Kontrovers

Der Wandel einer Ministerin

Donnerstag, 10. Januar 2019

Es ist noch nicht lange her, da stand Ecaterina Andronescu auf der Abschussliste der PSD; bald darauf wurde sie erneut Bildungsministerin. Zum viertel Mal. Es fragt sich schon, ob Andronescu einen Wandel durchgemacht hat und an entsprechenden Stellen dies signalisiert hat, oder wollte man bei PSD nach vielen peinlichen Bildungsministern endlich jemanden im Amt haben der Erfahrung mitbringt? Aus dieser Erfahrung kann die neue/ alte Ministerien wohl einiges umsetzen. Selbst aus ihren eigenen Fehlern scheint sie zu lernen. Gute zehn Jahre sind es her, dass sie wohl eine der verheerendsten Entscheidungen im rumänischen Bildungswesen der Nach-Wende-Zeit getroffen hatte. Sie setze nämlich den Rot-Stift an und strich kurzerhand die Berufsschulen. War wohl einfacher, ein marodes System wegzurationalisieren, statt ihm mit Investitionen und Näherrücken zu den Konzernen, auf die Sprünge zu helfen.

Nun kehrt Andronescu in ihr altes Büro zurück, mit der Absicht, die Berufsbildung auf ein duales System auszubauen. Dazu braucht sie wohl das Wissen und auch ein gutes Stück vom Geld der Investoren, die manch einer ihrer Parteikollegen, gelegentlich an die Kandare nimmt (siehe Kontrovers vom 4. Januar). Auch eine weitere Prüfung soll während des Lyzeums angesetzt werden, damit neue Impulse für Schüler geschaffen werden. Ebenfalls etwas, dass die rumänische Bildung schon als Stufenprüfung nach der 10. Klasse kannte und kurz nach der Wende abgeschafft wurde.

Ecaterina Andronescu muss in den beiden kommenden Jahren bis zu den Parlamentswahlen aber nicht nur die Lehrer besänftigen, für die kein Platz mehr ist, wenn Technologische Lyzealklassen immer mehr von den künftigen Berufsschulen verdrängt werden, sondern auch die längst überholten Gepflogenheiten einiger Lehrer, mühsame Ferienaufgaben zu verordnen, unterbinden. Die Idee eines Ministers von vor mehreren Jahren, Hausaufgaben so zu beschränken, dass diese nicht mehr einen Zwölf-Stunden-Tag von einem Schüler erfordern, ist, so wie viele Initiativen, fest eingepfercht in den Kinderschuhen stecken geblieben.

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