Korrektur an der Bukarester Börse, Oltchim feiert starkes Comeback

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 18. September 2018

Foto: Wikimedia Commons

Die Bukarester Börse erlebte in der vergangenen Woche eine harschere Kurskorrektur. Der Hauptindex BET verlor auf Wochensicht 142 Punkte oder 1,7 Prozent und näherte sich wieder der 8000-Punkte-Marke. 20,3 Punkte verlor der BETPlus-Index, prozentual bewegte er sich mit minus 1,6 Prozent in der Nähe des BET. Der Finanzwerte-Index musste einen Verlust von 562 Punkten (1,48 Prozent) verkraften. Die 38.000-Punkte-Marke hatte dieser Index bereits in der Woche zuvor unterschritten, sodass er sich von dieser Schwelle nun weiter entfernte. Mit einem Minus von knapp 300 Punkten musste der ROTX den höchsten Wochenverlust verkraften, auch prozentual betrachtet bildete dieser Index das Schlusslicht: minus 1,75 Prozent. Damit fiel er unter die 17.000-Punkte-Marke. Der Energiewerte-Index verlor in der vergangenen Woche 1,45 Prozent.

Der Markt

Trotz rückläufiger Index-Kurse war es eine geschäftige Woche für die Bukarester Börse. Der Umsatz lag im Vergleich zur Vorwoche 61 Prozent höher. Insgesamt wurden knapp 200 Millionen Lei (42,9 Millionen Euro) mit Aktien umgesetzt, das entspricht einem Tagesdurchschnitt von 39,9 Millionen Lei (8,6 Millionen Euro). Die Marktkapitalisierung stieg um 0,5 Prozent von 165,49 Milliarden Lei auf 166,36 Milliarden Lei. In Euro betrug der Anstieg sogar 0,6 Prozent. Und dies, obwohl die Zahl der verlustbringenden Aktien (26) die der Gewinn machenden Aktien (9) deutlich übertraf.

Die Aktien

Industriewerte waren eher die leidgeprüften Aktien, so wies der Baustoffhersteller Prebet (PREB, 0,28 Lei, ISIN ROPREBACNOR0) mit 54 Prozent den dritthöchsten Wochenverlust aus, der Energieversorger Transelectrica (TEL, 23,9 Lei, ISIN ROTSELACNOR9) folgte mit minus 5,5 Prozent, der Hersteller von Elektrogeräten Electroargeș (ELGS, 1,05 Lei, ISIN ROELGSACNOR6) toppte dies mit einem Verlust von 6,67 Prozent. Die Gewinne hielten sich in Grenzen, an der Spitze der gewinnbringenden Aktien standen mit dem Hotelbetreiber Turism, Hoteluri, Restaurante Marea Neagră (EFO, 0,0714 Lei, ISIN ROEFRIACNOR6) und der Erste Group Bank AG (EBS, 169,5 Lei, ISIN AT0000652011) zwei Dienstleister, mit Gewinnen von 3,47 beziehungsweise 4,5 Prozent. Den höchsten Wochengewinn wies der ehemalige Chemieriese Oltchim (OLT, 0,37 Lei, ISIN ROOLTCACNOR2) mit 10,78 Prozent aus.

Oltchim mit höchstem Wochengewinn

Oltchim-Aktien dürften weiterhin interessant bleiben, da noch einige Aktiva aus dem Vermögen des Unternehmens noch nicht verkauft wurden. Drei Teilpakete stehen derzeit zum Verkauf, interessierte Bieter prüfen das Angebotene. Darunter befindet sich ein Unternehmen aus Deutschland. Abgabetermin für unverbindliche Angebote war der 31. August. Oltchim hat 2013 Insolvenz angemeldet. Nach mehreren missglückten Versuchen, das Unternehmen als Ganzes zu verkaufen, wurden die Vermögenswerte in Pakete geschnürt und zum Verkauf angeboten. Zuletzt hatte das Unternehmen einen Umsatz von 577,2 Millionen Lei und einen Gewinn von 84 Millionen Lei für das erste Halbjahr 2018 gemeldet. Der Umsatz ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20 Prozent, der Gewinn um 300 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung regt anscheinend die Phantasie der Anleger an.

Weiterhin interessant bleibt die zukünftige Entwicklung der Lebensmittel-Aktien Sphera Group (SFG, 25,1 Lei, ISIN ROSFGPACNOR4) und Purcari (WINE, 18,75 Lei, ISIN CY0107600716), die ab Montag kommender Woche in den BET aufgenommen werden. Noch hat sich diese Ankündigung nicht auf die Kurse oder das Handelsvolumen mit diesen Aktien ausgewirkt. SFG-Aktien legten 0,4 Prozent zu im Laufe der Woche, WINE-Papiere verloren 0,2 Prozent.

Devisen

Die europäische Gemeinschaftswährung schloss fast unverändert zum rumänischen Leu in der vergangenen Woche. Die Kursveränderung auf Wochensicht betrug nur 0,04 Prozent oder 0,002 Lei. Das heißt, ein Euro kostete mit 4,643 Lei am gestrigen Montag fast gleich viel, wie noch vor einer Woche (4,641 Lei). Damit macht der Euro den Verlust der Vorwoche (0,06 Prozent) nicht ganz wieder wett. Nicht so der US-Dollar. Die nordamerikanische Leitwährung war im Verhältnis zum rumänischen Leu weit volatiler als die europäische Gemeinschaftswährung. Auf Wochensicht verlor der US-Dollar 0,52 Prozent zum Leu, dies kam nach einem Plus von 0,22 Prozent in der Vorwoche. Gestern kostete der Greenback demnach 3,9669 Lei.

 

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