Kontrovers

Fragwürdige Entscheidungen und Schweigen

Mittwoch, 21. Februar 2018

In einer der vergangenen Wochen wiesen wir an dieser Stelle darauf hin, dass im rumänischen Fußball vielerorts die Kommune das Geld für die Existenz des Fußballs hinblättert, was keinesfalls was mit Profifußball nach marktwirtschaftlichen Kriterien zu tun hat. Dadurch sind viele Bürgermeister genauso wie im zentralistischen Rumänien von vor 1989 die maßgebenden Personen in einem Verein.

Mit den Gepflogenheiten, die wir heute erläutern wollen, steht nicht nur de rumänische Fußball allein da, sondern auch im hoch dotierten westeuropäischen Fußballsport ist es üblich: Trainer werden wegen Erfolglosigkeit gefeuert, ihren vermeintlich besseren Nachfolgern, werden jedoch die Spielertransfers gewährleistet, die man den geschassten Vorgängern auf gar keine Fall sichern wollte.  

Ein konkretes und fast so zu sagen hautnahes Ereignis dieser Art schrieb die jüngste Temeswarer Fußballgeschichte. Den Ex-Trainer des Fußball-Erstligsien ACS Poli Temeswar, Ionuț Popa, ließen die Machthaber aus Verein und Stadt wortlos ziehen – fast schon so, als hätten sie sich gefreut, dass sie nicht den Rauswurf diktieren mussten. Weil ihm keine Verstärkungen ins Team gebracht wurden, hatte Popa die Reißleine gezogen – wohl wissend, dass der Kader nicht durchschlagskräftig ist, wenn man ihm Spieler transferiert, die nicht einmal das Niveau des bereits vorhandenen Personals haben. Kaum war Popa weg und Leo Grozavu hatte eine erste Niederlage eingefahren, handelten die Verantwortlichen. Popa hätte nach einer Heimniederlage gegen eine sich durch die Meisterschaft mogelnde FC Voluntari bestimmt den Laufpass bekommen, Leo Grozavu hingegen bekam Verstärkung aus Craiova und von Dinamo Bukarest.

Zum zweiten Teil des fragwürdigen Managements kommen wir, wenn wir und die zuletzt erbrachten Leistungen der beiden neuen Kicker betrachten. Mihai Roman kam zwar seit Saisonbeginn in Craiova zu 21 Einsätzen, hat jedoch als Stürmer kein einziges Tor und nur vier Assists geschafft. Der 27 Jahre alte argentinische Abwehrspieler  Maxi Oliva kam bei seinem letzten Arbeitgeber, Dinamo Bukarest, so gut wie gar nicht zum Einsatz und ihm wurde im Winter empfohlen, sich einen anderen Verein zu suchen.

Zur Transferpolitik von ACS Poli Temeswar wollte die BZ bereits im vergangenen Sommer einiges wissen, ein diesbezügliches Schreiben an Bürgermeister Nicolae Robu ist bis heute unbeantwortet geblieben.

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