Kontrovers

Das Fiasko mit dem Teilzeitjob

Mittwoch, 02. Mai 2018

Es sollte eine Regel werden, die die Schwarzarbeit und vor allem jene der Grauzone drosselt – geworden ist daraus so gut wie nichts. Firmen, deren Tätigkeit auf Teilzeitarbeit basierte, gingen ein, die anderen riskieren es trotz hoher Strafen und stellen Schwarzarbeiter ein. Doppelt so viele sind es, als in der gleichen Zeitspanne des Vorjahres.

Es gab nicht wenige, die das Gesetz gut hießen, dass Teilzeitarbeit mit einem Sozialbeitrag begleitet werden muss, der dem Niveau von acht Stunden entspricht. Nur so könne man den Rumänen zur Steuerabgabe verpflichten, glaubten einige zu wissen. Außerdem schrieb gelegentlich einer in den sozialen Medien, allein vom Einkommen einer Teilzeitstelle könne niemand leben. In beiden Fällen mögen die Schreiber recht haben – zum Teil. Fakt ist, dass dem Staat viel Geld abhanden gekommen ist, als Firmen dicht machten, oder Stellen strichen, weil sie die hohen fiskalen Aufgaben nicht mehr bewältigen konnten. Statt Geld für vier Stunden, holt der Staat nun gar keines mehr ein. Außerdem blieben viele ohne Arbeit: Reichlich Reinigungskräfte verloren ihre Halbtagsstelle, Studenten mussten sich entscheiden – Studium oder Job und Mütter, die einer Teilzeit nachgehen wollten, müssen nun auf das Zusatzeinkommen verzichten.

Es gibt natürlich auch die risikofreudigen, die in der Grau- und Schwarzzone des Arbeitsmarktes verbleiben. Die Zahlen sprechen für sich, dass die rumänische Regierung im Drang nach Geldern, um allerlei Haushaltslöcher zu stopfen, versagt hat. Im Verwaltungskreis Temesch hat sich in den ersten Monaten d.J. die Zahl der erwischen Schwarzarbeiter verdoppelt. Die Dunkelziffern sind bestimmt höher als das, was die Inspektoren des Arbeitsamtes ausmachen konnten. Bauarbeiter sind nach wie vor die Kategorie derjenigen, denen am Ende des Arbeitstages ein Handgeld überreicht wird. Bestimmt sind jedoch auch viele andere Berufskategorien in ähnlicher Lage. Weil sich die Gesetzmacher in PSD-ALDE-UDMR weder freundlich für die Marktwirtschaft, noch mit wenig Gespür für die soziale Ader zeigten, geht ihnen möglicherweise derzeit mehr Geld verloren, als vor der Einführung der Regel.

Kommentare zu diesem Artikel

Manfred, 03.05 2018, 19:43
100 % Zusimmung,Herr Thiel ! Wenn Amateure regieren,die von der Praxis keinerlei Ahnung haben,sind die Ergebnisse ihres Tuns natürlich negativ.Man muß nur mal in die Inserate der Lokalzeitungen schauen,dann sieht man sofort,wer ganz offensichtlich schwarz arbeitet...macht natürlich etwas Mühe,das zu überprüfen...

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