Kreisrat Karasch-Severin ist stolzer Katamaranbesitzer

Dienstag, 04. September 2012

Reschitza - Auf der jüngsten Tagung des Kreisrats Karasch-Severin sind die Transportlizenzen für den öffentlichen Verkehr verteilt worden, die bis Jahresende gelten. Angeschlossen an diesen Punkt, aber außerhalb der Tagesordnung, ließ Kreisratspräsident Sorin Frunzăverde die Mitglieder des Kreisparlaments darüber abstimmen, ob sie mit dem Namen „Ripensia“ für den Katamaran einverstanden sind, der seit einiger Zeit im Donauhafen von Neumoldowa vor Anker liegt und als Folge der Beteiligung an einem grenzüberschreitenden EU-Projekt mit der Vojvodina dem Kreisrat gehört.


Alle Kreisratsmitglieder waren einverstanden und wollten die Erklärung für den Namen gar nicht hören, die ihnen Frunzăverde zu liefern gedachte, weil sie alle behaupteten, die Fußballmannschaft gleichen Namens aus dem Temeswar der Zwischenkriegszeit sei ihnen ein Begriff.


Nur Frunzăverde schmunzelte sich eins in den Bart und erklärte trotzdem, das doppelrumpfige Donauschiff mit einem Fassungsraum für etwa 70 Passagiere habe rein gar nichts oder nur entfernt etwas mit der ehemaligen, 1948 aufgelösten, Temeswarer Fußballmannschaft zu tun, die mehrmals Landesmeister Großrumäniens war. Eher mit der Bezeichnung der römischen Provinz Dacia Ripensis, dem ufernahen, am Ufer /der Donau/ gelegenen Dakien – vom griechischen „ripensis“ = (etwa...) am Ufer gelegen.


Frunzăverde erinnerte daran, dass der Kreisrat und die Gemeinde Pojejena zusammen mit der Provinz Vojvodina ein grenzüberschreitendes Donauprojekt im Wert von etwas mehr als einer Million Euro abwickeln und dass damit am rumänischen Ufer in der Gemeinde Pojejena ein kleiner Donauhafen eingerichtet wird. Dort soll auch der Katamaran „Ripensia“, der durch dieses Projekt in die Verwaltung des Kreisrats kam, dann immer ankern und für touristische Fahrten zur Verfügung stehen. U.  a. und ziemlich ironisch lud Frunzăverde die Journalisten des Banater Berglands ein, mit ihm zusammen auf diesem Katamaran eine Donaufahrt bis Wien zu unternehmen, was diese daraufhin deuteten, Frunzăverde habe anklingen wollen, sie würden nicht ausreichend europäisch denken und bräuchten Nachhilfeunterricht in Wien... Konkreter dürfte es mit einem Vorschlag eines Kreisratsmitglieds werden, der meinte, man soll doch mal eine Tagung des Kreisrats auf dem kreisratseigenen Katamaran anberaumen.

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