Krebsrate in Rumänien steigt kontinuierlich

Industrielle Lebensmittel und Sedentarismus schaden

Dienstag, 20. Oktober 2015

Bukarest (ADZ/Mediafax) - Anlässlich der nationalen Chirurgenkonferenz 2015 zum Thema Erkrankungen des Verdauungstrakts wies der Vorsitzende der rumänischen Chirurgenvereinigung, Mircea Beuran, auf eine kontinuierliche Zunahme der Krebserkrankungen des Verdauungstraktes in Rumänien hin – darunter immer mehr junge Leute und Fälle mit fulminanter Entwicklung. Die Heilungschancen sind jedoch nur in den beschwerdefreien, frühen Stadien hoch. Auch fallen die Kosten der Behandlung bei Früherkennung wesentlich niedriger aus. Leider werden hierzulande die meisten Fälle jedoch erst in den Stadien 3 und 4 entdeckt, wenn erste Symptome auftreten. Beuran plädiert daher für ein nationales Screening-Programm, wie in Ländern mit hoher Krebsrate, etwa in Japan, Venezuela und Chile.

Am häufigsten tritt in Rumänien Dickdarmkrebs auf. Platz 2 wird von Magenkrebs belegt, mit 15 Fällen auf 100.000 Einwohner und einer Sterblichkeit von 13 pro 100.000. Beuran weist auch auf die Zunahme von Speiseröhrenkrebs hin, mit 5 Fällen pro 100.000 Einwohnern auf Platz 5.  Schuld am Anstieg der Krebsrate in Rumänien in den letzten 15-20 Jahren seien industrielle, toxinbelastete Nahrung im Übermaß, Konservierungsmittel und gefärbte Getränke, die den Stoffwechsel überfordern, aber auch Umweltbelastung und Sedentarismus. Auch Darmentzündungen, häufig bei Jugendlichen anzutreffen, erhöhen das Krebsrisiko signifikant.

Kommentare zu diesem Artikel

Sraffa, 21.10 2015, 01:58
Es ist billig dem Regime vor 89 die Schuld zu zu weisen . Dabei wird das Chaos danach und seine zerstörerische Kraft völlig unter den Teppich gekehrt. Als Nichtrumäne beobachte ich eine gesundheitsgefährdende Ernährung ( zuviel Fleisch und das noch in schlechter Zubereitung ) und befürchte latente Risiken durch verdeckte Gifte aus der Lebensmittelkette - in Folge fehlender Kontrollen.
Tourist, 20.10 2015, 20:44
die Lebenserwartung steigt, Lebensmittelmangel gibt es nicht mehr, Infektionskrankheiten sind massiv zurückgedrängt, also bleibt als Todesursache nach einem längeren und gesünderen Leben eben oft Krebs übrig. Das ist erstmal ganz normal und gar nicht alarmierend. Wer länger lebt, stirbt eher an Krebs. Das ist einfach so. Rumänien wurde auch von Tschernobyl weniger getroffen als etwa Süddeutschland und Österreich. Es gibt aber Umweltsünden, die hier niemand interessieren: alte Uranminen, Folgen der kommunistischen Schwerindustrie, strahlende und trinkwasserverseuchende Geröllhalden von Minen, Transitverkehr mitten durch Ortschaften, der laxe Umgang mit Problemstoffen (auch von Privatpersonen), der laxe Umgang mit Pestiziden/Herbiziden/Fungiziden in der Landwirtschaft, alle Getränke in Plastikflaschen (sogar die Milch vom Nachbar-Bauer), gar kein Glas-Pfandsystem.

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