Kräftigere Kurskorrekturen in der letzten Aprilwoche, Energie- und Finanzwerte stehen unter Druck

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Mittwoch, 04. Mai 2016

Bukarests Börse schloss die letzte Aprilwoche mit kräftigen Kursabschlägen bei allen Indizes. Unter den wichtigsten Indizes konnte der BETPlus mit einem Wochenminus von 1,68 Prozent mit dem niedrigsten Verlust trumpfen, den höchsten fuhr der Finanzwerte-Index BET-FI mit minus 2,43 Prozent ein. BET-FI und ROTX verloren ihre Unterstützung bei den jeweiligen Schwellen von 27.000 Punkten (BET-FI) beziehungsweise 13.000 Punkten (ROTX). Der Energiewerte-Index BET-NG entfernte sich weiter von seiner 600-Punkte-Marke und schloss nach einem Verlust von 2,27 Prozent bei 539,53 Punkten.

Die Umsätze sahen für die Bu-karester Börse ordentlich aus, doch ein Vergleich zur Vorwoche ist nicht zulässig. Damals hatte der Rückzug des Fonds Proprietatea (FP, 0,748 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) aus dem Erdgaserzeuger Romgaz (SNG, 23,5 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3) für kräftigen Umsatzschub gesorgt. Im Durchschnitt wurden in der vergangenen Woche 36,29 Millionen Lei pro Handelstag an der Börse umgesetzt, das entspricht 8,1 Millionen Euro. Auf die Woche gerechnet erreichte der Umsatz einen Stand von 181,45 Millionen Lei (40,56 Millionen Euro), um 72 Prozent weniger als in der Woche zuvor. Die Marktkapitalisierung ging von 131,99 Milliarden Lei auf 130,26 Milliarden Lei zurück, das entspricht einem Rückgang von 1,31 Prozent.

Unter allen gehandelten Aktien registrierten 17 einen Kurszuwachs in der vergangenen Woche. 12 machten eine Seitwärtsbewegung durch, 46 verbuchten Kursverluste. Die höchsten Verluste verzeichneten der Metallverarbeiter Artrom (ART, 2,4 Lei, ISIN ROARTFACNOR1) mit einem Wochenminus von 14,8 Prozent, der Kabelhersteller Romcab (MCAB, 6,8 Lei, ISIN ROMCABACNOR7) mit minus 14,3 Prozent und der Raffineriebetreiber Rompetrol Rafinare (RRC, 0,044 Lei, ISIN ROPTRMACNOR5) mit einem Verlust von 12 Prozent. Ein anderes Erdölunternehmen – Petrolexportimport (PEI, 4,68 Lei, ISIN ROPEIMACNOR6) – schaffte den höchsten Kursgewinn in der letzten Aprilwoche: plus 14,7 Prozent. Es folgten das Bauunternehmen Transilvania Constructii (COTR, 37 Lei, ISIN ROCOTRACNOR9) mit einem Plus von 12,12 Prozent und Carbochim (CBC, 5,5 Lei, ISIN ROCBCHACNOR3) mit 10 Prozent Wochengewinn.

Bankaktien unter Druck

Wie zu erwarten war, gerieten vor allem Bankaktien in der vorigen Woche unter Druck. Schuld daran war die Billigung des neuen Hypothekengesetzes durch den Präsidenten, das im Grunde eine Entschuldung von Hypothekennehmern vorsieht, die ihre Raten nicht mehr abbezahlen können – zu Lasten der Banken, die nun zwangsläufig zu Immobilienverkäufern werden. Die Aktien der SocGen-Tochter BRD (BRD, 9,23 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2) erlebten eine harsche Kurskorrektur von 7,7 Prozent und fielen so unter 10 Lei. Die Aktien der Banca Comerciala Carpatica (BCC, 0,0992 Lei, ISIN ROBACRACNOR6) verloren 1,2 Prozent. Die dritte an der Bukarester Börse gelistete Bank, Banca Transilvania (TLV, 2,685 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1), konnte sogar noch von guten Quartalszahlen profitieren. Der Gewinn der Bank stieg im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 45 Prozent, der Betriebsgewinn um 3,7 Prozent.

Kein Comeback für Romgaz und FP

Romgaz-Aktien standen auch in der vergangenen Woche unter Druck. Nachdem der Fonds Proprie-tatea sich von seiner Beteiligung am Unternehmen getrennt hatte, rissen die schlechten Nachrichten nicht ab. Import-Erdgas wird immer billiger, daher hat Romgaz Schwierigkeiten, seine Produktion im Inland loszuwerden. Ein Liefervertrag über 281 Millionen Lei mit E.On wurde vom deutschen Unternehmen wegen der Preisentwicklung gekündigt. Nun muss sich das rumänische Unternehmen mit einem deutlich billigeren Vertrag über 200 Millionen Lei mit dem französischen Abnehmer Engie zufrieden geben. SNG-Aktien verbuchten ein Wochenminus von 4,47 Prozent. Auch FP-Aktien erging es nicht besser, obwohl der Fonds durch den Verkauf der SNG-Anteile Kasse machte. Sie verloren auf Wochensicht 1,45 Prozent. Der Fonds konnte sich beim AKW-Betreiber Nuclearelectrica (SNN, 5,1 Lei, ISIN ROSNNEACNOR8) nicht mit einer Forderung nach höheren Dividendenauszahlungen durchsetzen.

Devisen

Wie in der Woche zuvor entwickelten sich die beiden Hauptdevisen auch in der vergangenen Woche unterschiedlich zum rumänischen Leu. Während die europäische Gemeinschaftswährung praktisch unverändert zur Vorwoche bei einem Stand von 4,4774 Lei schloss (plus 0,009 Prozent), verlor der US-Dollar gegenüber dem Leu „kräftig“: 0,89 Prozent betrug der Wochenverlust, der US-Dollar kostete am ersten Handelstag nach dem Osterwochenende 3,9348 Lei und damit 0,035 Lei weniger als am Freitag vergangener Woche.

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