KOMMENTAR: Manipulation per Nachricht

Mittwoch, 31. August 2016

Der Kontakt mit Vertretern westlicher Medien lässt´s einen erleben: der im Vergleich zu uns fürstlich bezahlte und finanziell höchstdotierte Kollege kommt mit klarem Auftrag. Seine Reise hat einen einzigen Zweck: ein vorgefasstes Urteil zu illustrieren. Da kommt Er, stellt sich persönliche Fahrer, Fotograf und Dolmetscher an, hält Abende lang ganze Tischrunden aus und verrechnet das - und wer weiß was noch - bei den Auftraggebern. Ob es gilt, das friedliche Zusammenleben von Dutzenden Völkerschaften im Banat aus eigener Sicht erlebt zu illustrieren, in unmittelbarer Nähe des gerade tobenden jugoslawischen Sezessionskriegs (1999), wobei es darum geht, zu zeigen: Zusammenleben kann man trotzdem. Friedlich!  - und der Starreporter erzählt in seiner Reportage dann von zwei Brüdern, der eine Abgeordneter der Kroaten im Bukarester Parlament, der andere als Serbe Berater von Zoran Djindjic in Belgrad (??!! – wer die Schwenks der Kroaten des Banater Berglands im Kommunismus und in der Nach-Wendezeit kennt, weiß um die Hintergründe, bis hin zu den kroatischen Pfarrern, die für Kroatien Sammelaktionen organisierten, und den serbischen, die für die Serben sammelten, wo Kroaten und Serben bis 1989 einfach Serbokroaten waren); oder die „Sparsamkeit“ der Zigeuner (pardon: Roma!), die in Deutschland oder Frankreich Sozialgelder beziehen und sich hierzulande Paläste bauen (??!!) – immer wird der journalistischen Deontologie (irgendwie doch) Genüge getan, obwohl ein Hiesiger, wenn er das von den Auftraggebern Erwartete als Medienprodukt liest, sich fragt, wo das denn recherchiert wurde - hatte er doch die ganze Recherche selber gedolmetscht.

Ähnlich muss es mit dem SkyNews-Bericht über rumänische Waffenschmuggler stehen. Recherchiert, inszeniert und gesendet wurde, was Auftrag war und wofür das Geld für die Reportagereise, Inszenierung inklusive, zur Verfügung stand (??!!). SkyNews steht (noch krampfhaft fest) dahinter. Gehör findet, wer als erster besudelt.

Die Geschichte mit dem Transfer von 20 amerikanischen Kernwaffen aus dem türkischen Incirlik nach Deveselu, über EurActiv.com vom bulgarischen Geheimdienstler und Ex-Diplomat Georgi Gotev verbreitet, muss auch so gelaufen sein. Schnuppe die Tatsache, dass sie sämtlichen Gesetzen Rumäniens betreffs Kernwaffentransport- und –lagerung zuwiderläuft. Mit Henry Kissinger´s: „Amerika hat keine festen Freunde, Amerika hat nur feste Interessen“ lässt sich´s rechtfertigen. Weiß das auch Schaumschläger und Amerikaschlecker B²sescu? Der Bulgare Gotev im Kreml-Auftrag? Putin schielt ja angeblich seit langem scheel auf Deveselu.

Goya wusste: „Der Schlaf der Vernunft gebiert Monster!“

Schläft die Journalistenvernunft gelegentlich? Senecas Audi alteram partem - unbekannt. Medienmonster entstehen.

Kommentare zu diesem Artikel

Manfred, 01.09 2016, 12:58
Peter-zu Deinem Maramuresbeispiel:Mir wurde oft von älteren Menschen(ab ca 55-60) gesagt,das sie sich wohl fühlen und mit ihrem Leben zufrieden sind.Das Problem ist,das die Jüngeren die Dörfer verlassen und in die Städte oder das Ausland ziehen,weil sie mehr vom Leben erwarten.
Peter, 01.09 2016, 09:42
Selbst wenn eine Meldung als falsch oder frei erfunden entlarvt wird, bleibt immer etwas hängen. Frei nach dem Motto: Irgendetwas wird schon dran sein. Auch Rumänien blieb in der Vergangenheit davon nicht verschont.
Eine Reportage in Deutschland über Rumänien: Mädchen werden im Alter von 12 Jahren verheiratet! Nicht gesagt wurde das es ein Roma-Fürst war, der die Heirat wollte und diese von einem Gericht untersagt wurde.
Reportage Planet Wissen: Hier wurde die Maramures in poetischer Verklärung als eine Art Freilichtmuseum dargestellt, die Menschen fahren glücklich mit Pferde- und Ochsenkarren in der Gegend umher. Man kann das Leben in Deutschland um1900 hier live erleben. Mir fehlt die Vorstellung dass diese Menschen glücklich sind, sie sind vielleicht zufrieden aber nicht glücklich. Wer möchte im 21. Jahrhundert ein Leben führen wie vor hundert Jahren?
Manfred, 31.08 2016, 12:54
Ehrlichkeit und Journalismus,das passt leider auch in Rumänien nicht.Journalisten haben zu informieren,zu hinterfragen...werten muß der Leser/Hörer/Zuschauer...Ganz schlimm ist es im rumänischen TV,wo offensichtlich die politische Ausrichtung des Inhabers das Nachrichtengeschehen prägt.
Ansonsten stimme ich Herrn Kremm zu,selbstgebastelter Sensationsjournalismus ist ein zu bestrafendes Unding .

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