Kontrovers

Notlösung statt Campus

Dienstag, 28. November 2017

Ein Großteil der Schüler aus dem Temeswarer Nikolaus-Lenau-Lyzeum soll bereits ab kommendem Jahr in das Gebäude der heutigen Ion Mincu-Lyzeums übersiedeln. Da das Lyzeum für Baufach kaum noch Schüler hat, ist dessen Auflösung beschlossene Sache. Beschlossen im Stadtrat in der vergangenen Woche, Mitte Dezember soll auch die Schulbehörde ihre Entscheidung in dieser Hinsicht abgeben. Geplant ist, dass nahezu 30 Klassen der Lenau-Schule in das Gebäude auf der Gheorghe-Lazăr-Straße, unweit des AMG-Hauses übersiedeln werden. Damit löst die Stadt das Problem der Klassen, die derzeit im Gebäude des öffentlichen Nahverkehrsbetriebs RATT bzw. im Internat der Lenau-Schule untergebracht wurden und mit ihren überfüllten Klassenräumen längst nicht den Brandschutznormen gerecht werden.

Bereits vor fünf Jahren hatte der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Ganț dem Bürgermeister Nicolae Robu vorgeschlagen, unterbelegte Bildungseinrichtungen zusammenzuschließen und so für die stetig wachsende Zahl an Schülern im Lenau-Lyzeum den adäquaten Raum zu schaffen. Damals schien man jedoch in der Stadtverwaltung keineswegs an einer solchen Variante interessiert, auch wenn Robu die Idee von Ganț als „gut“ befand. Nun steht die Stadt jedoch mächtig unter Druck – und das nicht nur wegen der Brandschutznormen.

Seit Jahren gibt es einerseits Erwartungen und andererseits Versprechen, dass die Stadt einen Campus für das Lenau-Lyzeum an der Oituz-Straße errichtet. Doch wieder einmal haben es Beamte der Stadtverwaltung – genauso wie im Falle der DSTT-Intendanz (wir berichteten) – versäumt, sich rechtzeitig und richtig über die Gesetzgebung zu informieren. Wie ließe sich denn sonst erklären, dass die Stadt auf das vorgesehene Gelände zwar Baurecht, aber kein Verwaltungsrecht hat. Ob dies später mal Folgen haben könnte, das steht zunächst gar nicht zur Debatte. Momentan ist es so, dass durch diese rechtliche Hürde keine EU-Fonds für den Bau herangezogen werden können. Die Stadt müsste das notwendige Geld locker machen. Und immerhin geht es um 16 Millionen. Euro, wohlgemerkt.

Durch die Notlösung „Mincu“ rutscht das Campus-Projekt wohl ohnehin ans Ende von Robus Prioritätenliste.

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