Kontrovers

Ein Terrain für kuriose Entscheidungen

Mittwoch, 05. September 2018

Genau genommen hätte es auch so heißen können: Goia kriegt man nicht los! Denn während dieser sich als geschasster Generaldirektor hinter Klauseln verschanzt, konnte der Aufsichtsrat des Temeswarer Städtischen Nahverkehrsbetriebs STPT den Interimsdirektor Sorin Supuran mit einem Votum im Schnelldurchlauf kurzerhand absägen.

Das kuriose ist jedoch die Wankelmütigkeit von Bürgermeister Nicolae Robu und es besteht wohl kein Zweifel daran, dass Robu nicht Bescheid wusste, was in der Aufsichtsratssitzung bei der Abstimmung gegen Supuran läuft, einen Supuran, der als heilendes Wunder für den Nahverkehrsbetrieb ins Boot geholt wurde. Da Robu und Supuran langjährige Mitglieder der Liberalen Partei PNL sind, hatte die Vermutung bestanden, dass Supuran den Segen von Robu hat. Dem Supuran-Vorgänger, Ioan Goia, sagt Robu seit seiner ersten Amtszeit als Bürgermeister fehlende Kompetenz nach und drohte im praktisch ständig mit der Amtsenthebung.

Es scheint jedoch ziemlich klar, dass die Aufsichtsräte der Transportgesellschaft - zumindest einige davon enge Vertraute und Berater von Robu - einen besseren Draht zum Chef, als Supuran hatten. Letzterer hatte nämlich eine Prüfung der gesamten Geschäftsfelder der STPT eingeleitet und Mängel aller Art erkannt. Noch bevor das Resultat des Audits auf dem Tisch lag, schasste der Aufsichtsrat den neuen Mann. Für eine Klausel, die ihm, wie im Falle von Goia, den Chefsessel auch weiterhin sicherte, hatte er noch keine Zeit. Goia hatte sich angeblich als Generaldirektor eine Klausel in seinen Vertrag schreiben lassen, die ihm zusicherte, dass er im Falle einer Entmachtung, zumindest Technischer Direktor bleibt, ein Amt, das er vor seiner Chef-Ernennung inne hatte.

Wie es weiter geht, bei der STPT, das ist derzeit mehr als ungewiss, denn interimistisch steht nun dem Unternehmen mit Nicolae Bitea einer vor, den einst Ioan Goia als Stellvertreter komplett ignorierte. Dann war Bitea mit Supuran als Stellvertreter im Boot. Sein Chef flog raus, und er übernahm kommissarisch. Frage bleibt, ob Bitea das Vertrauen des Aufsichtsrates nun wirklich genießt und wie er mit dem erfahrenen Goia im Nacken zu überleben vermag.

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