänen nicht gewappnet. Nicht wenige unter denen, die die Endlosschlange in München bildeten, haben sich zusammengepackt und sind bis Prag gefahren, zum Wählen – wo es reibungslos und ohne Gedränge lief. Für die meisten, die in Deutschland und im Ausland abstimmten, gilt Johannis als Hoffnungsträger in dem Bemühen für ein besseres Rumänien.
„Die große Mehrheit hier in Deutschland stimmte für Klaus Johannis. Rumänien hat ja eine lange Tradition, was Korruption angeht. Die muss gebrochen werden. Und nun haben wir die Hoffnung, dass es besser geht.“
Nicht zuletzt gibt diese Hoffnung zu einem Gedankenspiel Anlass, das Antonia Olariu bis zum zurückliegenden Wochenende fremd war: „Zum erstem Mal seit 15 Jahren kann ich mir vorstellen, wieder in Rumänien zu leben, wenn Rumänien anders wird. Ja, das kann ich mir eigentlich sehr gut vorstellen.“

Kommentare zu diesem Artikel

ion, 26.11 2014, 14:44
Lauda conducatorului iubit. Pe cand un text despre Blaga, Falca sau Anastase? Pacat.
norbert, 26.11 2014, 00:47
Herr Manfred. .wenn ich von den romanisierten. .die erste Silbe gelesen habe habe ich schon alles gelöscht. .ich habe im Kopf kein rumänisch es hirn. .sondern einen Spamfilter. .
Manfred, 22.11 2014, 11:33
Alex,von Norbert kannst Du nicht erwarten,das er Deinen Beitrag versteht.Wenn er die 3. Zeile gelesen hat,hat er die erste schon wieder vergessen.Begrüße ihn mit"Du altes A....loch",dann freut er sich,das versteht er.
Guter Beitrag von Dir!
norbert, 22.11 2014, 01:50
Herr Alex. .in Deutschland ist ein Herr middelhoff. Ein Manager zu drei Jahren verurteil worden. Bis zum Urteil dachte er. .er würde freigesprochen. Er sprach so wie sie schreiben. .die die ich sprach stimmten alle ins gleiche Horn. Ob Arbeiter oder Akademiker. Was für eine Dreck sau. .ich will damit sagen das normale Volk hat nichts dagegen wenn mit volkes stimme gesprochen wird. . Aber wenn jemand schleimt. .und noch Andeutungen macht das er bestimmt was und wie gesprochen wird. Dann Mal viel Spaß in RUMANIEN. .sie können vielleicht ihrem Hund oder ihrer Frau vorgaukeln was jemand zu sagen hat. .entscheidend ist wer näher an der Wahrheit ist und das sind sie mit ihrer geschwollenen Art nicht. Da haut ihnen jeder zweite Rumäne aufs Maul. .wenn sie so geschwollen daher philosophieren.
Alex, 21.11 2014, 19:57
Herr Norbert,

Ihre Ansichten bzw. Feststellungen, die Sie schildern sond ebenfalls persönliche Gefühle entstanden aus Ihren Erfahrungen, wenn Sie das Argument der Emotion schon bringen. Ihre Schreibweise über ein "Kaka"Land ist ebenfalls keine Feststellung sondern grenzt schon fast an Beleidigung.

Ich selbst spreche als ein in Westdeutschland geboren und aufgewachsener Deutschrumäne, wie ich mich selbst bezeichne. Ich wollte Ihnen nur mal ein paar Begriffe und Feststellungen klar machen:

Erstens: Die angesprochene Isolation, herrscht nicht nur bei Rumänen, Sie sagen selbst Sie fahren zu Deutschen in Rumänien, ist Ihnen da nicht auch aufgefallen, dass diese kaum Kontakt mit Rumänen haben? Dies ist keine Feststellung irgendwelcher negativen Dinge, sondern eine völlig natürliche Entwicklung. Stellen Sie sich einmal selber vor, Sie ziehen in ein fremdes Land und treffen einen Deutschen, wollen Sie behaupten, Sie würden den Kontakt nicht vor ziehen?
Diese Auslandsrumänen wollen nicht zurück, weil sie keine Hoffnung auf Besserung sahen. Sie haben ihr Land als verloren angesehen, so wie Sie es tun. Dass sie trotzdem vermehrt Kontakt mit Rumänen haben, heißt einfach nur, dass sie sich trotzdem als Rumänen sehen. Es ist auch nicht leicht in Deutschland persönlichen Kontakt zu finden, da oft beim Gegenpart auch die Geduld aufgrund der schlechteren Sprachkenntnisse nicht ausreichend vorhanden ist. (Trotzdem versucht man in Deutschland das zu vereinfachen, klappt aber nunmal nicht so wie gedacht)Das ist aber eine andere Thematik, die nicht zu dem Artikel passt.

Zu den Inlandsrumänen: Kennen Sie den Begriff der Ohnmacht? Das man nichts ändern kann, trotz aller Bemühungen? Dieses Gefühl hat in Rumänien Jahrzehnte lang geherrscht, sodass auch viele die Hoffnung verloren haben und nur danach geschaut haben, selbst einigermaßen über die Runden zu kommen, sich eben anzupassen, um zu überleben. Auch ein völlig natürliches Phänomen in solch einer Situation (Darwin "Survival of the fittest")
Der Rest war Opfer der Propaganda. Und wie leicht eine ganze Bevölkerungsgruppe manipuliert werden kann durch Propaganda, dass sollten Sie wissen, als Deutscher. Es ist vor allem dann einfach, wenn zur Korruptionsmafia doe größten Medien quasi dazugehören, was in Rumänien der Fall war.

Zu den Säufern, die Sie hervorbringen: Es gibt in jedem Land Menschen, deren Existenz etwas versagt hat. Wenn Sie saufende Rumänen anprangen, die faul seien und alles bis zu den Füßen getragen bekommen wollen, stellen Sie zwischen den Zeilen fest, dass es sowas in Deutschland nicht gäbe...
Es gibt in jedem Land normale und idiotische Menschen, deswegen darf man aber nicht verallgemeinern.

Ich hoffe Sie verstehen, dass Sie durch Ihre Ausdrucksweise plus der Auslassung einiger Fakten bzw. Selbstbeleuchtung an der eigenen Herkunft Ihrer eigenen Argumente, wirken Sie für eine ziemlich große Gruppe einer Bevölkerung etwas Ignorant und absichtlich beleidigend. Und diese Haltung hat in einem politischen Forum absolut nichts verloren, die gehört wenn überhaupt, dann an Ihren Stammtisch.

Jetzt mal zu meiner Meinung an der Entwicklung in Rumänien:

Iohannis ist die beste Wahl gewesen. Klar kann er die Korruption nicht alleine besiegen, aber er ist der Erste, der Hoffnung auf Besserung macht und dabei auch noch schafft eine signifikante Menge an Menschen zu bewegen, mit ihm mit zu kämpfen. DAS ist der Unterschied zwischen dieser Wahl und allen anderen, die je stattgefunden haben in Rumänien. Klar die Korruption ist tief verwurzelt und es wird lange dauern, bis in Rumänien tatsächlich ein Fortschritt zu sehen ist, aber mit der nötigen Geduld ist es zu schaffen. Der erste Schritt ist auf jeden Fall gemacht.
Das Iohannis jetzt eine deutsche Hintergrundgeschichte hat, ist mir persönlich egal. Er fühlt sich zu Rumänien zugehörig, wie er es selbst gesagt hat. Bekräftigt wird das dadurch, dass er als einziger seiner engeren Familie nach der Wende in Rumänien geblieben ist.

So, dass sollte nun alles gewesen sein :D
MfG
Ein Banater Schwabe
norbert, 21.11 2014, 02:34
Herr Walter sie mögen für sich ihr Paradies gefunden haben. Das gilt aber nur für sie. Real was zu beschreiben. Also Daten und Fakten. .sind keine Bewertungen. Es sind Feststellungen. Wenn ein Arzt zum Patienten sagt. .wenn sie nicht aufhören zu trinken kriegen sie einen Lsberschaden. Das ist eine Feststellung. Der man ist dabei nicht von negativen Gedanken beseelt. Er spricht die Wahrheit . die Leute verlassen millionenfach das Land. .die sind all negativ. Die Ärzte verlassen das Land alle negativ gepolt. Die Romas verlassen das kaka Land. Rumänien ist mit Bulgarien das ärmste Land Europas. Koruption bis unter die die Haare. Ohne die Milliarden aus Europa fressen die rumänen den Kitt von den Fenstern. Der Herr Johannis hat sich dieser kake den Kampf angesagt. Ich habe in Siebenbürgen überwiegend positive Ereignisse. Siebenbürgen Herr Walter. Ich fahre nach Siebenbürgen nach herrmannstadt und nicht sibiu. Die Siebenbürger Kultur das Ist mein Hobby als westdeutscher. Wo ich bin ist positiv. .wo rumänien drauf steht. Das hauen die Rumänen ab. .es werden die nächsten 10 Jahre weitere Millionen abhauen. Alles irre. Nach ihrer Meinung. ..sie schreiben in einem politischen forum. .ihre Emotionen wie sie sich in Rumänien fühlen. Das gehört nicht hier hin. .das können sie unter Kultur oder lokales schreiben.
Walter, 21.11 2014, 01:56
Lieber Norbert. Sie vertreten so seltsame und abstruse Ansichten, dass ich nur Mitleid mit ihnen empfinden kann. Sie sehen das Negative in einem Land ... wie arm muß Ihr Leben sein, wenn es von so negativen Eindrücken geprägt ist!
Ich sehe viele positive und natürlich auch negative Dinge in Siebenbürgen und Rumänien. Vor allem aber sehe ich eine Entwicklung, die die positiven zahlenmäßig verstärkt und die negativen Erlebnisse zurückdrängt ... langsam ... aber es kommt und ist sichtbar!
Und endlich hat eine mündige Zivilgesellschaft sich im Inland und Ausland organisiert und ein klares Zeichen gesetzt!
Ich sehe das Positiv ... sie machen es schlecht ... sie tun mir von Herzen leid
Sie werden diese Zeilen nicht verstehen, damit kann ich gut leben.
norbert, 21.11 2014, 01:12
Herr Walter schalten Sie in noch mal 15 Jahren das deutsche Licht als letzter aus. 2011 gab es nach der VOLKSZÄHLUNG 30000 deutsche. Die meisten über 65. Selbst die Familie vom Johannis Schwester und Mutter wohnen in Würzburg. . Der JOHANNIS Ist ein sehr guter Mann. Er steht aber tausenden und Politikern und hundert tausenden Rumänen in der Verwaltung gegenüber. So viele Gefängnisse passen gar nicht nach Rumänien. Bis dort was sich in die richtige Richtung bewegt.
ANA MARIA, 20.11 2014, 20:27
seid alle herzlich willkommen...wir haben von der geburt mit euch die sonnenstrahlen gesehen
und were auch schön weiter zu machen.
haben uns gut verstanden und das wäre auch jetzt viel besser
schönen abend für alle.könnt anfangen zu packen....
Ortwin, 20.11 2014, 20:25
KJW hat eine Frage beantwortet, nämlich: "asta e. ce sa fac?" Und er hat einer Aussage widersprochen, nämlich: "las', ca merge si asa." Natürlich kann das nur der Anfang sein, ein hoffnungsvoller. Dass nicht gleich alle mitmachen, ist sehr gut verständlich. Aber der erste Schritt ist getan.

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