Kostenlos - aber nur auf dem Papier

Freitag, 17. Oktober 2014

Dass die Krankenkassen immer knapp am Geld sind, ist leider keine Neuigkeit. Krankenhäuser klagen über zu wenig Geld für Behandlung, für Ausstattung, für Einstellung von Ärzten und ärztlichem Hilfspersonal. Apotheken warten monatelang bis ihnen die ermäßigten oder kostenlos auszustellenden Arzneimittel abgerechnet werden.

Auch die ärztlichen Labors wissen nie genau, welche Summe für den nächsten Monat die jeweilige Kreiskrankenkasse ihnen für kostenlose Analysen zur Verfügung stellt.

So kommt es immer wieder, wie auch die Kronstädter Lokalmedien berichten, dass die Patienten in die eigene Tasche greifen müssen, wenn sie ihre Laboranalysen dem Facharzt vorzeigen wollen. Um aber zumindest den Anschein zu wahren, heißt es in der Regel, dass eine kleine Anzahl von solchen Analysen kostenlos erfolgen. Dafür muss man aber schnell sein und Glück haben. Denn die Privatlabors, die mit der Krankenkasse vertraglich zusammenarbeiten, greifen zu einer „Programmierung“ zurück die Ende des Monats für den nächsten Monat gelten soll. Eigentlich für die ersten Tage des Monats denn schnell heißt es: „Das Geld ist aus. Wenn Sie kostenlose Analysen wollen, dann versuchen Sie es wieder in 30 Tagen!“

Ein konkreter Fall, bei weitem kein Einzelfall, soll hier stellvertretend geschildert werden. Bei einer Anfrage bei „Bioclinica“ Kronstadt, heißt es, man solle bitte nach dem 25. September vorbeikommen, um für Oktober programmiert zu werden. Zwei Tage später erfährt man, dass bereits am 25. September die Liste für Oktober restlos voll war. An die 80 Namen werden einem vorgezeigt. Wer nicht warten kann oder will, der zahlt eben … und muss auch nicht Schlange stehen. In diesem Fall waren es 120 Lei die der Staat (die Krankenkasse) dem Patienten nicht zahlte und die dieser der Privatfirma begleichen musste.

Dass diese Listen nicht unbedingt korrekt zusammengestellt werden, ist leicht zu vermuten aber schwer zu beweisen. Mit Beziehungen, kleinen Aufmerksamkeiten oder anderen Interventionen kann wohl der eine oder andere sich einen Platz unter den bevorzugten „Gratiskunden“ ergattern und muss nicht den Zeitpunkt abwarten an dem jemand von der Klinik es für angebracht hält, Namen in ein Heft einzutragen und so für Ordnung zu sorgen.
Wenn Wahlen anstehen, sind plötzlich auch zusätzliche Fonds für Gratisanalysen aufzutreiben. Will eine neue Firma sich vor der Konkurrenz behaupten und sich „einen Namen“ machen, dann gibt es ebenfalls mehr Chancen nichts für Analysen zu zahlen die der Hausarzt verschreibt.
Aber nur auf Wahlen und Firmenneugründungen zu setzen um ein Recht zu beanspruchen und auch wahrzunehmen das jeder hat der krankenversichert ist und dem vom Gehalt die Sozialabgaben zurückbehalten wurden oder werden, ist eine traurige Realität dieser Tage, aus der einige wenige es sogar verstehen, einen Profit herauszuschlagen.

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