Kontrovers

Holpriges Deutsch

Mittwoch, 23. Januar 2019

„Wir beabsichtigen Interviews zu machen, Zeugnisse von gewöhnlichen Zuschauern zu sammeln, wie Sie, der/ die diese Zeilen jetzt lesen, alte Materialien und Gegenstände bezüglich des Theaters anzusammeln – Aushänge, Programmhefte, Photos, Briefe, Zeitschriften usw – aber auch direkte, subjektive Aussagen von denen für welche die Kultur ein Rettungsmittel war.“ Dies eine Passage aus der mehrsprachigen Publikation „Teatrul ca rezistență“, die derzeit in Temeswar aufliegt. Mit diesem Wort-für-Wort aus dem Rumänischen übersetzen Text (inklusive schlechter Interpunktion) tut man der  deutschen Sprache sicher keinen Gefallen und von deutschen Gästen und Touristen kann dieses schwer zu verdauende Deutsch wohl nur belächelt werden. Dabei gibt es eine Reihe von Institutionen in Temeswar, die zumindest als Begutachter hinzugezogen, zu einer Überarbeitung ermahnt hätten.

Es gibt nun mal Menschen und Institutionen, die einfach aus den eigenen Fehlern, aber auch aus den Patzern anderer nichts lernen wollen. So geschieht es seit Jahren mit den Deutsch-Übersetzungen zu öffentlichen Zwecken in Temeswar. Erwähnt sei dabei bloß die Gedenktafel an die Blumenzüchterfamilie Mühle im Temeswarer Rosenpark. Auch auf dem Weg zur Kulturhauptstadt 2021 lassen sich viele  Institutionen von öffentlichem Interesse von diesem holprigen Weg nicht abbringen. Immer wieder verdingen sich deutschsprachige Personen zu Übersetzern, doch deutschsprachig sein und leserfreundlich übersetzen können, ist eben nicht das gleiche.

Dabei gibt es so viele Institutionen, in denen man sich eine zweite Meinung einholen könnte, doch der Stolz und wohl oft ein wenig Pflichtaufgabe unter dem Deckmantel des „merge și așa“ veranlassen so manchen, sich Übersetzungen zuzumuten, die einfach schlecht sind und auch Proteste auf solche Hinwiese machen diese Texte nicht besser. Die Kulturhauptstadt hat jedoch etwas Besseres verdient. Oder sind manche gar glücklich mit dieser Variante, damit neue Argumente dastehen, um dem 300 Jahre alten Deutschtum in Temeswar und im Banat erneut eins auszuwischen?

Kommentare zu diesem Artikel

Hans, 31.01 2019, 11:59
Ady, du findest also nicht, dass man von einem Kommentar, der sich über Pseudo-Deutschkenntnisse erregt, erwarten kann, dass er selbst in korrektem Deutsch geschrieben ist?
Ady, 26.01 2019, 14:14
Hans, mit deinem Kommentar hat du wahrhaftig die Übersetzung gerettet, um die es hier geht. :). Scheinbar versuchst du bloß Fehlerhaftes zu verdecken. Wegwischen geht ohnehin nicht.
Hans, 25.01 2019, 20:05
Wer im Glashaus sitzt... In diesem Kommentar wimmelt es nur so von Interpunktions- und Grammatikfehlern (um nur ein Beispiel zu nennen: man verdingt sich nicht ZU etwas, sondern ALS etwas). Deutschsprachig sein und richtig schreiben zu können ist eben nicht das gleiche.

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*