Korruptionsverdacht gegen Bürgermeister Chiliman

Ein Zehntel der Vertragssummen abgegeben

Samstag, 20. Juni 2015

Bukarest (Mediafax/ADZ) - Der Bürgermeister des ersten Bukarester Stadtbezirks, Andrei Chiliman, wurde Donnerstag von der DNA Ploieşti auf dem Flughafen Otopeni festgenommen und nach Ploieşti gebracht. Er hat die Nacht im Polizeiarrest verbracht und sollte gestern einem Haftrichter vorgeführt werden. Chiliman war von einer Reise nach Brüssel zurückgekehrt, wo er an der Verleihung eines Preises teilgenommen hat, für den auch er nominiert war.

Der langjährige Bürgermeister des ersten Stadtbezirks (ab Juni 2004, jetzt im dritten Mandat) wird verdächtigt, zehn Prozent Provision für verschiedene Verträge gefordert und erhalten zu haben. Es handelt sich um Verträge mit der Firma Romair Consulting, die vom Geschäftsmann Gheorghe Boeru kontrolliert wird.

Die dunklen Geschäfte seien durch den ehemaligen PNL-Abgeordneten Vlad Moisescu und die Beraterin des Bürgermeisters Ioana Costescu abgewickelt worden. So habe Boeru im Sommer 2012 z. B. die Summe von 300.000 Lei in bar im Bürgermeisteramt gezahlt.

Die Ermittler behaupten, dass die Provision wie folgt verteilt wurde: 30 Prozent für Andrei Chiliman, je 15 Prozent für verschiedene Berater und Beamte, 10 Prozent für die Partei (PNL).

Andrei Chiliman gehört zu den Gründern der Nationalliberalen Partei (PNL) nach 1989. Bevor er Bürgermeister wurde, war er zwei Legislaturperioden Abgeordneter im Parlament.

Kommentare zu diesem Artikel

Manfred, 20.06 2015, 14:52
Was die Straßen angeht,muß ich Helmut rechtgeben,da hat sich in den letzten 15 Jahren vieles verbessert,da lasse auch ich keine Pauschalkritik gelten.Wenn in der Verwaltung Tausende Arbeitsplätze wegfallen,ist das kein Schaden-wieviele Pöstchen sind mit absolut untauglichen "Parteifreunden" besetzt?(gut bezahlt und ohne Leistung?Eine Verwaltung nach dem Parteibuch aufzustellen,das ist Humbug und krasse Geldverschwendung.Setzt man gut bezahlte Fachkräfte ein,leistet ein Drittel des jetzigen Kräftebestandes das Doppelte der jetzigen Arbeit.Mit den jetzigen Parteien wird sich nichts ändern,die sind nicht glaubwürdig zu reformieren.
Helmut, 20.06 2015, 14:08
@Alexander hat mit einigem schon Recht.Jedoch sollte man nicht verallgemeinern.Jetzt wird dies nicht möglich sein,auf Grund der gegenseitigen Animositäten der Parteien,aber nach den nächsten Wahlen sollte man gemeinsam eine echte Verwaltungsreform durchführen,damit würden endlich auch die Behörden effizienter arbeiten.Natürlich würde eine solche,tausende Arbeitsplätze kosten.Aber eine andere Möglichkeit wird es nicht geben.Daher müßte das schaffen neuer Arbeitsplätze, bereits jetzt, viel stärker forciert werden.Ordnungshalber muss schon erwähnt werden,dass viele wichtigen Straßen innerhalb Rumäniens sehr gut/gut befahrbar sind und jederzeit mit Strassen in Deutschland oder Österreich mithalten können.Kritik ja,aber ehrlich.
Sraffa, 20.06 2015, 12:47
@Alexander. Tja, es kristallisiert sich immer mehr heraus daß die von Ihnen geschilderten Situationen ihre Gründe haben : 1) Ungeklärte Verhältnisse über die Höhe des Schmiergeldes und deren Verteilung 2) Erhöhte Vorsicht bei der Kontaktaufnahme 3) Bezugspersonen befinden sich in U-Haft usw usw. Da kann doch keine Administration ordentlich arbeiten. Daher auch die Tiefe der Schlaglöcher. Spaß beiseite : Klar ist nun daß jede öfentliche Maßnahme in Rumänien allein wegen des Schmiergeldes zwischen 10 -50 % teurer sein muss als dies in entwickelten Ländern der EU der Fall ist .
Alexander, 20.06 2015, 11:06
Es wären mal Berichte über die Auswirkungen von Korruption interessant und wichtig. Wenn man allein die Infrastrukturprojekte betrachtet, die sich hinschleppen und letztlich die Entwicklung des ganzen Landes blockieren.
Da wird z.B. der Tourismus einer ganzen Region blockiert, nur weil die Exekutive es nicht schafft, die DN18 in einen befahrbaren Zustand zu bringen. Statt wie geplant im Sommer 2013 erneuert zu sein, kann man 2015 keinem Rumänienbesucher ernsthaft dazu raten, diese "Straße" zu befahren.
Alle Projekte sind derart in Verzug, dass man der aufgeblähten Exekutive Rumäniens bestenfalls Ineffizienz vorwerfen muss.
Die Politik wiederum ist nicht fähig oder willens die ausführenden Organe zu reformieren. Letztlich kommt das Land nicht voran und jeder der sich zur "Elite des Landes" zählt, muss sich gefallen lassen, dass man seinen Patriotismus und/oder seine Fähigkeiten hinterfragt.
Wer mit einem repräsentativen Auto über rumänische Straßen fährt, sollte eigentlich vor Scham im nächsten Schlagloch versinken.

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