Kontrovers: Einschnitte für deutschsprachige Studenten

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Deutliche Verluste gibt es für all jene, die deutschsprachige Studiengänge besuchen möchten. Internationale Beziehungen kann man – zumindest vorläufig – an der Temeswarer West-Universität nicht mehr studieren und der Masterstudiengang an der Germanistik-Abteilung ist auch weg. Man darf natürlich all jenen Recht geben, die behaupten, unterbesetzte Studiengänge seien nicht tragbar und müssten abgeschafft werden. Wenn sich nun gerade mal neun Studenten  für die Abteilung für Internationale Beziehungen auf Deutsch gemeldet haben, dann ist natürlich aus rein wirtschaftlichem Grund jedwelcher weiterer Erhalt fragwürdig.

Es wäre jedoch vermessen, zu behaupten, eine solche Abteilung müsse nur wenige Tage vor der offiziellen Eröffnung des Studienjahres abgesagt werden. Es müsste nämlich für Fachleute schon rechtzeitig erkennbar sein, wohin der Trend im jeweiligen Jahr geht – ablesbar aus der Entwicklung der letzten Jahre. Bedauerlicherweise hat es jedoch die Temeswarer Uni zugelassen, dass sich Studenten einschreiben, diesen bis in den Herbst Hoffnungen gemacht, um dann den finanziellen Aspekt in den Vordergrund zu stellen. Dabei hatten sich Informationen der BZ nach Studenten gemeldet, die gerade diese Option genommen hatten und gerade deshalb nicht an einer anderen Universität inskribiert hatten. Das Interesse für die Abteilung muss in Zukunft mit diesem Vertrauensbruch leben und deshalb sieht es eher nicht danach aus, als würde diese im kommenden Jahr mit mehr Studenten als zuletzt rechnen können. Deshalb fast rhetorisch die Frage, ob die stillgelegte Abteilung Chancen auf einen Neuanfang hat.

Solche Vertrauensbrüche könnten generell für Verunsicherung unter Studenten stehen. Es ist offensichtlich ein Versäumnis der West-Universität, ihre Planstellen so auszurichten, dass bereits inskribierte Studenten dann nicht abgeschoben werden, weil ein Studiengang im letzten Moment auf Eis gelegt wird. Egal welcher Grund auch dahinterstecken mag. Nicht zuletzt: Studenten und Hochschullehrer hatten noch vor wenigen Monaten versichert bekommen, dass die Abteilung für Internationale Beziehung in deutscher Sprach als „strategisch“ angesehen und deshalb nicht geschlossen werden soll. Kontrovers eben.

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