KOMMENTAR: Behauptung schlägt Beweis

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Ex-Präsident Traian Băsescu schafft es, als Chef der PMP sein Bild von Tag zu Tag mehr dreckzuverschmieren, das Vertrauens zu zertrampeln, das er genoss für „sein Lebenswerk“, die Rehabilitierung der Justiz als unabhängige Institution. Neuerdings reiht er sich mit der ihm eigenen Entschlossenheit in den Geifererchor jener zwielichtigen Horde ein, die im Visier der Justiz steht und deren Lieblingsziel Laura Codruţa Kövesi ist, die Leiterin der Antikorruptionsbehörde DNA.

Er und die Meute der hochgeschwemmten Kriminellen, die „im Schweiße ihres Angesichts“ reich geworden sind durch Betrug, Fälschung, Korruption, Diebstahl, Täuschung u.Ä., haben an ihrer Seite (und teilweise mit ihrer Finanzierung) Medien, deren Existenz auf Verleumdung, Dreckschleuderei, gezielter Falschmeldung, Rufmordkampagnen und Kompromittierung beruht.

In einem solchen Licht ist – bis zum gegenteiligen Beweis – auch die (bisher unbewiesene) Behauptung über das Plagiat der Doktorarbeit der DNA-Chefin zu sehen, die von einem in sechs Straffällen von der DNA-Staatsanwaltschaft gefilzten Parlamentsmitglied und Unternehmer, Sebastian Ghiţă, lanciert, von der Journaille flugs aufgenommen und zu einem typischen Fall von Manipulation der öffentlichen Meinung umgeschmiedet wurde, nach dem Grundprinzip, Behauptung schlägt Beweis. Wer zuerst eine Behauptung in den Raum stellt, ist hundertmal im Vorteil gegenüber dem, der mit gegenteiligen Beweisen über die/seine Wahrheit kommt. Das Prinzip „Behauptung schlägt Beweis“ ist zum Grundprinzip der rumänischen Medien geworden – bei bloß zwei-drei Ausnahmen. Zu seinen Opfern droht auch Staatschef Johannis zu werden, gelingt es seinen Beratern nicht, das Meinungsruder umzureißen.

Zur akuten Gefahr in der Meinungsbildung wird die Vorgangsweise der Medien Rumäniens im bald offiziell beginnenden Wahlkampf. Vorzeichen sind bereits auszumachen, an- und abflauend. Weil Premier Dacian Ciolo{ nicht klarstellte, ob er bei den Wahlen antritt, waren alle Dreckschleudern auf ihn gerichtet. Seit er diese Absicht verneint hat, sind nur noch ein paar rostige Flinten auf ihn gerichtet, wie jene des „Journalistenstars“ Ion Cristoiu. Schlagartig kann sich das ändern.

Präsident Johannis ist als Ex-Chef und verdächtigter Noch-Einflussnehmer auf die PNL Zielscheibe der Besudelungslawinen der Gossenmedien und Berufsschleimer der TV-Sender.

Fakt ist, dass die Manipulationsmechanismen, die vom Prinzip „Behauptung schlägt Beweis“ ausgelöst werden, die Angegriffenen zwingt, gegenteilige Beweise der Behauptung zu erbringen. Behauptungen sind grundsätzlich beweisfrei. Im Volk heißt es später immer: irgendetwas wird schon drangewesen sein...

Dieser Tage startet die Kompromittierungsindustrie durch. Der Nationalrat des Audiovisuellen, CNA, sieht teilnahmslos zu.

Kommentare zu diesem Artikel

Peter, 26.10 2016, 13:59
Der Geist Ceausescus mit seiner Ideologie und Methoden ist immer noch da. Selbst wenn alle Beschuldigungen wiederlegt werden bleibt etwas hängen, nach dem Motto: „irgendwas wird schon dran sein.“ Warum wird nicht die fragwürdige Vermögensbildung mancher Politiker angeprangert? In RO hätten dann die Skandaljournalisten genügend Material und das für Jahre.
Wer mit Dreck wirft, ist der Einzige, der sich mit Sicherheit dreckig und meist dreckiger als alle anderen macht. Peter Rudl, deutscher Aphoristiker.
Manfred, 26.10 2016, 07:29
Gegen diese Art von Journalismus helfen nur regelmäßige Verleumdungsklagen,oder ist das in RO kein Straftatbestand ?

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