Kleine Gemeinden in der Finanz-Bredouille

Temesch: Elf Gemeinden haben weniger als 1500 Einwohner

Mittwoch, 21. Februar 2018

Sind Gemeinden mit nur einigen Hundert Bürgern, meist Rentner, und ohne finanzielle Unterstützung von Industriebetrieben überhaupt sinnvoll? Politische Ambitionen und der Drang, die Zahl der Bürger, die in der Stadt leben, anzuheben, hatte in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends die damalige PSD-Regierung veranlasst, im Jahr 2004 größere Gemeinden in Städte umzuwandeln und reichlich Dörfer in Gemeinden. Wiederholt wurde dies als Fehlentscheidung gesehen, nun greift der Liberale Spitzenpolitiker Victor Paul Dobre das Thema erneut auf. Die Reform der rumänischen Verwaltung müsse mit der Auflösung der Gemeinden beginnen, die weniger als 1500 Einwohner haben. Solche Strukturen seien nicht gerechtfertigt, so Dobre, der darauf hinweist, dass dies keine offizielle Stellungnahme der PNL ist, aber viele seiner Kollegen würden die gleiche Meinung vertreten.

Elf der insgesamt 99 Kommunen (Städte und Gemeinden) im Verwaltungskreis Temesch haben laut Daten der Volkszählung von 2011 weniger als 1500 Einwohner. Es geht dabei um entlegene Gemeinden, weitere drei Gemeindezentren samt ihrer eingemeindeten Dörfer haben weniger als 1600 Einwohner – sie dürften bei stetigem Bevölkerungsschwund vor allem in abgelegenen Dörfern, derzeit ebenfalls unter die 1500-Einwohner-Grenze gesunken sein. Die kleinste Gemeindestruktur im Kreis Temesch ist Seca{, wo im Herbst 2011 286 Personen gezählt wurden. Würden die Pläne von Paul Dobre morgen umgesetzt, und die Daten von vor etwa sechseinhalb Jahren berücksichtigt, würden auf der sogenannt „schwarzen Liste“ noch Bara (455 Einwohner), Bogda (493), Brestovăț (713), Ohaba Lungă (1054), Wetschehausen/ Pietroasa Mare (1096), Giseladorf/ Ghizela (1173), Curtea (1282), Gier/ Giera (1340), Valcani (1368),  und Nitzkydorf (1480 Einwohner) stehen. Eine äußerst geringe Einwohnerzahl weisen auch Criciova ((1522), Altbeba/ Beba Veche (1531) und Bucovăț ((1536 Einwohner) auf.

Der Anstieg der Löhne in finanzschwachen Gemeinden ist ein zweischneidiges Schwert: Zum einen war es notwendig, die niedrigen Löhne in den Gemeindeverwaltungen anzuheben, zum anderen haben diese keine Ressourcen, um die zusätzlichen Ausgaben zu decken.

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