Kreis Temesch: 1000 Start-Ups vom Staat mitfinanziert

Nicht überall fand Debütanten-GmbH genügend Anklang

Freitag, 08. August 2014

In fast dreieinhalb Jahren seit Beginn der staatlichen Unterstützungen für Start-Ups ist nur ein geringer Prozentsatz der gegründeten Kleinbetriebe eingegangen.

Die arbeitsfähige Bevökerung Rumäniens (Personen zwischen 15 – 64 Jahren) war Ende vergangenen Jahres zu 64,3 Prozent beschäftigt. In der Kategorie der 20 bis 64-Jährigen waren es nur noch 63,7 Prozent und damit unter dem Landesziel von 70 Prozent, das im Kontext der EU-Strategie festgelegt wurde. Bei den Jugendlichen zwischen 15 bis 24 Jahren lag die Rate der Beschäftigten bei bloß 22,8 Prozent, auch wenn bereits drei Jahre zuvor eine finanzielle Starthilfe für Jungunternehmer in Rumänien ins Leben gerufen wurde, die die Hälfte der Kosten bei einem Start-Up decken soll. 3200 Existenzgründungen gehen allein in den ersten sechs Monaten des Jahres auf das Konto von Unternehmer-Debütanten. Sogenannte SRL-D (Debütanten GmbH) erhalten Starthilfen vom Staat. Aus den Statistiken des Handelsregisters geht hervor, dass im Verwaltungskreis Temesch/ Timiş verhältnismäßig viele Jungunternehmer eine Firma gründeten. Mehr Unternehmen haben nur Debütanten im Kreis Klausenburg/Cluj und in der Hauptstadt Bukarest ins Leben gerufen. Seit Programmstart im Jahr 2011 wurden 14.261 Firmen von Jugendlichen gegründet.

In fast dreieinhalb Jahren seit Beginn der Unterstützungen für Start-Ups ist nur ein geringer Prozentsatz der so gegründeten Kleinbetriebe eingegangen. Von den 14.261 Unternehmen wurden 247 aus den Daten des Handelsregisters gestrichen, sodass 14.014 geblieben sind. Weitere 389 Firmen standen im Juli 2014 – bei Abschluss der Statistiken – kurz vor der Gründung. 2011 hatte die rumänische Regierung ein Programm erarbeitet, um Kleinbetriebe bei der Gründung und Entwicklung zu unterstützen. Ein nicht rückzahlpflichtiger Kredit von bis zu 10.000 Euro wurde Antragstellern gewährt, die bis zu 35 Jahre alt sind. Dafür müssen sie mehrere – durchaus machbare - Auflagen erfüllen. Eine mit dem Kredit vergleichbare Summe müssen die Jungunternehmer zur Verfügung haben, mindestens zwei Vollzeit-Arbeitskräfte beschäftigen und in den Jahren darauf 50 Prozent des Reingewinns aus dem Jahr zuvor in das Unternehmen investieren. Seit Beginn des Unterfangens wurden durch diese Art der Finanzierung 1925 Kleinbetriebe von Jungunternehmern im Kreis Klausenburg gegründet, 1.555 waren es in Bukarest und 1013 im Kreis Temesch. Alle anderen Verwaltungskreise weisen bestenfalls nur etwa die Hälfte der Leistungen aus dem Kreis Temesch auf. Mediafax zitiert mit den Kreisen Covasna und Vaslui zwei Regionen, in denen diese Investitionsmöglichkeit wenig Anklang gefunden hat. Nur 77 bzw. 59 Anträge auf den Kredit kamen von Jungunternehmern.

Den Daten des Nationalen Handelsregisters nach haben sich die meisten Unternehmer-Debütanten für Investitionen in die Wartung und Reparatur von Autos entschieden, gefolgt von Baufirmen für Arbeiten an Wohnungen und Nicht-Wohngebäuden, zur Gründung von gastronomischen Einrichtungen und für den Gütertransport. Im April 2014 hat die rumänische Regierung beschlossen, die finanzielle Unterstützung nicht nur Jugendlichen bis zu 35 Jahren zu gewähren, sondern allen, die erstmals eine eigene Firma gründen möchten. Die entsprechende Dringlichkeitsverordnung, die zunächst als solche von der Regierung angenommen wurde, erhielt inzwischen den Status eines Gesetzesentwurfs, der jedoch nur dann Anwendung findet, wenn er vom Parlament abgesegnet wurde.

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