Kontroversen der rumänischen Literatur

Essays und Studien von Iulian Cătălui im aldus-Verlag erschienen

Freitag, 06. März 2015

Gastgeberin Astrid Hermel stellt die Schriftsteller Ion Popescu Topolog, Adrian Lesenciuc, Mircea Brenciu und Buchautor Iulian Cătălui (von links nach rechts) vor.
Foto: Ralf Sudrigian

Kronstadt – Eine weniger trockene und somit leichter lesbare Sprache verwendet Iulian Cătălui in seinem jüngsten Band „Große literarische Kontroversen“. Die Gattung, die er dazu benutzt, dürfte eine Neuigkeit in der literaturkritischen rumänischen Szene sein: es ist eine Kombination zwischen Essay und Studie. Hinzu kommt noch das etwas ungewöhnliche und daher auffällige Format in dem dieser dritten Band von Cătălui im Kronstädter aldus-Verlag erschienen ist. Astrid Hermel begrüßte am Donnerstagmittag bei der Buchvorstellung in der aldus-Buchhandlung und -Antiquariat die Kronstädter Schriftsteller Adrian Lesenciuc (Kronstädter Filialevorsitzender des Rumänischen Schriftstellerverbandes), Ion Popescu Topolog und Mircea Brenciu sowie Buchautor Iulian Cătălui, Bibliograph an der Kronstädter Kreisbibliothek, und die eingeladenen Gäste.

In den Wortmeldungen wurde Cătăluis Fähigkeit unterstrichen, komplexe Sachverhalte leicht verständlich und interessant zu schildern, Vergleiche zu ziehen, die ein großes Kenntnisvolumen und viele Lektürestunden voraussetzen, aber auch eine gewisse Dosis Ironie, die manches in Frage stellt und den Leser zu einer Neubewertung des bereits Bekannten anregt. Iulian Cătălui dessen erste Buchveröffentlichung, ein Lexikon der Kronstädter Kirchenburgen, allgemein positiv überraschte, suchte sich diesmal interessante Themenbereiche aus, die sich auf Entwicklungen und Strömungen in der rumänischen Literaturszene der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges beziehen.

Es geht dabei, unter anderem, um das Bild des Juden in der rumänischen Literatur dieser Zeitspanne, um die antisemitischen Töne beim Nationaldichter Eminescu, um Mihai Sebastians Tagebuch als Zeugnis der antijüdischen Haltung vieler rumänischer Intellektueller der Zwischenkriegszeit, um die Avantgarde um Urmuz, um einen Vergleich der poetischen Visionen bei Bacovia und Gottfried Benn oder um Caragiales überraschende an die russischen Narodniki erinnernde Einstellung gegenüber der Bauernrevolte von 1907. Cătăluis Buch sei ein Ausgangspunkt für weitere Diskussionen zu den angesprochenen Themen, hieß es bei der Buchvorstellung.

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