Kochen fürs Guinessbuch

Hermannstädter Roma kochten 1000 Kilogramm „Şah Hai Mas“ anlässlich des ersten Indirom-Kongresses

Sonntag, 29. Januar 2012

Viel Fleisch gehört in ein ordentliches Şah Hai Mas.

Wird es klappen mit dem Eintrag ins Guinessbuch?

Die Frauen bereiteten das Essen für den ersten Indirom-Kongress vor, Kochen durften die Männer. Fotos: Holger Wermke

Hermannstadt - Schon von weitem roch man den Rekordversuch. Der Duft von gekochtem Fleisch und Kohl zog durch die Straßen an der Bahnlinie in Neppendorf/Turnişor. Auf dem Hof der Familie Cioaba, zu der unter anderem der frühere König und jetzige Vorsitzende des Verbandes der Wander- und Kesselschmiede-Roma (Indirom) gehört, wurde Şah Hai Mas zubereitet. Eigentlich hätten 300 Portionen für die Teilnehmer des an diesem Tage zum ersten Mal veranstalteten Indirom-Kongresses gereicht. Aber nein, 4000 Portionen sollten es werden und so den Eintrag in das Guinessbuch der Rekorde sichern.

Es sei eigens ein spezieller Topf angefertigt worden, erzählt Dorin Cioaba, Vorsitzender von Indirom, und der Kopf hinter dem Rekordversuch. 1300 Liter fasst das Gefäß nach seinen Worten, genug, um die in rauhen Mengen vorbereiteten Zutaten zu fassen. Das Küchenpersonal im eigens aufgebauten Zelt bestand aus zwölf Köchinnen und sieben Köchen. Mindestens 1000 Kilogramm Eintopf werde man kochen, kündigte Cioaba an.

Nacheinander landeten im Topf 160 Kilogramm in Stücke geschnittenes Schweinefleisch (Schinken, Rippen, Räuchernacken), 50 Kilogramm Reis, 800 Kilogramm geschnittener Weißkohl und 5 Kilogramm ganze Zwiebeln. Dazu kam ein mittleres Fass mit Kohlsud und reichlich Wasser aus dem Gartenschlauch. Gewürzt wurde das ganze mit Salz, Lorbeerblättern, Basilikum, Pfefferkörnern, Paprikapulver, Tomatensaft und einer indischen Gewürzmischung.

Laut Cioaba ist Şah Hai Mas ein traditionelles, fettreiches Wintergericht der in Zelten lebenden Wanderroma. Früher sei es bei Feiern und zu Ehren von Besuchern zubereitet worden. Traditionell wurde mit den Händen von einer großen Platte gegessen. Der größte Teil wurde wohl von den Teilnehmern gegessen. Man habe mehrere hundert Gäste, „davon 90 Prozent der Kategorie XXL, weshalb diese etwas mehr essen müssten, und uns wahrscheinlich, wenige Portionen übrig bleiben“.  Das was übrigbleibe, werde an die armen Roma in Hermannstadt/Sibiu verteilt.

Ob es gelingt, im Guinessbuch zu landen, wird sich in zirka drei Wochen zeigen. Die ganze Aktion wurde gefilmt, die Teilnahmegebühr von 450 Euro bezahlt. Auf die Einladung eines offiziellen Jurors habe man aus Kostengründen verzichtet, so Cioaba. Die Guiness Worldrecord Corporate verlange für diesen Service rund 6000 Euro, die man lieber für die Gemeinschaft verwende.

Cioaba bedauerte, dass die anwesenden Medienvertreter sich nur auf den Rekordversuch konzentrierten und wenig Interesse am Indirom-Kongress zeigten. Dieser wurde anlässlich des Indischen Nationalfeiertages am 26. Januar organisiert. Gekommen waren etwa 300 Teilnehmer aus den Kreisen Dolj, Gorj, Vâlcea, Olt, Alba, Galaţi und Jassy/Iaşi, die diskutierten, wie man sich in Zukunft organisieren kann.

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