Kleine Revolte der Finanzinspektoren

Mit dem Finger gezeigt wird auf die USL

Freitag, 02. August 2013

Arad - Auch die Beamten, gar die für den Staatsapparat so unentbehrlichen Finanzbeamten, können ihre Arbeit sausen lassen und streiken. So geschehen vor einigen Tagen in Arad, wo die Beamten vom Arader Finanzamt die Arbeit niederlegten, ihre Schalter schlossen und mit einem spontanen Streik die gesamte Tätigkeit dieser wichtigen Kreisbehörde für einige Stunden, bis zum Arbeitsschluss, lahmgelegt haben.

Die Gründe für die Aktion sind offensichtlich die gleichen wie die der Arbeitnehmer überall im Land, wenn ihre Arbeitsplätze in Gefahr sind: Es scheinen viel mehr als nur Gerüchte zu sein, dass zirka 100 von den insgesamt 200 Mitarbeitern des Arader Kreisamts im Rahmen der angekündigten Regionalisierungspläne und der Gründung neuer regionaler Amtsstrukturen bald ihre Stelle verlieren und zudem Dutzende Finanzleute aus der Maroschstadt aus dienstlichen Gründen nach Temeswar übersiedeln müssen. Die geplante Umorganisierung als Folge der Gründung einer Region Banat sieht nämlich auch für das Finanzamt Arad derzeit unpopuläre Maßnahmen wie die Kündigung der Hälfte seines Personals vor. Die streikenden Finanzinspektoren fühlen sich, nach eigenen Angaben, benachteiligt und gar „bestraft“, weil sie nicht einem USL-nahen Verwaltungskreis angehören würden. Außerdem wurde als Gegenargument angeführt, dass die Stadt Arad, nach der Stadt Konstanza die rumänische Stadt mit dem größten Warentransit landesweit, und ihr Finanzamt nach wie vor eine wichtige Rolle im Wirtschafts- und Finanzbereich haben. Laut der Streikenden und ihrer Gewerkschaft werden in nächster Zeit weitere derartige spontane Streikaktionen folgen. Man hofft aber auch auf eine positive Reaktion der Landesbehörde, des rumänischen Finanzministerium, wie auch der lokalen Behörden.   Die Aktion führte, wie erwartet, schnell in die Sphären der Politik: In einem Schreiben an die Arader Präfektur wird mit dem Finger stark auf die Regierungskoalition USL gezeigt.  Um nicht auch noch den Unmut der Arader Steuerzahler heraufzubeschwören, blieben während des Streiks die Kundenschalter wie auch das Schatzamt für das Publikum geöffnet.  Bekanntlich streikten, wie in der ADZ berichtet, vor Kurzem auch die Beamten vom Temescher Finanzamt. Dies – auf Gerüchte hin, dass das neue Finanzamt der noch zu gründenden Region Banat gar nach Deva, in den Kreis Hunedoara, umsiedeln würde.

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