Königliches Gästehaus wieder eröffnet

Donnerstag, 28. August 2014

Arad - Ein Sonderereignis erlebte das Königsschloß von Săvârşin, Kreis Arad, zu spätsommerlicher Zeit: Im Beisein der gesamten Königsfamilie mit König Mihai I, Königin Ana, der Kronprinzessin und des Prinzen Radu wurde das alte Gästehaus der königlichen Domäne von Săvârşin, am Eingang zum „Königsdorf“, mit einer festlichen Zermonie wieder eröffnet. Zugegen waren der Bürgermeister und der orthodoxe Pfarrer der Gemeinde, zahlreiche Persönlichkeiten der Banater Zivilgesellschaft, ein Vertreter der rumänischen Regierung sowie ein Vertreter der Firma Mondial Villeroy&Boch. Die Initiative des Neubaus bzw. teilweiser Sanierung des ehemaligen königlichen Gästehauses stammt von der Königsfamilie selbst. Der Bau wurde 1850, in der Zeit, da die letzte Variante des Königsschlosses errichtet wurde, fertiggestellt. Bekanntlich hatte das Schloss noch eine frühe Variante mit den Baujahren 1650-1680, eine zweite Variante stammte aus dem Jahr 1750 (die Stallungen sind heute das einzige übrig gebliebene Gebäude aus dieser Zeit). Baustart war vor drei Monaten, die Arbeiten an dem nun neueingeweihten Gästehaus wurden in zügigem Rhythmus ausgeführt. An der Umsetzung dieses Projekts, nach einem Plan des Architekten Eugen Cordoş aus Karlsburg/Alba Iulia, waren u. a. maßgeblich auch die Gesellschaften Carpatcement, Electrolux, Gealan und Lemnaterr beteiligt. Durchgeführt wurden die Arbeiten jedoch zum Großteil von lokalen Arbeitskräften aus der Gemeinde Săvârşin unter Anleitung des Baustellenleiters Ion Stefan, einem Angestellten des Königshauses. Die dafür verwendeten Baustoffe entsprachen restlos denen aus den Jahren zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Holz, Ziegel, Stein, Sand. Allein die Dachziegel sind die ursprünglichen Ziegel von 1800. Diese wurden ausgewählt, einzeln geprüft und gereinigt.

Auf dem Gelände des heutigen Schlosses befand sich im 18. Jahrhundert das Schloss der Adelsfamilie Forray. Das Eigentumsrecht wurde innerhalb des ungarischen Adels weitergegeben. Letzter ungarischer Schlossherr war Carol Hunyady bis 1932. Darauf ging das Schloss in den Besitz der Corvin-Gesellschaft (Hauptaktionär Anton Mocioni) über. König Mihai kaufte das Schloss mit der Domäne (ein Park mit einer Fläche von 6,5 Hektar, See) am 23. März 1943, 1948 wurde alles von den kommunistischen Machtbabern enteignet. Die Königsfamilie kam 2001 wieder in den Besitz des Schlosses.

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