Kontrovers

Behördentäuschungen

Mittwoch, 14. März 2018

Letzte Woche hat wieder einmal gezeigt, dass Medienberichte oft besser sind, als dies die Behörden wahr haben wollen. Institutionen wollen oft die Medien bloß als Sprachrohr nutzen und diesen dadurch deren Nutzwert als Beobachter und unparteiischer Berichterstatter aberkennen. So ist zuletzt die Grenzpolizei mit einer Nachfrage der Banater Zeitung lasch umgegangen, der Temeswarer Bürgermeister schickt nur halbfertige Antworten in die Medien. Erneut ein Beweis, dass Medien keineswegs durch Facebook-Auftritte einer öffentlichen Person oder durch Pressebüros zu ersetzen sind.

Der Temeswarer Bürgermeister (den wir vorläufig nicht namentlich nennen, da wir uns so der Protestaktion der Temeswarer Medien gegen das Stadtoberhaupt solidarisch zeigen) erklärte zuletzt, wie die stadteigene Wegebaugesellschaft „Drumuri Municipale“ Schlaglöcher nach der Schneeräumung abdecken muss und wie wenig effizient dies ist. Zwischendurch gab er zu, dass die verwendeten Chemikalien nicht gerade die adäquatesten waren und die Asphaltschicht beeinträchtigt haben. Die Aussagen des Bürgermeisters hatten jedoch scheinbar nur die Aufgabe, die schlechten Straßen vor den Bürgern zu rechtfertigen. Der Bürgermeister ließ mit keinem Wort erkennen, dass ein Schuldiger für viel zu starke Lösungen auch in die Pflicht genommen wird. Zumindest aus den Berichten der wenigen Journalisten, die derzeit vom Boykott gegen den Bürgermeister wegen seiner wenig salonfähigen Aussagen absehen, ist keine Schuldzuweisung zu erkennen.

Ähnlich bedeckt hielt sich auch der Grenzschutz als „Die Welt am Sonntag“ über einen Umschlagplatz für Schleuser und Migranten in Temeswar berichtet hatte. Obwohl sich die Daten auf Berichte der Bundespolizei bezogen hatten und die Banater Zeitung gezielt beim Temeswarer Grenzschutz nachgefragt hatte, kamen ausweichende und keinesfalls klärende Stellungnahmen. Ein Ja oder Nein hätte mehr gebracht, als Standardantworten (wir berichteten). Mitte vergangener Woche, wurde ein Schleuserring ausgehoben: Mehr als 2000 Migranten aus dem Orient soll allein dieser Ring über Temeswar geschleust oder dies zumindest versucht haben.

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