Kontrovers

Dünnhäutiger Bürgermeister

Mittwoch, 07. März 2018

Es mag ja sein, dass die Art der Fragestellung mit dazu beiträgt, wie die Antwort erfolgt, aber gerade der Temeswarer Bürgermeister Nicolae Robu war doch der Mann, der vor noch nicht all zu langer Zeit darauf verwiesen hatte, dass sich Amtsträger auch kritische Fragen gefallen lassen müssen, sonst hätten diese nichts in diesem Beruf zu suchen. Dabei zeigt sich doch Robu selbst extrem dünnhäutig, wenn die Journalisten nicht brav alles gut heißen, was das Stadtoberhaupt tut oder sagt. Hat mal einer den Mut, Fragen zu stellen, die dem Stadtvater nicht passen, ist er in der Wortwahl keineswegs zimperlich. „Prostitution“ sei das, was viele Temeswarer Journalisten betreiben, „Prostitution gibt es nicht nur an Umgehungsstraßen“, glaubte Robu darauf hinweisen zu müssen, dass sich Journalisten in den Dienst von Interessensgruppen stellen, die ihn bekriegen wollen. Er selbst sieht sich als das bedeutendste Presseorgan in Temeswar, weil auf ehebliches Ratinmg auf seiner Facebook-Seite hat. Doch was er über sich selbst postet, ist ja noch lange keine ausgewogene Pressearbeit.

Ist die Schneeräumung ein Fiasko, der Verkehr ein Ampelwirrwarr, die Ankunftszeiten der öffentlichen Verkehrsmittel eine Zumutung, oder sitzt der Heizwärmelieferant auf einem Schuldenberg, keines dieser Themen darf kritisch angesprochen werden. Auch der seit Jahren geplante, aber nicht umgesetzte Schiffverkehr, oder die Transferpolitik des Fußballvereins Poli Temeswar sind nach Robu-Verständnis keine Themen für die Temeswarer Journalisten. Die BZ hatte im vergangenen Sommer schriftlich angefragt, warum vorwiegend Spieler geholt werden, die ihren sportlichen Zenit überschritten haben und nach Vertragsablauf nicht mehr verkäuflich sind. Eine Antwort darauf wartet die deutsche Zeitung bis heute, obwohl Behörden zu Antworten auf Presseanfragen verpflichtet sind.

Die Banater Zeitung spricht sich öffentlich gegen aller Art Beleidigungen eines Amtsträgers aus. Journalisten, die auch mal kritische Fragen stellen, sollte ein Stadtoberhaupt schon noch verkraften. Wenn  sich die Temeswarer Journalistenzunft einig ist, wird sie dann, wenn Nicolae Robu Pressekonferenzen abhält, diesen so lange fern bleiben, bis der Stadtoberst sich öffentlich für seine Beleidigungen entschuldigt.

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