Krankenhausmanager am Verzweifeln

Bankkonten des Orawitzaer Krankenhauses seit zwei Jahren gesperrt

Mittwoch, 22. April 2015

Orawitza – Im Oktober 2014 sind dem städtischen Krankenhaus von Orawitza alle Schulden erlassen worden, die älter als 90 Tage waren. Damals – es war Präsidentschaftswahlkampf ... – war es Bürgermeister Dumitru Ursu und dem PSD-Abgeordneten Ion Mocioalca „gelungen“, den Premier und Präsidentschaftskandidaten V.V. Ponta zu „überzeugen“, mehrere Millionen Lei zwecks Tilgung dieser Schulden nach Orawitza „zu schicken“. Jetzt, sechs Monate später, sind die Konten des Krankenhauses weiterhin gesperrt. „Die Schulden des Krankenhauses beliefen sich im Herbst 2014 auf 2,4 Millionen Lei“, sagt Bürgermeister Ursu. „Wir hatten damals gehofft, dass die Lage des Krankenhauses sich durch die Tilgung der Altschulden normalisieren wird.“

Felician Fara, der Manager des Krankenhauses, weist aber bei jeder Gelegenheit darauf hin, dass die Lage des Krankenhauses sich auch nach der (politisch gefärbten) Schuldentilgung vom vergangenen Herbst kaum ändern konnte und dass die Situation in Bälde neuerlich dramatisch werden könnte: „Wir brauchen, unter vielem anderen, dringend ein mechanisches Belüftungsgerät, können es aber nicht kaufen, weil unsere Konten nach wie vor gesperrt sind. Die etwa 18.000 Euro haben wir einfach nicht zur Verfügung. Und das Rathaus kann bloß immer nur sagen: `Wir haben kein Geld`. Wenn im Oktober 2014 die Altschulden bezahlt worden sind, heißt das noch lange nicht, dass alle Schulden getilgt wurden. Und das ist unser eigentliches Problem, nach wie vor: die Konten bleiben wegen Schuldenanhäufung gesperrt“. Um normal zu funktionieren, brauche ein Krankenhaus wie jenes von Orawitza monatlich 700.000 Lei. Mindestens, und: regelmäßig.

Fara: „Wir bekommen, wenn´s gut geht, 500.000 Lei im Monat überwiesen. Und trotzdem: unser Krankenhaus hat niemals, aber wirklich niemals, seine Patienten in die Apotheken geschickt, um sich die Arzneien selber zu kaufen. Dafür haben wir Riesenschulden beim Strom, bei den Zulieferern an Arzneien, an sanitärem Gebrauchmaterial und sogar bei der Lebensmittelversorgung. Die Dezentralisierung im Gesundheitswesen, die als so große Errungenschaft dargestellt wurde, war für uns ein riesig schlechter Dienst. Und die Rathäuser, die schon vorher wussten, dass sie außerstande sein werden, ein Krankenhaus zu unterhalten, hätten das laut sagen und eine Übernahme verweigern müssen. Für jedes Staubkorn brauchen wir eine Genehmigung vom Rathaus. Der reinste Blödsinn! Wer ein Krankenhaus übernimmt, muss zum mindesten wissen, dass eine solche Einrichtung Geld verbraucht. Das darf im Nachhinein keine Erleuchtung der Ratsherren und der Stadtleitung sein.“

Damit spielt Fara auf die Vizebürgermeisterin Lorena Ion an, die auf der jüngsten Tagung des Stadtrats scheinrhetorisch fragte: „Wie konnte der Herr Manager Fara nur eine Schuld von drei Millionen Lei anhäufen?“ Und sie versprach, auf diese Frage eine Antwort zu suchen, bevor das Krankenhaus wegen zu hoher Schulden gesperrt werden muss. Zweifel an den Managementqualitäten von Felician Fara äußerten auch andere Ratsherrn, kaum gesprochen wurde aber über die Stadtkasse, wo der Schmalhans Küchenmeister ist.

Nochmals Fara: „Ein Krankenhaus konsumiert nunmal Ressourcen, und wenn dir als Manager niemand unter die Arme greift... Die gegenwärtigen Schulden liegen bei 1,2 bis 1,3 Millionen Lei, davon sind 500.000 Lei Altschulden, also mehr als 90 Tage, oder drei Monate alt. Doch bei einem armen Rathaus, dass nur unaufhörlich klagt, kein Geld zu haben, wird sich das beim besten Manager nicht ändern.“


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